Den Erreger diskret auf Distanz halten

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 Handdesinfektion gehört zum Standard in vielen Betrieben.
Handdesinfektion gehört zum Standard in vielen Betrieben. (Foto: Henning Kaiser/dpa)
ksc

Obwohl sich europaweit immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren und die Europäische Union das Ansteckungsrisiko der Krankheit von „mäßig“ auf „hoch“ stuft, bleiben Unternehmen und Behörden in Riedlingen erst einmal abwartend. Zahlreiche Betriebe der Region Riedlingen treffen im Hintergrund Vorbereitungen, um Mitarbeiter und Produktion zu schützen. Allerdings wollen die meisten Firmen darüber keine Auskunft erteilen, welche Maßnahmen sie ergreifen. Dazu gehören sowohl Kessler Energy in Bad Buchau als auch die Martin Baur GmbH in Binzwangen.

Gute Vorbereitung hilft

Andere Unternehmen bleiben noch zögerlich. „Wir können dazu noch nichts sagen und wir wissen derzeit nicht, wie wir uns verhalten sollen“, teilt die Spedition Rieber in Dürmentingen mit. Allerdings operiert der Betrieb derzeit ausschließlich in Deutschland und wird sich vorerst an den Handlungsempfehlungen der staatlichen Behörden orientieren. „Ich denke, es ist wichtig, Ruhe zu bewahren“, erklärt Hubert Deutsch, Geschäftsführer von Feinguss Blank. „Wir leben in einer global vernetzten Welt. Dadurch kann sich der Virus schnell verbreiten. Dennoch ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen und die Lage sachlich einzuschätzen.“ In dem Riedlinger Betrieb hätten Mitarbeiter von Feinguss Blank die Möglichkeit, sich die Hände am Kantineneingang und auf den Sanitäranlagen mit Desinfektionsmittel zu reinigen. Einige Geschäftsreisen seien verschoben worden. Zu größeren Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs sei es aufgrund des Coronavirus’ jedoch bislang nicht gekommen. Man halte an der Teilnahme von drei Messen bis Mitte 2020 fest, auch an der international bedeutsamen Hannover Messe. Sie gilt als eine der wichtigsten Industriemessen weltweit.

Stadt hält vorerst an den Riedlinger Gesundheitstagen 2020 fest

Dem Vernehmen nach werden sich Landrat Heiko Schmid und die Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Landkreises am Dienstag treffen und über Maßnahmen gegen den Coronavirus beraten. Dabei solle lediglich erörtert werden, was Kommunen tun könnten, um einer Ausbreitung des sogenannten SARS-CoV-2-Virus’ entgegenzuwirken, sagte das Landratsamt der SZ am Montag. Bei der Zusammenkunft der Rathauschefs mit dem Landrat werde es möglicherweise auch darum gehen, wie Städte mit Großveranstaltungen umgehen sollen. Bei Redaktionsschluss am Montag hielt die Stadt Riedlingen an der diesjährigen Veranstaltung „Riedlinger Gesundheitstagen“ in der dritten Märzwoche fest. Die Gesundheitstage werden zeitgleich mit dem verkaufsoffenen Sonntag in Riedlingen am 22. März stattfinden. „Eine Entscheidung, ob der verkaufsoffene Sonntag aufgrund des Virus’ abgesagt wird, steht noch aus. Aber wir hoffen, der Tag der Gesundheit und der verkaufsoffene Sonntag werden zustande kommen. Für das Riedlinger Gewerbe waren die Vorbereitungen viel Arbeit. Außerdem haben wir ein super Programm geplant“, sagt Frank Oster, 1. Vorsitzender des Riedlinger Handels- und Gewerbeverbandes. Schade wäre es, wenn nun eine Absage erfolge.

Vier Betten stehen auf der Überwachungsstation im Riedlinger Krankenhaus bereit

Indessen ist auch das Sana-Klinikum in Riedlingen auf Coronavirus-Erkrankte vorbereitet. Das Krankenhaus könne Verdachtsfälle mit entsprechenden Symptomen stationär versorgen. Patienten, bei denen vermutet werde, sie könnten am Coronavirus erkrankt sein, würden konsequent isoliert behandelt, heißt es in einer Mitteilung der Sana-Kliniken Landkreis Biberach. In Antwort auf eine Anfrage dieser Zeitung wird zudem darauf hingewiesen, dass Patienten mit leichten Grippe- oder Erkältungssymptomen in hausärztliche Versorgung übergeben würden. Das Riedlinger Krankenhaus werde solche Fälle nicht stationär behandeln. Dieses Procedere sei mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Biberach abgestimmt.

Im Fall der Fälle könne das Riedlinger Klinikum einige Coronavirus-infizierte Menschen im einstelligen Bereich aufnehmen und medizinisch versorgen. Vier Betten stünden in einer Überwachungstation bereit. Weitere Isolationsplätze biete das Biberacher Sana-Krankenhaus. Tests auf den Coronavirus erfolgten im Riedlinger Krankenhaus gemeinsam mit einem externen Labor in Ravensburg. Weiter teilte das Sana-Klinikum mit, im Falle von schweren Krankheitsverläufen würden Coronavirus-Patienten gegebenenfalls auf dafür ausgelegte Intensivstationen in Ulmer oder Biberacher Krankenhäuser verlegt.

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