Frauenbund will Mitglieder gewinnen

Lesedauer: 5 Min
 Ein engagiertes und ideenreiches Team des katholischen Deutschen Frauenbundes Riedlingen (von links): Franziska Elsner, Marlies
Ein engagiertes und ideenreiches Team des katholischen Deutschen Frauenbundes Riedlingen (von links): Franziska Elsner, Marlies Bühler und Thea Knoll. Auf dem Bild fehlt Claudia Waldraff. (Foto: Mechtild Kniele)
Schwäbische Zeitung

Seit über 100 Jahren gibt es den katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) mit über 220 000 katholisch und ökumenisch engagierten Frauen und in Riedlingen befindet sich ein sehr rühriger Zweigverein mit rund 76 Mitgliedern. „Leider sind darunter nur zwei Frauen, die unter 60 sind“, erzählt Marlies Bühler, die gemeinsam mit Thea Knoll, Franziska Elsner und Claudia Waldraff im Team dem Frauenbund vorsteht. Die Veranstaltungen des religiös-spirituell orientierten Vereins sind offen für alle, aber „es wäre doch schön, auch jüngere Frauen als Mitglieder zu gewinnen“.

Gerne würden die vier Damen, die schon jahrelang in einem guten und effektiven Miteinander den Zweigverein Riedlingen führen, die Verantwortung in jüngere Hände legen und nur noch beratend zur Seite stehen. Doch dies scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein, denn „wir haben immer viele Helfer, wenn wir Unterstützung brauchen, darunter auch viele jüngere Frauen, die aber leider (noch) keine Mitglieder sind. Der Beitrag ist gering: für nur 28 Euro im Jahr gibt es sogar die kostenlose Zeitschrift „engagiert“ dazu, die zehnmal jährlich erscheint. Leider muss die geplante Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Leitungsteams auf das nächste Jahr verschoben werden, doch die engagierten und rührigen Leiterinnen wollen bereits im Vorfeld Interesse wecken und so sind Frauen gesucht, denen Gemeinschaft, Begegnung und religiöse Spiritualität – offen für alle Konfessionen – am Herzen liegt.

Da Corona auch die Aktivitäten des Frauenbunds fast vollständig lahmgelegt hat, ist es umso wichtiger, dass die Frauen informiert werden, auch wenn sie sich nicht persönlich begegnen können. „Wir legen deshalb jeder Zeitschrift einen persönlichen Brief von uns bei“, sagt Thea Knoll, „so sehen die Mitglieder, dass wir an sie denken und sie nicht allein sind“. Nach der Fasnet, welche übrigens immer sehr gut besucht ist und allen Teilnehmerinnen und Pfarrer Stegmann als einzig anwesendem Mann viel Freude macht, und dem Weltgebetstag war für den Frauenbund leider Schluss mit dem geplanten Jahresprogramm, und so interessante Dinge wie eine Führung durch das Fachpflegeheim ZfP in Riedlingen, der Sternwallfahrt auf den Bussen und eine Maiwallfahrt nach Unterstadion mussten leider abgesagt werden.

Richtig wehgetan hat jetzt, dass die Kräuterbüschel-Weihe im August entfallen musste. Gemeinsamen hatten in den vergangenen Jahren zahlreiche Frauen Kräuter in der Feldflur gesammelt, ihre Beete abgeerntet und miteinander hat man im katholischen Gemeindehaus Kräuterbüschel gebunden, die am Sonntag nach Maria Himmelfahrt in der Kirche geweiht und dann zum Verkauf gegen eine Spende verkauft wurden. Auch dieses Geld, welches in der Regel für Kinder in Not und auch für Projekte in Afrika verwendet worden ist, fehlt. Ersatzweise hat es lediglich für den Gottesdienst einen wunderbaren Kräuterstrauß als Altarschmuck gegeben.

Ein kleiner Lichtblick ist jetzt, dass am 9. September der geplante Jahresausflug stattfinden kann. Unter den erforderlichen Hygieneauflagen geht es zur Heuneburg und im Anschluss gibt es eine Kirchenführung in Hundersingen durch die Kunsthistorikerin Ingeborg Buck. Eine Woche später wird Hilde Teschner vom Altertumsverein wieder einen der schon Tradition gewordenen Abendspaziergänge in Riedlingen durchführen. Riedlingen in den 50er-Jahren wird in den Focus gerückt, ein Thema, mit dem sich der Altertumsverein gerade intensiv beschäftigt. Die Spaziergänge mit Hilde Teschner sind so beliebt, dass die zwei geplanten Führungen bereits ausgebucht sind, doch der Frauenbund wird einen weiteren Termin anbieten. Neben Begegnungen mit religiösen Impulsen, die immer dazugehören, ist auch Bildung ein wichtiges Thema des Frauenbundes und so gibt es auch Online-Seminare und daran sieht man auch, dass der Frauenbund „kein alter Lady-Verein mit Kaffeetrinken ist“, wie Franziska Elsner mit einem Augenzwinkern erklärt.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen