Ein Fels in der Brandung bildungspolitischer Stürme

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Schulleiter Matthias Kniese (von links) mit den beiden Neu-Ruheständlern Robert Bucher und Dieter Volgnandt.
Schulleiter Matthias Kniese (von links) mit den beiden Neu-Ruheständlern Robert Bucher und Dieter Volgnandt. (Foto: Schule)
Schwäbische Zeitung

„Mit dir geht ein Stück DNA dieser Schule“ – so verabschiedete Matthias Kniese, Schulleiter der Beruflichen Schule Riedlingen, seinen langjährigen Kollegen Robert Bucher. Dessen Personalakte, „ein dickes Ding“ laut Kniese, wies aus, dass er 1979 an der Beruflichen Schule Riedlingen sein Referendariat begonnen hatte und seitdem durchgängig an der Schule tätig war. Eine lange Zeit – diese hat er genutzt, um die BSR maßgeblich mit zu formen.

Schon die erste dienstliche Beurteilung Buchers durch Eugen Heinzelmann, den damaligen Schulleiter der Beruflichen Schule, charakterisiert Robert Buchers Besonderheiten als Mensch und Lehrer trefflich. So beschrieb er dessen Unterricht, als „aufgelockert“ und Bucher selbst als einen Lehrer, der die Schüler für seine „Fächer Wirtschaftsgeographie und Betriebswirtschaftslehre aktiviert und begeistert“ habe.

Seit dem Schuljahr 1997/98 betreute er den Bildungsgang Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), der später in Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf (VAB) umbenannt wurde. Diese anspruchsvolle Aufgabe füllte Bucher bis zu seiner jetzigen Pensionierung aus und blickt damit auf bemerkenswerte 20 Jahre als Schulartverantwortlicher zurück. 1999, im Jahr seines 25-jährigen Dienstjubiläums, wurde er Mitglied der Lehrplankommission für das Berufsvorbereitungsjahr und ab da „wird es zunehmend ruhiger in der Personalakte“, so Kniese. Nur 2014 und November 2017 sind nochmals wichtige Eckdaten in der Laufbahn von Robert Bucher: 2014 durfte er sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern. 2017 stellte er dann seinen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand. Robert Bucher hat die Berufliche Schule Riedlingen geprägt, war mit seiner Ruhe und Gelassenheit oftmals Fels in der Brandung in Zeiten mancher bildungspolitischer Stürme. Jetzt wird er diese Rolle vermehrt in seiner Familie einnehmen – er möchte seine Zeit den Enkeln widmen.

Abwechslungsreicher Lebenslauf

Einen sehr abwechslungsreichen Lebenslauf hat auch Dieter Volgnandt zu bieten, der ebenfalls verabschiedet wurde. Nachdem Volgnandt an der Universität Stuttgart 1979 das Studium des Bauingenieurwesens abgebrochen hatte, entschied er sich für ein Studium der Geschichte und Germanistik. Am Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart gab er lange Jahre Intensivsprachkurse in Deutsch als Fremdsprache und wechselte dann im Jahr 1987 ans Bildungszentrum in Heilbronn, wo er Integrationssprachkurse gab. 1992 ging er als Bundesprogrammlehrer in die Türkei, 1994 dann an die Universität Urbino in Italien, wo er als Lektor arbeitete. Über weitere Stationen kam er im September 2005 als Lehrkraft im Angestelltenverhältnis an die Berufliche Schule Riedlingen, als „nicht mehr ganz taufrischer Quereinsteiger“, wie er sich selbst im Bewerbungsanschreiben betitelte. Nun, nach 13 Jahren an der BSR, geht Dieter Volgnandt zusammen mit seiner Ehefrau wieder zurück nach Italien – diesmal allerdings als Pensionär.

Beide Pensionäre waren, so Matthias Kniese, zwei Pädagogen, „die es geschafft haben, den Spaß an ihrem Beruf bis zum Ende zu behalten“ – dieser Spaß, diese Freude, solle sie nun auch im Ruhestand weiter begleiten. Der Schulleiter der BSR bedankte sich bei beiden mit einem kleinen Tischgrill, der in der hausinternen Metallwerkstatt hergestellt worden war. Auch vom örtlichen Personalrat, vertreten durch Doris Hagel, wurden die beiden Neu-Pensionäre mit vielen dankenden Worten verabschiedet.

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