Feine Düfte im Schulhaus

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In der Schulküche der Beruflichen Schule mussten die Schüler punktgenau ihr Prüfungsessen zubereiten.
In der Schulküche der Beruflichen Schule mussten die Schüler punktgenau ihr Prüfungsessen zubereiten. (Foto: Berufliche Schule)
Schwäbische Zeitung

„Was riecht denn da so gut?“ – die Klasse der gewerblichen Berufsschule im ersten Schuljahr sitzt bei bestem Wetter am offenen Fenster und atmet feine Düfte ein. Diese wehen vom unteren Stockwerk bis ins oberste Stockwerk des schönen Backsteinbaus der Beruflichen Schule Riedlingen. Auch auf dem Schulhof schauen sich viele Schüler fragend an. Nur manche ahnen, was gerade in der schuleigenen Küche passiert. Dort arbeiten mehrere Schüler auf Hochtouren, um ihr Prüfungsessen auf den Punkt präsentieren zu können. Da brutzeln Paprikaschnitzel neben Schweinelendchen mit Pilzsoße, Kartoffelspalten mit Rosmarin neben Chili con Carne oder Gemüsebrühe.

Die Schüler sind bei dieser Art der Prüfung schon sehr gefragt, schließlich müssen sie nicht nur ein komplettes Menü planen und kochen und dies auf Zeit. Nein, sie müssen auch, ebenso wie ihre Mahlzeiten, die Tische ansprechend präsentieren. Dazu gehören passendes Geschirr und Besteck, Tischdecken, Servietten, Blumen, Kerzen und eventuell auch Menükarten. Dies erfordert von den Schülern durchaus ein gewisses Maß an Zeitmanagement und Stressresistenz. Gegen 10.30 Uhr finden sich die Prüfungsverkoster des Tages ein – Lehrer der Schule, die sich schon lange auf diese wunderbare Art des Verwöhnens freuen. Sie schmecken sich durch die verschiedensten Richtungen und bewerten zusammen mit Angelika Ege, Hauswirtschaftslehrerin, die Menüteile.

Bewertet ist in diesen Wochen seit Anfang Mai eine der Haupttätigkeiten der Lehrkräfte der Beruflichen Schule. Gleich nach den Prüfungen der Wirtschaftsoberschule kamen die Fachhochschulreifeprüfungen in den Klassen des Kaufmännischen Berufskollegs II und des einjährigen Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife. Begonnen hatten diese mit Deutsch, wobei neben freien und textgebundenen Erörterungen natürlich auch die Prüfungslektüren „Woyzeck“ von Georg Büchner und „Der Trafikant“ von Robert Seethaler als mögliche Aufgabe zur Wahl standen. Hier entschieden sich die meisten Schüler für den Gegenwartsroman „Der Trafikant“ – wohl eben auch wegen der Sprache, die näher an der Lebenswelt der Jugendlichen ist als die Büchners. Gleich am nächsten Tag folgte Englisch, dann Mathematik, nach den Pfingstferien wurde noch Wirtschaft nachgeprüft. Nachdem nun alle Prüfungen korrigiert sind, erfolgt die Notenbekanntgabe, so dass sich die Schüler zusammen mit ihren Lehrern auf die mündlichen Prüfungen am 9. Juli vorbereiten können.

Parallel zu den Fachhochschulreifeprüfungen fanden die Prüfungen in der zweijährigen Berufsfachschule statt, auch hier kamen noch einige in die mündliche Prüfung am Donnerstag. Verschnaufen ist dennoch erst gegen Mitte Juli in Sicht, denn nun sind die Klassen des Vorbereitungsjahres Arbeit und Beruf mit ihren Prüfungen dran, die schon am Freitag mit Deutsch starteten, am Dienstag wurden sie in Mathematik geprüft und am Mittwoch hatten sie noch die Möglichkeit, sich in Englisch zusätzlich zu versuchen.

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