Ausbau des schnellen Internets wird forciert

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Der Breitbandausbau in der Region wird forciert.
Der Breitbandausbau in der Region wird forciert. (Foto: Archivoto: dpa/Deck)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Der Ausbau der Breitbandversorgung in Riedlingen soll voranschreiten. Und das auf zwei Arten: Der Landkreis plant die Verlegung eines sogenannten „Backbone-Netzes“, einer kreisweite Datenautobahn mit Glasfaserkabeln. Die soll in den nächsten Jahren realisiert werden. Gleichzeitig ist die Telekom gerade dabei, ihr Breitbandnetz in Riedlingen zu ertüchtigen. Bis zu 100 Megabit/Sekunde sollen bereits im ersten Schritt dank der Vectoring-Technik möglich sein, heißt es von der Telekom. Doch der Abschluss der Arbeiten verzögert sich.

Vor rund einem Jahr haben die Ausbauarbeiten der Telekom im Stadtgebiet Riedlingen begonnen. Ende 2017 hätte der Ausbau abgeschlossen sein sollen. Hätten. Denn noch immer sind die Arbeiten nicht beendet. „Wir haben leider Verzögerungen durch Engpässe bei einem Zulieferer, der uns die Gehäuse für die Straßenverteiler liefert, aufstellt und mit Technik ausstattet. 20 dieser neuen Straßenverteiler funktionieren bereits, 16 fehlen noch“, heißt es dazu von Telekom-Pressesprecher Hubertus Kischkewitz. Wann die fehlenden Verteiler an die Telekom übergeben werden können, könne man derzeit nicht sagen. „Wir stehen nahezu täglich im Kontakt mit dem Zulieferer und fordern die zugesagte Leistung ab“, so Kischkewitz. Auf ein genaues Datum der Fertigstellung will sich die Telekom deshalb nicht festlegen lassen.

Doch weil das schnelle Netz den Kunden schrittweise zur Verfügung gestellt wird, sobald es vorhanden ist, sind manche Stadtgebiete bereits jetzt mit hohen Datenraten versorgt. Diese werden über das sogenannte Vectoring-Verfahren erreicht. Bis zu den Verteilerkästen werden Glasfaserkabel genutzt und die letzte Strecke bis zu den Hausanschlüssen läuft über Kupferkabel. Mit der Folge, dass sich die Bandbreite je nach Entfernung bis zum Hausanschluss reduziert. Wer 400 Meter vom Verteilerkasten entfernt wohnt, kann noch die vollen 100 Mbit/s beim Download genießen, bei 800 Metern sind es noch 60 Mbit/s und bei einem Kilometer etwa 40 Mbit/s. Im Stadtgebiet seien allerdings im Schnitt die Häuser rund 300 Metern vom Verteilungskasten weg, so dass dort eine Rate von 100 Mbit/s realistisch ist, so die Telekom.

Kreis treibt Breitband voran

Parallel dazu treibt der Landkreis den Bau einer kreisweiten Datenautobahn voran. Dieses hochleistungsfähige Glasfasernetz soll eine flächendeckende Grundversorgung mit schnellem Internet im Landkreis sicherstellen, zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Kreis beitragen und auch gewährleisten, dass der Landkreis zukunfts- und wettbewerbsfähig bleibt. Dies betonte der Verwaltungsdezernent des Landkreises, Manfred Storrer, gegenüber dem Riedlinger Gemeinderat. Dieses Netz schaffe Ausfallsicherheit durch Ring- und Maschenstrukturen, so Storrer. Und vor allem: Das Netz bleibe in kommunalem Eigentum. Die Kommunen können mit Erlösen aus Nutzungsentgelten von den Netzbetreiber rechnen.

Rund 684 Kilometer an Breitbandnetz sind im Kreis notwendig, 213 Kilometer müssen neu gebaut werden. Die Kosten für den Landkreis liegen bei rund 30 Millionen Euro. Die Kommunen müssen sich an der Mitverlegung der innerörtlichen „Backbone-Trassen“ beteiligen. Für Riedlingen sind dafür Kosten in Höhe von 250 000 Euro zu erwarten. An zwei Übergabepunkten kann das innerörtliche Netz angeschlossen werden.

Dabei muss die Kommune grundsätzlich zusagen, ihr innnerörtliches Netz auszubauen, was Riedlingen getan hat. Allerdings wären beim kompletten Ausbau des Glasfasernetzes bis zu jeder Haustür (FTTB) Investitionen in der Stadt von 32 Millionen Euro fällig. Daher ist dies eine Langfristperspektive.

Vectoring contra FFTB

Mit dem Glasfaser bis ins Haus können Datenraten im Gigabit-Bereich ermöglicht werden. Die Telekom setzt in Riedlingen dagegen noch auf die Vectoring-Technik. Doch auch damit können im zweiten Ausbauschritt bis zu 500 Mbit/s erreicht werden. Telekom-Strategie sei es, die Glasfaser-Leitungen Schritt für Schritt bis ins Haus zu bringen. Auch in Abhängigkeit vom Bedarf, so Kischkewitz. Die Telekom habe bereits 450 000 Kilometer an Glasfaserleitungen und dieses Jahr sollen 60 000 Kilometer weitere dazu kommen. Doch auch dort, wo die hohen Datenraten zur Verfügung stehen, werden „uns die Anschlüsse nicht aus den Händen gerissen“, so Kischkewitz.

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