Ausschreibung bringt Mehrkosten von 27 Prozent

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Redaktionsleitung

Die Fuß- und Radwegbrücke im Bereich der Kläranlage in der Eichenau kommt. Der Gemeinderat hat die Arbeiten an die Firma Grüner und Mühlschlegel in Biberach für rund 994 000 Euro vergeben. Die Kosten liegen damit rund 27 Prozent über den Schätzungen im November. Das rief im Gemeinderat Kritik hervor.

Diese Brücke führt im nördlichen Teil der Eichenau über die Bahngleise. Sie ist für Fußgänger und Radfahrer offen, dient aber auch als Notzufahrt für die Kläranlage. Diese Brücke, deren Zufahrt von der Hofstraße abgeht, ist die letzte Maßnahme, um den Bahnübergang in der Eichenau zu schließen. Dies soll im Jahr 2020 erfolgen.

Dass die Maßnahme umgesetzt werden soll, war im Gemeinderat unstrittig. Aber angesichts des deutlich höheren Ausschreibungsergebnisses, plädierte Gemeinderat Manfred Schlegel dafür, die Ausschreibung aufzuheben. Denn die aktualisierte Kostenschätzung des Ingenieurbüros Funk vom November 2018 ging von 781 000 Euro ohne Ingenieurleistungen aus. Das Ergebnis der Ausschreibung liegt nun bei 994 000 Euro – Mehrkosten von rund 213 000 Euro. Es hatte auch nur ein Bieter abgegeben.

Tiefbauamtsleiter Peter Dorn erklärte sich dies mit den Entwicklungen am Markt. „Solche Preissprünge waren mir bislang nicht bekannt“, sagte Dorn, mit Blick auf seine lange Berufstätigkeit. Neben den Aufschlägen für Personal hätten auch die Stahlpreise und die Kosten für Transportbeton angezogen. Man sei in Kontakt mit anderen Planern, bei Brücken sei es die gleiche Tendenz, betonte Stadtbaumeister Wolfgang Weiß. Das sei insbesondere bei Brückenbauwerken aller Art erkennbar.

„Ich kann mich mit der Situation nicht abfinden“, sagte Gemeinderat Hans-Peter Selg. Die Kostenschätzung stamme vom November, das sei noch nicht lange her. „Entweder die Kostenschätzung war nichts oder das Angebot ist deutlich überhöht“, so Selg. Dann dürfe man dieses nicht annehmen. „Die Baupreise steigen, aber nicht in dem Maße.“ Auch Manfred Schlegel votierte dafür, diese Ausschreibung aufzuheben und zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Die Konjunktur kühle sich aus seiner Sicht etwas ab. Er erhofft sich zu einem späteren Zeitpunkt bessere Angebote.

Andere Räte erinnerten daran, dass dies in anderen Fällen den gegenteiligen Effekt hatte: Dass die Angebote noch teurer geworden sind. Und Dorn verwies darauf, dass auch die Ausschreibung Kosten verursache.

Letztlich stimmte eine deutliche Mehrheit von 19 Ja-Stimmen für die Vergabe an die Biberacher Firma. Damit soll die Brücke dieses Jahr gebaut werden und der Bahnübergang in der Eichenau würde 2020 geschlossen.

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