Erneut kein Flohmarkt-Open Air auf der Donauinsel

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Das Open Air auf der Donauinsel am Flohmarkt wurde wieder abgesagt.
Das Open Air auf der Donauinsel am Flohmarkt wurde wieder abgesagt. (Foto: Thomas Warnack)
Redaktionsleitung

Auch dieses Jahr findet am Flohmarkt auf der Donauinsel kein Open Air statt. Letztlich wurde das Vorhaben von der Musikinitiative Riedlingen (MIR) und der Riedlinger Gemeinschaftswerbung (RGW) am 4. Mai abgesagt, nachdem zu diesem Zeitpunkt die notwendige Anzahl der Helfer noch nicht feststand, aber auch von der Stadt bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Genehmigung des Sicherheitskonzepts vorlag.

In der Vergangenheit hat das Riedlinger Jufo dieses Open Air auf der Donauinsel ausgerichtet und damit einen Anlaufpunkt am Flohmarkt geschaffen. Doch das Jufo kämpft ums Überleben. Um das Open Air auf breitere Beine zu stellen, wurde dieses Jahr frühzeitig die Musikinitiative Riedlingen (MIR) um den Vorsitzenden Christof Gerster von Frank Oster und der Riedlinger Gemeinschaftswerbung (RGW) ins Boot geholt. In dieser Kombination, durch Bündelung der Kräfte, sollte die Veranstaltung gestemmt werden.

Frühzeitig haben sich die Verantwortlichen mit den Sicherheitsauflagen beschäftigt, die in den vergangenen Jahren für ein hohes Maß an Missstimmung und Ärger sorgten. 2015 wurde den damaligen Jufo-Machern ein 25-seitiges Sicherheitskonzept mit hohen Auflagen etwa zur Anzahl von professionellen Sicherheitskräften und Ordnern, zu Bauzäunen oder Fluchtwegen vorgelegt. Das haben die Jufo-Verantwortlichen um die Macher Robin Blischke und Klaus Teschner damals als deutlich überzogen kritisiert, es letztlich aber akzeptiert – allerdings haben sie bereits damals klar gemacht, dass sie unter diesen Bedingungen ein Open Air nicht mehr veranstalten können und wollen. Von Bürgermeister Schafft sei damals Unterstützung zugesagt worden, heißt es von Robin Blischke.

Landratsamt: Insel nicht Flohmarktgebiet

Eigentlich war angedacht, dass die Insel dieses Jahr ins Flohmarktgebiet mit einbezogen wird. Damit hätte das Sicherheitskonzept des Marktes gegolten. Doch das wurde vom Landratsamt abgelehnt, so Oster, der an dem Thema dranbleiben will.

Also benötigte das Open Air wieder ein eigenes Sicherheitskonzept. Mitte April wurde von der Stadt das gleiche Konzept wie 2015 als Grundlage für eine Genehmigung vorausgesetzt. Eine Entscheidung, die von den Partnern nicht nachvollzogen werden kann. Denn die Situation auf der Insel hat sich aus ihrer Sicht komplett geändert: Durch die Brücke ist die Insel zum Durchgangsbereich geworden. „Dort Taschenkontrollen zu fordern, macht keinen Sinn“, sagt etwa der MIR-Vorsitzende, Christof Gerster. Zudem war dieses Jahr eine kleinere Veranstaltung als früher geplant.

Abgespecktes Sicherheitskonzept

Daher haben die Veranstalter unter Federführung von Frank Oster ein abgespecktes Sicherheitskonzept mit sechs Seiten erstellt, das er der Stadt übermittelt hat. Und klar war auch, dass die Organisatoren nur auf Basis dieser abgespeckten Variante, das Festival organisieren. Am 4. Mai wollten die Verantwortlichen im Rathaus darüber beratschlagen.

Zu wenig Helfer

Doch das war dann nicht mehr nötig. Denn am 4. Mai haben die MIR und die RGW die Reißleine gezogen und die Veranstaltung abgesagt, weil zu diesem Zeitpunkt zu wenig Helfer für die Organisation des Festes zur Verfügung standen. Gerster rechnet damit, dass bei 500 bis 900 Besuchern mindestens 20 Helfer benötigt würden. Die MIR könnte fünf stellen, das Jufo hat zu dem Zeitpunkt acht benannt. Für Gerster, der offiziell Veranstalter gewesen wäre, war dies zu heikel. „Wenn ich meinen Kopf hinhalte, will ich es nicht auf den letzten Drücker organisieren“, so Gerster.

Jufo-Macher sind enttäuscht

Klaus Teschner und Robin Blischke – die langjährigen Organisatoren des Jufo Open Airs –zeigen sich enttäuscht über die Absage. Teschner ist davon überzeugt, dass man die Helfer zusammenbekommen hätte. Er habe noch gar nicht intensiv nach Helfern gesucht, weil ja noch gar nicht klar gewesen sei, ob die Veranstaltung überhaupt genehmigt werden wird. Wenn die Stadt frühzeitig entschieden hätte, hätte es stattgefunden, glaubt Teschner. Dann wäre genügend Zeit gewesen, Helfer zu organisieren.

Auch Robin Blischke ist enttäuscht und frustriert, dass das Open Air nun zum dritten Mal in Folge nicht stattfinden kann. „Ich war 18 Jahre lang involviert“, sagt er. Blischke hat in den Jahren bis 2015 die Logistik gestellt, die Bands organisiert, so dass ein kostenloses Open Air mit Niveau in Riedlingen stattfinden kann. „Die Veranstaltung auf der Insel war wichtig für mich“, sagt er. Drei Monate hat er jeweils investiert, hat Geld vorgestreckt, damit die Veranstaltung in der Form über die Bühne gehen kann.

Dass es in den vergangenen Jahren und auch dieses Jahr nicht klappt – dafür sieht er vor allem die Behörden in der Verantwortung durch ein zu rigoroses Sicherheitskonzept. Aus einer Sicht wurden dem Jufo Steine in den Weg gelegt. Die Kosten zur Erfüllung der Sicherheitsauflagen haben sich demnach von 2013 auf 2015 vervierfacht. Auch habe Bürgermeister Marcus Schafft nach dem Open Air 2015 Unterstützung zugesagt, auch finanziell. Doch das sei nicht eingehalten worden.

Optimismus für 2019

Frank Oster bedauert es sehr, dass dieses Jahr keine Veranstaltung auf der Insel stattfindet. „Die Insel war immer Anlaufpunkt für die jüngere Generation“, sagt er. Aber man könne niemandem einen Vorwurf machen, betont Oster: „Die Stadt hat sich reingekniet und auch die MIR sowie die RGW haben alles probiert“, betont er. Er hofft, dass die Insel auch ohne musikalische Umrahmung als Treffpunkt am Flohmarkt genutzt wird.

Im kommenden Jahr soll das Projekt „Open Air auf der Donauinsel“ nochmals angegangen und umgesetzt werden. Und Oster ist optimistisch, dass es klappt. „Es wurde bereits gute Vorarbeit für 2019 geleistet, so dass ich guter Hoffnung bin, dass nächstes Jahr auf der Insel etwas stattfindet“, so Oster.

Ob das Jufo, ob Teschner und Blischke dann dabei sind? Blischkte gibt sich zurückhaltend: Dazu brauche man eine deutliche Zusage der Stadt zu manchen Punkten. Zudem verändere sich nach einer Pause von drei Jahren eine Veranstaltung. Und bisher war es ein Event für das Jufo, dass dieses seine Aktivitäten finanzieren kann. Ob das auch kommendes Jahr noch so ist und das Jufo dann noch existiert? Auch das steht in den Sternen.

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