Ein Neubeginn bei „einem anderen Volk“

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Redaktionsleitung

Die zweite Pfarrstelle in der Seelsorgeeinheit Riedingen ist seit Sonntag wieder besetzt. Im Gottesdienst in der Riedlinger St. Georgskirche ist Pfarrvikar Mayanja Gonzaga offiziell in sein Amt eingesetzt und von Pfarrer Walter Stegmann und den Kirchengemeinden willkommen geheißen worden. In seiner Predigt ging Pfarrvika Mayanja auf Neuanfänge und Überraschungen im Leben ein; auch Gott halte immer wieder Überraschungen bereit. Er betonte zudem: „Gott macht uns neu, wenn wir uns öffnen.“

Die St. Georgskirche in Riedlingen war bei der Einsetzung von Pfarrer Mayanja voll besetzt. Gläubige aus den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Riedlingen waren ebenso gekommen, wie Gemeindemitglieder seiner bisherigen Pfarrei in Bodelshausen sowie Vertreter von Institutionen und Gruppierungen.

In seinen Willkommensworten blickte Pfarrer Stegmann auf die ersten gemeinsamen Gespräche zurück. Sehr schnell seien Schnittmengen deutlich geworden. Und es sei auch deutlich geworden, dass der 42-Jährige Ugander gerne nach Oberschwaben kommen möchte. Nun hieß Stegmann ihn am Sonntag im neuen Amt und in der neuen Region willkommen, als „pastoraler Mitarbeiter und als Mensch“.

Dass dies ein anderer Landstrich sei, darauf wurde Pfarrvikar Mayanja bereits bei seinem Abschied in der bisherigen Gemeinde vor einer Woche hingewiesen. Ein Gemeindemitglied habe ihm gesagt: „Da wo du nun hingehst, das ist ein anderes Volk“, erzählte der Pfarrvikar in seiner Predigt. Und dies hat sich nach einer Woche für den 42-Jährigen bestätigt – im positiven Sinne: Einfach so habe jemand an seine Tür geklopft und als Willkommensgruß Brot geschenkt; auch eine Anzahl an regionalem Bier habe er bereits erhalten; auf Spaziergängen habe er bereits offene Gespräche geführt. „Ja, das ist ein anderes Volk“, bestätigte Mayanjas. „Riedlingen in Oberschwaben ist ein wunderbarer Ort, mit wunderbaren Menschen und einer wunderbaren Landschaft“, das habe er nach wenigen Tagen schon erlebt.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, mit diesem Zitat von Hermann Hesse hatte der Pfarrvikar seine Predigt eingeleitet. Und im Verlauf der Predigt ging er auf den Zauber von Anfängen, von Überraschungen ein. Er warb dafür, nicht zurückzublicken, sondern nach vorne. „Gott möchte, dass wir immer wieder etwas Neues beginnen“, so Mayanja. Es sei ein Gott der Möglichkeiten, nicht der abgeschlossenen Projekte. Auch die Kirche und die Gemeinde seien keine abgeschlossenen Projekte, sondern „Orte der Möglichkeiten“, so der Priester.

Die Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheiten hießen den neuen Pfarrer willkommen. In den Fürbitten baten sie darum, dass er hier schnell heimisch werde, dass ein guter Geist der Ökumene herrsche. Iin einem Grußwort bot der stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Dietmar Bartnik im Namen aller Kirchengemeinden ein gutes Miteinander an. Und er hoffe, dass Mayanja mit der Vielfalt der Menschen hier zurecht komme. Grußworte überbrachte auch Bürgermeister Marcus Schafft für die Stadt. „Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen“, so Schafft. Willkommensworte kamen auch von Pfarrerin Anne Mielitz im Namen der evangelischen Kirchengemeinden. In Oberschwaben lasse es sich gut leben, bestärkte sie den neuen Pfarrer. In Riedlingen gebe es ein gutes ökumenisches Miteinander und sie sei gespannt auf die gemeinsamen Wege. Nach der Kirche bot sich den Gläubigen bei einem Stehempfang die Möglichkeit, den neuen Pfarrvikar kennenzulernen.

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