Ansprechpartner und mehr: Markus Wolf leitet das Riedlinger Jugendhaus Trap

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Markus Wolf, Leiter des Jugendhauses Trap.
Markus Wolf, Leiter des Jugendhauses Trap. (Foto: Bruno Jungwirth)
Redaktionsleitung

Öffnungszeiten des Jugendhauses Trap: Dienstag/Donnerstag und Freitag 17 bis 21 Uhr; Samstag 16 bis 20 Uhr. Kidstreff: Freitag von 14.30 bis 17 Uhr.

Seit fast einem Jahr leitet Markus Wolf die offene Jugendarbeit in Riedlingen und damit auch das Jugendhaus „Trap“. Sein beruflicher Alltag spielt sich zwischen Einzelgesprächen, Angeboten im Jugendhaus und der Netzwerkarbeit ab. Und am Wochenende macht sich Wolf zusammen mit Eugen Husch zur „aufsuchenden Jugendarbeit“ auf. Auch wenn nicht immer alles einfach ist, Markus Wolf ist mit der Situation zufrieden: „Die Jugendlichen, die kommen, sind super“, sagt Wolf über die Besucher. Und über den Job: „Das ist meins.“

Zwischen 20 und 25 Jugendliche besuchen im Schnitt täglich das Jugendhaus Trap der Stadt Riedlingen. An Spitzentagen im Herbst sind es auch mal 40 Leute – die meisten davon männlich, viele mit Migrationshintergrund. Es ist ein offenes Haus; jeder kann kommen und gehen, wie er mag. Und doch versuchen Wolf, der beim Haus Nazareth angestellt ist, über verschiedene Angebote die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ans Haus zu binden und dementsprechend Beziehungen mit den Besuchern aufzubauen.

Das scheint zu gelingen. „Wir haben einen super Draht“, sagt er über die Besucher. Dass er gleich Fuß fassen konnte, hängt auch mit seinem Mitstreiter zusammen. Eugen Husch hat zu der Zeit noch ein freiwilliges Soziales Jahr im Trap in Riedlingen absolviert und hat Markus Wolf Türen geöffnet. Inzwischen ist Husch als Honorarkraft angestellt und begleitet Wolf bei der aufsuchenden Jugendarbeit.

Der 28-jährige Wolf ist von Haus aus staatlich anerkannter Erzieher. Er hat beim Haus Nazareth seine Ausbildung gemacht. Nach der Ausbildung hat er sich neu orientiert und im Kindergarten gearbeitet. Dann der komplette Wechsel: Er jobbte mehrere Monate in einem Pharmaunternehmen, war hernach als Fitnesstrainer tätig. Doch mit dem Haus Nazareth ist er in Kontakt geblieben. Von dort kam das Angebot für die Stelle in Riedlingen. Er hat zugegriffen.

„Manche sehen das Trap als ihr zweites Zuhause“, sagt Wolf. Dementsprechend kommen sie, um hier Freunde zu treffen, abzuhängen, Billard, Kicker oder mit der Playstation zu spielen. Aber im Trap werden auch besondere Projekte angeboten. So gibt es im Erdgeschoss auch einen Raum, in dem Fitnessgeräte stehen. Dazu wird alle zwei Wochen ein Billardtraining angeboten in Zusammenarbeit mit dem PBC Bad Saulgau. Auch ein Boxtraining gibt es regelmäßig im Erdgeschoss, in Kooperation mit Flüchtlingen. Dazu finden regelmäßig Turniere statt – Kicker, Billard, Playstation. Doch am beliebtesten ist etwas anderes: „Schwimmen ist der große Renner“, sagt Wolf. „Schwimmen“ ist ein Kartenspiel. Am Turnier machen bis zu zehn Teilnehmer mit und der Sieger wird zum Monatssieger gekürt, mit einem Bild an der Wand.

Aber Wolf wird auch mal zum Ansprechpartner für die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Manchmal brauchen sie jemanden zum Reden. „Die nehmen mich auch zur Seite“, sagt der Jugendhausleiter. Dann geht es um private Geschichten – um Unterstützung bei einer Bewerbung, um Hilfestellung bei schulischen, familiären oder privaten Themen.

Zudem hat Wolf schon ein paar Projekte lanciert. Bei einem Medienprojekt haben die Jugendlichen „besondere Orte in Riedlingen“ fotografiert und hernach die Bilder im Rathaus ausgestellt. Ganz neu ist ein Projekt, das auf die Zielgruppe der 9 bis 13-Jährigen zugeschnitten ist: Bei dem können sie Roboter programmieren. Diese Altersgruppe spricht Wolf beim Kidstreff am Freitagnachmittag an.

Nicht nur angenehm

Am Freitag und Samstag nach der Schließung des Trap sucht der Erzieher mit Eugen Husch die Jugendlichen an ihren Plätzen auf – an der Realschule, am TEP, den Mißmahl’schen Anlagen, der Donauinsel oder auch am Bahnhof. Ziel ist es, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen und sie auch für Themen wie Vermüllung, Ruhestörung oder Alkoholkonsum zu sensibilisieren, wie auch Referatsleiter Klaus Kappeler vom Haus Nazareth betont. Gerade das Thema Vandalismus ist derzeit in aller Munde – dementsprechend wird es von Wolf auch im Jugendhaus immer wieder angesprochen. Doch des nachts auf eine ganze Gruppe von Jugendlichen zuzugehen, ist nicht immer angenehm – auch wenn Wolf mit seiner stattlichen Größe durchaus Respekt einflößend ist.

Markus Wolf ist im Jugendhaus ein „Einzelkämpfer“. Doch als Mitarbeiter des Hauses Nazareth steht er nicht allein: „Ich habe den Rückhalt vom Haus Nazareth, kann dort immer anrufen“, sagt er. Aber auch im Trap fühlt er sich nicht als Einzelkämpfer, obwohl er einziger Hauptamtlicher ist. Dort hat sich ein Kreis von Jugendlichen gefunden, die sich verantwortlich fühlen, die Thekendienst mitmachen oder mal ein Projekt mittragen. So wie beim Flohmarkt, als das Trap einen Stand hatte. Von morgens um 6 bis abends haben sie gearbeitet. Vorher heimgehen wollten sie nicht: „Wir ziehen das mit durch“, war deren Ansage.

Öffnungszeiten des Jugendhauses Trap: Dienstag/Donnerstag und Freitag 17 bis 21 Uhr; Samstag 16 bis 20 Uhr. Kidstreff: Freitag von 14.30 bis 17 Uhr.

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