Brennpunkte in der Stadt: So erleben Anwohner die Zerstörungswut

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Drei Autospiegel wurden in der Nacht von Donnerstag an Fahrzeugen in der Straße bei der Turn- und Schwimmhalle in Riedlingen ab
Drei Autospiegel wurden in der Nacht von Donnerstag an Fahrzeugen in der Straße bei der Turn- und Schwimmhalle in Riedlingen abgerissen. (Foto: privat)
Stv. Redaktionsleitung

In der Johannes-Wagner-Straße in Riedlingen ist es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zu Sachbeschädigungen gekommen. An mehreren Autos sind die Außenspiegel beschädigt worden. Einer der Betroffenen ist Dimitri Dieterle, der sagt, dass Beschädigungen an Fahrzeugen in der Straße nicht zum ersten Mal vorkamen. Einen Zusammenhang zu den Jugendlichen, die sich bei der Joseph-Christian-Gemeinschaftsschule treffen, kann die Polizei nicht bestätigen.

Ruhestörungen, Müll und Sachbeschädigungen halten die Polizei auf Trapp. Donnerstagnacht wurden in der Johannes-Wagner-Straße und der Kirchstraße, in der Nähe der Riedlinger Turn- und Schwimmhalle, Autos beschädigt. Die Nachbarn hätten nachts Krach und Schläge auf Fahrzeuge gehört, erzählt der Anwohner der Straße. Am anderen Tag sah Dimitri Dieterle dann die Bescherung der nächtlichen Ruhestörung. An seinem eigenen Auto und zwei weiteren waren die Spiegel abgerissen. An drei weiteren Fahrzeugen seien die Außenspiegel stark verdreht gewesen. Die Beschädigungen der Außenspiegel bestätigt auch Wolfgang Jürgens, Pressesprecher der Polizeidirektion Ulm. „Das war nicht das erste Mal“, sagt der Vater von drei Kindern. Er weiß von Anwohnern, die bereits mehrmals ihre Außenspiegel reparieren lassen mussten.

Polizei kontrolliert Jugendliche

Dieterle bringt die Sachbeschädigungen mit dem Treff Jugendlicher bei der Joseph-Christian-Schule in Verbindung. Mittlerweile habe er das Gefühl, dass es sich am Hinterhof der Gemeinschaftsschule ein neuer Brennpunkt entwickle. Vor allem jetzt, während der Ferienzeit. Dass die Jugendlichen mit dem Vorfall zu tun haben, kann von Polizeiseite nicht bestätigt werden. Die Riedlinger Kollegen kontrollierten verschiedene Treffpunkte regelmäßig, so Jürgens. Dazu gehöre der Treff bei der Gemeinschaftsschule, außerdem zwei weitere Schulen, der Bahnhof, eine Tankstelle und der Tourist Energy Point. Dort überall werde regelmäßig kontrolliert, da bekannt sei, dass sich dort Jugendliche aufhalten.

„Wir verhindern damit nicht, dass sie wiederkommen.“

Am Wochenende kontrollierten die Beamten in den Abend- und Nachtstunden mehrere Jugendgruppen und mussten die Jugendlichen zum Teil nach Hause schicken. Ein 18-Jähriger war so betrunken, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte und vom Vater abgeholt werden musste. Bei einem 15-Jährigen, der unerlaubterweise Bier dabei hatte, musste die Mutter verständigt werden. „Wir sind unterwegs und schauen, dass die Leute heimgehen“, sagt Jürgens. Allerdings sei es nicht die Aufgabe der Polizei, das Nacht für Nacht zu tun. „Wir verhindern damit nicht, dass sie wiederkommen.“

Um dem entgegen zu wirken und entsprechende Maßnahmen auf den Weg zu bringen, ist die Polizei seit einiger Zeit im Gespräch mit den Schulen und der Stadtverwaltung. Notfalls müsse das Gelände eingezäunt werden. Allerdings gibt Jürgens auch zu bedenken, dass sich die jungen Leute irgendwo treffen müssten. Dieses Problem zu lösen, sei nicht Aufgabe der Polizei. Das müssten andere tun, so der Polizeisprecher.

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