Die vier Sieger beim „MINT von morgen Schulpreis 2015“ (von links): Sebastian Stoll (Geschwister-Scholl-Realschule, Riedlingen)
Die vier Sieger beim „MINT von morgen Schulpreis 2015“ (von links): Sebastian Stoll (Geschwister-Scholl-Realschule, Riedlingen) (Foto: Joachim Herz Stiftung, Andreas Klingberg)
Schwäbische Zeitung
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Für das Konzept des „flipped classrooms“ hat Sebastian Stoll von der Realschule Riedlingen gemeinsam mit Sebastian Schmidt (Neu-Ulm Pfuhl), Felix Fähnrich und Carsten Thein (jeweils Durmersheim) den „Mint von morgen-Preis für digitale Medien im Unterricht“ von der Joachim Herz Stiftung erhalten. Der 1. Preis wurde ihnen in Hamburg verliehen.

Das innovative „Flipped Classroom“-Konzept stelle den Unterricht auf den Kopf, so Stoll: Zu Hause bereiten sich die Schüler mit einem von den Lehrern selbst erstellten Erklärvideo auf den Unterricht vor. Im Unterricht könne man sich dann vertiefter mit der Thematik befassen und individueller arbeiten. Dafür gibt es als Hausaufgabe immer ein Video und im Unterricht haben die Schüler dann mehr Möglichkeiten Fragen zu stellen.

Dies komme den Schülern entgegen, die mit den traditionellen Hausaufgaben immer häufiger überfordert seien, entspanne aber auch den Unterricht, da der Lehrer nicht mehr zentral allen Schülern gleichzeitig etwas erklären müsse, sagt Stoll.

Stoll und seine Kollegen arbeiten schon über einen längeren Zeitraum mit diesem Konzept. „Wir setzen in unserem Unterricht das Konzept ein. Wir gehören damit zu den ersten in Deutschland, die dies über einen längeren Zeitraum (bis zu drei Jahre) durchgeführt haben“, sagt der Lehrer.

Um andere an den Erfahrungen teilhaben zu lassen, haben die vier das Netzwerk „www.umgedrehterunterricht.de“ ins Leben gerufen. Das soll Interessierten einen schnellen Überblick über aktuelle Projekte mit Flipped Classroom bieten und gleichzeitig einen einfacheren Einstieg in das Konzepts ermöglichen, so Stoll.

Die Konzeption hat die Jury überzeugt. Die Vorteile sind aus ihrer Sicht: Die Schüler können sich den Stoff zunächst im eigenen Lerntempo aneignen und diesen in der Schulstunde durch Übungen festigen. Diese sind individuell an den Wissensstand angepasst. Die Lehrer unterstützen ihre Schüler bei der Bearbeitung. Die Erklärfilme stehen auch Schülern und Lehrern anderer Schulen zur Verfügung. Sie werden auf einer eigenen Plattform veröffentlicht und sind kostenfrei verfügbar. Der 1. Preis gehe daher für ihr individuelles Engagement und die Bündelung ihrer Aktivitäten in der gemeinsamen Plattform an die vier Lehrer, heißt es in einer Mitteilung.

Beim „Mint von morgen-Preis für digitale Medien im Unterricht“ werden Ansätze ausgezeichnet, in denen digitale Medien im naturwissenschaftlichen Unterricht sinnvoll einsetzt werden. Petra Herz, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, würdigte das Engagement der Preisträger: „Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern gibt es beeindruckende Einsatzmöglichkeiten für digitale Medien. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen besonders schön, wie der Unterricht in den Naturwissenschaften vom Einsatz von Smartphones, Tablets oder Smartboards profitieren kann.“

2015 bewarben sich rund 30 Lehrkräfte und Projektteams aus ganz Deutschland um den Schulpreis. Er wird von der Joachim Herz Stiftung und der Initiative MINT Zukunft schaffen vergeben. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine siebenköpfige Jury aus unabhängigen Experten und Schülern. Das Preisgeld von insgesamt 8000 Euro teilen sich drei Projekte.

Weitere Informationen zum Konzept finden sich auf der Plattform

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