Damit Inkontinenz kein Tabuthema bleibt

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Schwäbische Zeitung

„Inkontinenz und Blasenschwäche verstehen und behandeln“ ist ein Vortrag überschrieben, der am Mittwoch, 9. Oktober, in der Sana-Klinik Riedlingen stattfindet. Beginn ist um 18 Uhr im Saal des Untergeschosses im Wohnheim.

Im Rahmen des Sana-Gesundheitsforums im Oktober informieren Dr. Jörg Bernhardt, Chefarzt der Klinik für Urologie, Dr. Steffen Fritz, Chefarzt der Frauenklinik mit Brustzentrum, und Panagiotis Paporis, Leitender Oberarzt der Frauenklinik, rund um Inkontinenz und Blasenschwäche. Dabei wollen sie verschiedene Aspekte, Formen und Ausprägungen der Erkrankung betrachten sowie ganzheitlich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vorstellen.

Denn die Auslöser für Inkontinenz sind vielfältig: „Eine vorangegangene Operation oder Bestrahlung, Erkrankungen der Harnblase oder der Prostata, eine hormonelle Störung oder auch eine Belastung infolge einer Geburt oder schwerer körperlichen Arbeit können zum Beispiel eine Blasenschwäche verursachen“, so Dr. Bernhardt. Mit mehr als neun Millionen Erkrankten ist Inkontinenz dabei ein Thema, das einen großen Teil der deutschen Bevölkerung unmittelbar betrifft. So gehört die Harninkontinenz heute zu den verbreitetsten chronischen Krankheiten der Frau. In Zahlen bedeutet dies, dass rund zehn Prozent der jüngeren Frauen zwischen 20 und 30 Jahren betroffen sind; im Alter zwischen 40 und 50 Jahren sind es etwa 25 Prozent. Am häufigsten unter Inkontinenz leiden Frauen ab 80 Jahren – hier sind es zirka 40 Prozent. Bei Männern tritt die Harninkontinenz vergleichsweise seltener auf, betrifft aber dennoch rund elf Prozent der deutschen Männer.

Darüber gesprochen wird allerdings kaum, nicht selten wird die Krankheit verschwiegen. „Dabei sind Betroffene häufig in ihrer Lebensqualität eingeschränkt“, sagt Dr. Fritz. „Wir wollen hier auch Aufklärungsarbeit betreiben und dazu beitragen, dass Inkontinenz kein Tabuthema bleibt.“ Denn Inkontinenz lässt sich häufig sehr gut behandeln, wenn Betroffene sich an einen spezialisierten Arzt wenden. „Für die erfolgreiche Therapie ist eine exakte Diagnose Voraussetzung“, ergänzt Paporis. „Wir möchten aufzeigen, was einen beim Gang zum Arzt erwartet und hoffen, so auch mögliche Ängste bei den Betroffenen abzubauen.“ Sowohl die Klinik für Urologie als auch die Frauenklinik des Biberacher Sana-Klinikums verfügen dafür über eine zertifizierte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

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