Erster Flugversuch geht in die Hose

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Stv. Redaktionsleitung

Seit Tagen schon flattern die Jungstörche in ihren Nestern mit den Flügeln. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Ersten sich über den Dächern Riedlingens im Fliegen versuchen. Am Dienstag um die Mittagszeit war es soweit. Ein Störchlein wagte sich aus dem Nest und als es beim Chinesen auf dem Dachfirst landen wollte, ging das in die Hose. Der Flug-Anfänger rutschte am Dach hinunter und verfing sich mit seinen Storchenbeinen im Schneefanggitter.

Der Unfall rief sofort Gaffer auf den Plan, die ihre Handys zückten und den Unglücksvogel fotografierten. Da wurde dann auch Melita Pilic aufmerksam, die sich eigentlich in aller Ruhe beim Griechen ein Mittagessen gönnen wollte. „Der arme Storch war völlig in Panik“, erzählt sie. Statt dem armen Tier zu helfen, hätten die Zuschauer Fotos gemacht, ärgert sie sich. Als Riedlingerin fühlte sie sich verpflichtet zu helfen. Sie ließ das Essen einfach stehen und informierte die Feuerwehr. Während die Helfer auf der Anfahrt durch die Fußgängerzone waren, flatterte das Jungtier weiter hektisch mit den Flügeln und kam frei, bevor die Feuerwehrkameraden helfend eingreifen konnten.

Allerdings scheint der Vogel einen schlechten Tag erwischt zu haben. Statt sich in die Lüfte zu erheben und davonzufliegen, eierte er in der Luft herum und klatschte an die nächste Hauswand. Da saß er dann völlig benommen in der Ecke. Die Feuerwehrmänner bargen ihn und brachten ihn zum Tierarzt. Dessen Untersuchung ergab Schürfwunden an den Beinen und leichte Kopfverletzungen, die vom Tierarzt versorgt wurden.

Weil sich der Storch schnell berappelte und keine schwerwiegenden Verletzungen aufwies, wurde er von der Feuerwehr im Naturschutzgebiet Hofwiesen, in der Nähe der Gärtnerei Masetti, ausgesetzt. Dort kann er sich im Fliegen ausprobieren und landet zur Not weicher als über den Dächern der Stadt.

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