Blasmusik auf höchstem Niveau

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 Mit einem vielseitigen Konzert hat die Musikkapelle Daugendorf begeistert.
Mit einem vielseitigen Konzert hat die Musikkapelle Daugendorf begeistert. (Foto: Jonas Grathwohl)
Jonas Grathwohl

Der Musikverein hat beim Frühjahrskonzert in der Daugendorfer Gemeindehalle den Zuhörern ein makelloses, perfektes und vielschichtiges Konzert höchster blasmusikalsicher Qualität geboten. Neben frühlingshaften Melodien waren auch dicht gewobene Beispiele traditioneller Blasmusik zu hören, die die etwa 250 Zuhörer in der Gemeindehalle begeisterte.

Passend zu den prägnanten, präzisen Melodien der einzelnen Register der Jugendkapelle sowie der Gesamtkapelle hat der Musikverein Daugendorf und das Kooperationsjugendorchester „Die Dapper“ mit vielseitigen Musikstücken versucht, den Frühling trotz niedriger Temperaturen einzuläuten. Die beiden Kapellen zeigten kraftvoll, überzeugend und fesselnd in Melodie und Sound ihr Können.

Gleich zu Beginn verzückten die etwa 35 Jungmusikanten unter der Leitung von Michael Reiter mit abwechslungsreichen und vielseitigen Musikstücken. Die Jugendlichen hatten sich beim diesjährigen Frühjahreskonzert unterschiedlichen Musikstücken der Filmszene verschrieben. In Klaus Badelts „Pirates of the Caribbean“ nach einem Arrangement von Michael Sweeney konzertierten in einem ansprechenden Wechsel die Blechbläser und das Schlagwerk in einem sich einfügenden Kontrast zu einem musikalischen Höhepunkt.

Die Zuschauer wurden durch den Wechsel kurzum in die Karibik versetzt und erlebten ein Abenteuer von Jack Sparrow, welcher im Disney Film von Johnny Depp gespielt wird und mit seinem Segelschiff „Black Pearl“ durch die Meere der Karibik segelt. Im Kontrast dazu entwickelte sich das Arrangement von Johnnie Vinson „Music form Frozen“. Die Jugendkapelle entführte dabei in die Disney Welt der Eiskönigin, wobei vor allem die hüpfenden Übergänge des Schlagwerks herausstachen. „My Heart will go on“ nach James Horner kennen die meisten Zuhörer von Céline Dion und dem Kinohit Titanic. Hymnenhaft, langsam und schwebend wurden die Zuhörer in die Liebesgeschichte von Jack und Rose auf der Titanic entführt. Das abwechslungsreiche und kraftvolle Musikstück „Star Wars: The Force Awakens“ nach John Williams erzählt den Kampf von Luke Skywalker gegen das Imperium sowie gegen Darth Vader. Nicht ohne eine Zugabe mit einem Stück der britischen Rockband Queen ließen die Zuschauer die Jugendkapelle von der Bühne.

Grandioses Hörerlebnis

Der Musikverein bescherte dem Publikum mit seiner Auswahl an Musikstücken ein unvergessenes Hörerlebnis. Gekonnt führte der neue Dirigent des Musikvereins Daugendorf, Wolfgang Triebs aus Trochtelfingen /Mägerkingen, seine 44 Musikerinnen und Musiker durch „Venezia“ von Gaetano Fabiani bei dem es einen fließenden Wechsel der Schlaginstrumente zur Gesamtkapelle gab, durch freudige, freche und spritzende Schritte der anderen Register immer vorwärts drängend zu einem wohlklingenden gesamten Klangkörper. Der Konzertmarsch unterstreicht die traditionelle Verbundenheit einer reichen italienischen Familie zu ihrer Heimat. Michael Kamen hat das Musikstück „Robin Hood – Prince of Thieves“ geschrieben. Das schwere und kraftvolle Musikstück erzählt von der Legende des Robin Hood, der in den Kampf gegen den Sheriff von Nottingham zieht. Er nimmt sich Geld von reichen, adligen Leuten und gibt dieses der armen Bevölkerung. Fanfaren blasen zu einem Kampf in einem dunklen Wald, eine Schlacht mit findet statt, Leben werden geopfert und am Ende rettet der Held seine Marian und heiratet diese.

Markus Gätz hat das Stück „Silva Nigra – Szenen aus dem Schwarzwald“ geschrieben. Schlichtheit, Aussicht, Ruhe, Glücksgefühle und ein Bergwind sind die prägenden Komponenten welche durch das brausende Schlagwerg und den ruhigen, sanften aber auch wütenden und gefährlichen Klarinetten und Querflöten dargestellt wurden. Choralhaft singend oder schnipsend, der Musikverein Daugendorf brachte anschaulich und passend eine Bergwanderung, ein Gipfelbesuch, ein Kloster und ein Dorffest im Schwarzwald dar. Das Werk endet in einem mächtigen Orchesterabschluss.

Das Musikstück „Castrum Alemorum“ von Jacob de Haan sticht vor allem durch das Spiel der Pauken mit dem restlichen Orchester hervor. Die Zuhörer wurden in eine Burgfestung nach Frankreich versetzt, welche die Jahrhunderte überlebt hat. Diese Festung wurde mit modernen Klängen, an die Renaissance angelehnt, aber auch mit rhythmischen Klängen beschrieben. Im Arrangement von Michael Brown „Highlights aus dem Soundtrack zu Guardians of the Galaxy“ geht es um einen Hollywood-Film. Hüpfende Instrumente und parallel verlaufende Melodien sind vor allem eine melodiöse Herausforderung für die einzelnen Register der Musikkapelle. Für die Daugendorfer Musiker war dies bestimmt ein anspruchsvolles Werk, in dem sie ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellten. Dieses Musikstück bildete auch zugleich den Abschluss eines perfekten und makellosen Frühjahrskonzerts.

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