Den richtigen Büchern auf der Spur

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 Genaues Lesen der Aufgabenstellung: Alina, Isabell und Christoph üben sich darin.
Genaues Lesen der Aufgabenstellung: Alina, Isabell und Christoph üben sich darin. (Foto: Eva Winkhart)
Eva Winkhart

Eine Schnitzeljagd der etwas anderen Art hat sich das Büchereiteam der Stadtbücherei Riedlingen ausgedacht: eine Jagd nach Büchern und Informationen daraus. Damit sollten daheimgebliebene Kinder im Sommerferienprogramm die Möglichkeit erhalten, die Bibliothek und ihre Nutzung, ihr großes Angebot und das Auffinden von Büchern spielerisch zu erfahren. „Es geht darum, dass sie die Bücherei richtig kennen lernen – alle Sachgebiete“, sagte Büchereileiterin Marion Kiefer. Sie und ihre Mitarbeiterin Juanita Aue begrüßten dazu 15 Kinder zwischen acht und 14 Jahren.

In Dreiergruppen hatten die beiden Fachfrauen die fünf Buben und zehn Mädchen vorab aufgeteilt, jeder Gruppe eine Farbe zugeordnet. So kleben die jungen Teilnehmer um zehn Uhr bereits ihren Namen mit der farblichen Markierung aufs T-Shirt: Die Gruppen sind gefunden, altersgemischt. Daher können wirklich nur die angemeldeten Kinder dableiben, Nachzügler nicht aufgenommen werden.

Marion Kiefer beginnt mit einem Rundgang durch die Räume im ersten Stockwerk des ehemaligen Kapuzinerklosters, wo in den früheren Mönchszellen die Bücherregale stehen, Lesetische und farbige Stühle zum Blättern einladen. Sie erklärt die Kennzeichnung der verschiedenen Abteilungen – Sachbücher, Romane, Jugendliteratur, Nachschlagewerke – mit Großbuchstaben am äußeren Balken. Auch die Buchstabenfolgen und Ziffern auf den Buchrücken und die alphabetische Ordnung macht sie deutlich. An einem der drei PCs demonstriert sie, wie hier gesucht, ausgewählt, gefunden werden kann, was hinter den Abkürzungen und farbigen Markierung steckt – ehe der erste Papierstreifen mit der entsprechenden Aufgabe jeder Gruppe übergeben wird. Das in den vorgestellten Kürzeln angegebene Buch muss gefunden, das darin eingelegte Puzzleteil – sofern es wirklich das richtige Buch ist! – und der neue Aufgabenstreifen herausgenommen werden.

Die blaue Gruppe eilt gezielt los, braucht dann jedoch die Hilfe von Juanita Aue, weil es doch nicht so einfach ist, die Abteilung und das Werk zu orten. Die lila Gruppe geht anders vor: Sie stürzen an einen der PCs, wissen genau, wie sie vorgehen wollen. Das klappt bereits beim zweiten Versuch; die drei stürmen los, finden den entsprechenden Raum, das Regal, aber nicht das Buch. Unterstützung kommt von Marion Kiefer, die den Hinweis auf das genaue Alphabet gibt. „Ich hab’s!“, ruft Christoph. Das wichtige Puzzleteil liegt im Bildband über das Ulmer Münster; dem Buch entnehmen sie auch nach einigem Blättern durch den umfangreichen Band den Zettel mit der folgenden Aufgabe. Ehe sie ihre neue Aufgabe durchlesen, legen sie Buch und Puzzleteil auf dem Büchereiwagen im Flur ab.

Teamwork ist gefragt

Hier stapeln sich nach und nach die einzelnen Teile. Reges Auf und Ab herrscht. Nach und nach erwerben die Gruppenmitglieder eine Routine und entwickeln passende Strategien: Der eine findet die Stichwörter für den PC, der andere ist gut im Lesen der Arbeitsaufgabe, der dritte akribisch im Durchforsten der Bücher. Dennoch verzweifelt Mateo bei der Suche fast: „Ich dreh gleich durch!“ Marion Kiefer und Juanita Aue stehen bereit für Hilfen, geben Tipps, auch präzisere Hinweise. Nebenbei lernen die Kinder, welches Suchwort im PC zum gewünschten Erfolg führt, dass Aufgabenstellungen genau zu lesen sind.

Zwölf Aufgaben sind zu bearbeiten, zwölf Puzzleteile versucht jede Gruppe am Ende zu Wörtern zu legen. Zusammen ergeben die einzelnen Verbindungen – zu einem langen Satz im Flur vereint – den Titel eines Buches mit Versen und Reimen, aus dem Marion Kiefer ein lustiges Unsinnsgedicht vorliest. Für ein interessantes Spiel reicht die Zeit noch, bei dem die Mitglieder jeder Gruppe sich zu einer gestellten Frage flüsternd beraten und zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen müssen – ehe die Eltern zum Abholen kommen. Da gibt es viel zu zeigen, viel zu erzählen. Selbst einige Büchereiausweise kann Marion Kiefer an neue junge Nutzer ausgeben.

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