„Die Roulade beim Schach“

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Konzerntiert beim Spiel: Die Teilnehmer an den Schachkursen.
Konzerntiert beim Spiel: Die Teilnehmer an den Schachkursen. (Foto: Kromer)
Schwäbische Zeitung

Im Rahmen des Sommerferienprogrammes haben in der letzten Ferienwoche zwanzig Kinder an fünf zweistündigen Schach-Einführungskursen in Riedlingen und Unlingen teilgenommen. Zwei Gruppen mit insgesamt zwölf Kindern waren an zwei Tagen vier Stunden, eine Gruppe mit acht Kindern zwei Stunden an einem Tag dabei. Veranstaltet wurden die Kurse von den Riedlinger Schachfreunden.

Ihr Jugendleiter Thomas Kromer stellte zunächst das Schachbrett und die Figuren mit ihren unterschiedlichen Gangarten vor. Wie immer bereiten dabei die Springer („ein Feld gerade, eines schräg“ oder auch „wie ein L“) manche Probleme, aber auch die Bauern mit den vielen Ausnahmen – sie können nur vorwärts ziehen, nicht zurück; schlagen anders als sie ziehen, können sich gar in eine Dame verwandeln, wenn sie am gegenüberliegenden Brettrand ankommen und – sie können auch noch „en passant“ – „im Vorübergehen“ – schlagen, wenn ein gegnerischer Bauer mit einem Doppelschritt vom Grundfeld aus neben ihnen zu stehen kommt. Dass sie nur ein Feld vorwärts fahren können – von der Startposition aber auch zwei – ist da schon eine leichtere Übung.

Auch „berührt - geführt“, eine einmal angefasste Figur muss ziehen, ist vielen ein Begriff. Dann – Matt, Patt und die Rochade mit ihren speziellen Regeln, Abzugsschach, Doppelangriffe, Gabeln von Springern und Bauern, aber auch der anderen Figuren – schnell geht die Zeit vorbei. Die schönen, bunten Kunststoffchips des Chipschachs helfen dabei, Felder zu markieren und die Züge der Figuren bei Minispielen einzuüben.

Und spätestens nach einer halben Stunde kommt die Frage: „Dürfen wir richtig spielen?“ Nach so viel trockener Theorie und Einführung sind erst die „richtigen Spiele“ wirklich spannend: Es wird gezogen, Figuren werden geschlagen, mit Feuereifer wird Schach gegeben und oft patt, manchmal auch matt gesetzt. Verlieren gehört irgendwie dazu, Gewinnen fühlt sich aber klar besser an.

Als die Zeit für das Abendessen herannaht vermeldet einer der Jüngsten dann lauthals voll Freude: „Ich mach‘ jetzt die Rollade!“ um nach vollendeter Ausführung zu präzisieren: „Ich mag die Roulade“.

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