Brücke wird deutlich teurer

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 Die Holzbrücke soll 2020 durch eine Stahlbrücke ersetzt werden.
Die Holzbrücke soll 2020 durch eine Stahlbrücke ersetzt werden. (Foto: Stadt/sbp)
Waltraud Wolf

Mit schönen Fotos der „Brückenfamilie“, die in jüngster Zeit von dem Büro Schlaich, Bergermann & Partnern in Riedlingen gebaut wurden, stieg Sven Plieninger in der jüngsten Riedlinger Gemeinderatssitzung in den Tagesordnungspunkt „Neubau der Holzbrücke – aktueller Stand“ ein.

Er stellte nochmals die im Juni vergangenen Jahres beschlossene zweispurige Variante einer filigranen Stahlkonstruktion „mit elegantem Schwung“ vor und hatte einen Wermutstropfen für die Gemeinderäte parat. Die damals veranschlagten 1,5 Millionen Euro für das Brückenbauwerk seien nicht zu halten, schon der Tiefbau sei viel teurer geworden. Plieninger rechnet jetzt allein für die Brücke inklusive Unterbau mit 1,49 Millionen. Für eine Stahlbrücke spräche die Geschwindigkeit der Herstellung, betonte er. Es sei ein „cleveres“ Bauverfahren von handwerklicher Qualität, Details müssten sorgfältig ausgearbeitet werden. Zum vorgesehenen Holz in der Lamellenstruktur und der Bedenken einzelner Räte, es könne wartungsintensiv sein, meinte er, verwendet werden solle Lärchenholz. Es habe keine tragende Funktion. Auch zum Lichtprojekt an der Brücke gab es kritische Anmerkungen. So fürchtet Stadtrat Roland Uhl, dass die dort vorhandenen Fledermäuse sich gestört fühlten. Es gehe hier nicht um ein Lichtspektakel, sondern um eine leichte Untermalung, die die Wirkung der Brücke unterstreiche, vermerkte dazu Plieninger. Wenn nicht gewünscht oder bei Bedenken des Naturschutzes, könne man sie weglassen. Stadtbaumeister Wolfgang Weiss schlug vor, den Entwurf wie vorgeschlagen ausarbeiten zu lassen und die Kosten für Holz und Licht extra auszuweisen, was so auch akzeptiert wurde.

Bei einer anderen Linienführung des Fahrbahnanschlusses, wie angeregt, müsse man neu in das Planfeststellungsverfahren, informierte Peter Faigle von der Gewässerdirektion und dann sei die Verwirklichung nicht wie vorgesehen 2020/21 möglich.

Nachdem im Zuge des Hochwasserschutzes ursprünglich ein einspuriger Ersatz der Holzbrücke geplant war, musste nach der Entscheidung zur zweispurigen eine Nachtragsvereinbarung mit dem Land geschlossen werden, die jetzt vorliegt. Nach wie vor übernimmt es 70 Prozent der Kosten am Hochwasserschutz und der Fahrbahnanpassung. Am Neubau der Brücke selber beteiligt es sich mit einem Pauschalbetrag, der sich an der ursprünglichen planfestgestellten Brückenlösung orientiert, allerdings werden dafür die aktuellen Baupreise zugrunde gelegt. Zudem ist jetzt die Stadt Maßnahmenträger für die Brücke und damit verantwortlich für die Ingenieurverträge. Der Gemeinderat entschied sich außer für das Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann & Partner für die Objekt- und Tragwerksplanung für das Büro Kovacic aus Sigmaringen für die Baudurchführung und örtliche Bauleitung. Bereits bei der Kanalbrücke habe man mit dieser Zusammenarbeit gute Erfahrungen gemacht.

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