Beschwingte Klänge in lauer Sommernacht

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Dirigentin Rebecca Rohusch gestaltetet mit dem Musikverein Neufra eine sommerliche Serenade in den „Hängenden Gärten“.
Dirigentin Rebecca Rohusch gestaltetet mit dem Musikverein Neufra eine sommerliche Serenade in den „Hängenden Gärten“. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Gut besucht war die diesjährige Serenade des Musikvereins Neufra in den „Hängenden Gärten“ der Familie Johannsen hoch über der Donau. Angenehme Melodienfolgen aus verschiedenen Sparten der Blasmusik passten zu einem wundervoll lauen Sommerabend, bei dem Empfindungen und Klänge gleichermaßen übers Land schweben konnten.

Der Vorsitzende des Musikvereins, Karl-Heinz Guter, begrüßte vor der traumhaften Kulisse im Hängegarten viele Zuhörer, unter ihnen Ortsvorsteher Hermann Hennes. Er dankte zugleich Familie Johannsen, dei auch in diesem Jahr die beliebten Sommerserenade ermöglicht haben.

Mit zwei Beispielen des diesjährigen Wertungsspiels in Ertingen begann die Kapelle das sommerliche Musikvergnügen. „Mit diesen beiden Stücken, die wir mit großem Erfolg in der konzertanten Oberstufe vorgestellt haben, wollten wir dieses herausragende Ereignis auch im Rahmen der Serenade noch einmal nachklingen lassen“ betonte Guter. Martin Scharnagels „Mountain Wind –Der Bergwind“ beeindruckte in der Interpretation durch Neufras Musiker durch transparente gut durchstrukturierte Klangfolgen, in die weiche Passagen als Soli der Holzbläser eingebettet waren. Die emotionale Art der Musik und ihrer Wiedergabe berührte die Zuhörer.

Dies gilt auch für „Dawn of a new Day“ von James Swearingen als weiterer Kostprobe des Wertungsspiels. Geheimnisvoll, romantisch und mit viel musikantischem Gespür wird das Aufgehen der Sonne ins Szene gesetzt. Ein dezentes Trompetensolo weist der Sonne den Weg. Weitere Register folgen im Wechsel zwischen transparenten und rhythmisch betonten Phasen und gelten damit für den Leitgedanken „Licht für den Tag“. Impulsreich und mit sicherer Hand führte Rebecca Rohusch ihre 60 Musiker durch die emotional unterschiedlichen Phasen des beginnenden Tages.

„J´aime la vie – ich lebe das Leben“ geht eigentlich auf ein französisches Chanson zurück, das 1896 Belgien durch Sandra Kim den Sieg beim Eurovision Song Contest den Sieg einbrachte. In der Wiedergabe durch Neufras Musiker überwog nun die Heiterkeit einer sommerlichen Serenade.

Mit Josef Poncars „Chodounska Polka“, einem beliebten Werk des erfolgreichen tschechischen Komponisten, kamen die Freunde der böhmisch-mährischen Blasmusik auf ihre Kosten. Dazu passte die südböhmische Polka von Ladislav Kubes. Trotz angezogenem Tempo und leicht verstärktem Rhythmus überwog der melodiös angenehme Grundcharakter.

„Der Landkreis Biberach, das Herz Oberschwabens, liegt mitten im Himmelreich des Barock“ stellte Ingo Hinz in seiner heiteren Moderation fest. In diese „lebens- und liebenswerte Landschaft“ gehören das Jahr 1983 und der Name Siegfried Rundel samt dem Heimatlied von Ernst Margenburg als Biberacher Kreismarsch. Zu den beiden ersten Versen des Kreisliedes durfte nach Herzenslust mitgesungen werden.

Albert Frey, katholischer Liedermacher, prägt seit dem Anfang der 1990er-Jahre die deutsche christliche Musikszene. Sein „Jesus, berühre mich“ vereint in sich stimmig melodische und rhythmische Elemente. Die Verlagerung der Melodie bei einzelnen Strophen in tiefere Instrumente verleiht der Wiedergabe ihre besonderen Aussagekraft.

Premiere für die kleine Besetzung

Zwischendurch stellte sich als Premiere die kleine Besetzung des Musikvereins Neufra vor. Michael Emhart hat zwei Trompeten, zwei Flügelhörner, drei Tenorhörner und drei Posaunen zu einem klangfein musizierenden Ensemble um sich geschart. Sauber durchstrukturiert erspielte sich die Gruppe viel Beifall bei den Beatles-Songs „Let it be“ und „Yesterday“ wie auch mit dem beliebten „kleinen grünen Kaktus“ der Comedian Harmonists. Die „Slavonicka-Polka – ein neuer Tag“ von Vladimir Fuka zeigte als musikalische Erweiterung, dass sich das neue Ensemble bereits in vielen Sparten gepflegter Blasmusik zuhause fühlt und dies gern bei den verschiedensten Anlässen unter Beweis stellen möchte.

Die Zugabe der gern gehörten Polka „Von Freund zu Freund“ der Gesamtkapelle rundete die sommerlich-heitere Serenade ab.

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