Denkmal: Stadt öffnet ihr Schatzkästchen

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Schwäbische Zeitung
Stv. Redaktionsleitung

Große Plakate werden es ab der kommenden Woche verkünden: Die Stadt ist am 10. September Ausrichter der Nacht des offenen Denkmals im Regierungsbezirk Tübingen. Die Veranstaltung in Riedlingen bildet den Auftakt zum Tag des offenen Denkmals, der am 11. September landesweit veranstaltet wird. „Die Anregung dazu kam aus dem Referat für Denkmalpflege im Regierungspräsidium“, so Stadtbaumeister Johann Suck. Dort ist man darauf aufmerksam geworden, wie viel Mühe sich die Stadt gibt, ihre denkmalgeschützten Gebäude zu sanieren und damit für die Nachwelt zu erhalten.

Nacht ist eine Chance

Bürgermeister Hans Petermann und Stadtbaumeister Johann Suck freuen sich darüber, dass Riedlingen ausgewählt wurde. Es sei eine Chance, die historische Altstadt und einzelne Denkmäler einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Viele Gebäude wurden in den vergangenen Jahren saniert und modernisiert. Am 10. September sind die Gebäude von 18 bis 24 Uhr geöffnet. Mit im Boot sind Vereine, beide Kirchen und auch Privatpersonen. Beide Museen haben auf, selbstverständlich auch das Rathaus, der Lichtenstein, die Mohrenscheuer und das Lichtspielhaus. Dort will Jürgen Matzner einen Kinderfilm zeigen. Dann sind die Kinder versorgt, während sich die Eltern auf Geschichtstour durch die historischen Gebäude begeben. Es solle keine hochakademische Veranstaltung werden, so Suck. Ein bisschen Geschichte über die einzelnen Gebäude erfahren die Besucher auf Stelltafeln. Überall sind kompetente Riedlinger vor Ort, die Fragen zu den Häusern beantworten können. Es sind Besichtigungen und Führungen geplant.

„Wir öffnen unser Schatzkästchen“ ist der Slogan für die Nacht. Und der Besucher darf sich in diesem Schatzkästchen umsehen. Im Kapuzinerkloster sind mehrere Veranstaltungen geplant und gegen 22 Uhr werden dort im Refektorium Festansprachen gehalten. Im Zwiefalter Tor stellt die Bürgerwehr ihre schönen Vereinsräume und ihre Arbeit vor. Peter Bucher wird als Nachtwächter verkleidet die Besucher auf dem Marktplatz empfangen und als „Wegweiser“ fungieren. Bürgermeister Hans Petermann wird die Chance nutzen, um bei Politikern dafür zu werben, dass für den Erhalt der Denkmäler auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Denn ohne öffentliche Mittel sind die Denkmäler nicht zu erhalten, so Petermann. Während sich die Natur selbst zu helfen wisse, sei ein abgerissenes altes Haus für alle Zeit verloren.

Bis Mitte August will die Stadt eine Broschüre herausgeben, in der alle geöffneten Gebäude mit ihrer Geschichte dargestellt werden. Bis dahin bekommt Riedlingens Stadtbaumeister vielleicht noch den einen oder anderen Riedlinger dazu, seinen Gewölbekeller zu öffnen.

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