Allianz zwischen Verein und Firmen

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Die Schwimmabteilung des TSV Riedlingen hat das „WiR“-Projekt ins Leben gerufen.
Die Schwimmabteilung des TSV Riedlingen hat das „WiR“-Projekt ins Leben gerufen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Schwimmabteilung des TSV Riedlingen hatte im Frühjahr 2017 das WiR-Projekt initiiert und wurde dafür mit dem Sportjugendpreis von Toto Lotto ausgezeichnet. Mit dem Slogan „Weniger ich, mehr WiR!“ wird für mehr Teamwork und Engagement im Ehrenamt geworben. Dabei wird in besonderem Maße die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendarbeit in Vereinen hervorgehoben. Die ersten Riedlinger Unternehmen unterstützen nun diese Initiative, und sehen mittelfristig Chancen, sich bei der Jugend, den Mitarbeitern von Morgen, gut zu positionieren.

„Das Kapital eines Unternehmens liegt in seinen engagierten und motivierten Mitarbeitern“, so hört man viele Unternehmer reden. Die Suche nach diesen Mitarbeitern ist allerdings nicht ganz einfach. Umso bedeutender wird für Firmen, sich diese Mitarbeiter selbst heranzuziehen. Man ist stolz, wenn man den so genannten „Eigengewächsen“ Verantwortung übertragen kann. Doch wenn ein Berufseinsteiger die Ausbildung antritt, sind bereits viele Charaktereigenschaften fertig entwickelt. So ist soziale Kompetenz vorhanden oder sie fehlt. Personalchefs haben erkannt, dass für die Auswahl des richtigen Bewerbers gute Schulnoten alleine nicht mehr ausreichen. Verstärkt wird auf die sonstigen, außerschulischen Aktivitäten geachtet. Hier lassen sich aussagekräftige Rückschlüsse über den Bewerber finden. Besonders Vereinsaktivitäten werden positiv gesehen. Wer im Verein aktiv war, konnte das soziale Miteinander üben, und unter Umständen Erfahrung im Organisieren, Führen und Motivieren sammeln. Vereine bieten Jugendlichen die ideale Plattform, um sich aufs spätere Arbeitsleben vorzubereiten.

Doch genau diese Basis ist nun in Gefahr. Vereine bekommen immer größere Schwierigkeiten, Menschen zu finden, die sich in der Vereinsarbeit für andere einbringen.

Das WiR- Projekt strebt eine Allianz zwischen Vereinen und Unternehmen an. Damit beide Seiten davon profitieren können, müssen auch beide Seiten in die gemeinsame Sache investieren. Vereine sollten Sorge dafür tragen, dass durch aktive Jugendarbeit, gut ausgebildete Übungsleiter, Weiter- und Teambildungsmaßnahmen sowie aktuelle Übungsgeräte Rahmenbedingungen vorhanden sind, zu denen Eltern ihre Sprösslinge gerne in die Obhut der Vereine übergeben. Der so gewonnene Vereinsnachwuchs sichert zum einen den Fortbestand des Vereins und bietet zum anderen die Chance, die „neuen Eltern“ zu begeistern und zum Mitmachen zu motivieren. Gelingt es ganze Familien im Verein zu integrieren, wird auch das ehrenamtliche Engagement zunehmen.

Oftmals werden solche Entwicklungen erst durch Sponsoring regional verbundener Unternehmen möglich. Doch mindestens genauso wichtig wie die finanzielle Unterstützung, ist der gemeinsame Auftritt von Verein und Firma.

Unterstützung der Firmen

Riedlinger Firmen wie Halder, Linzmeier und Selg sind bereits Partner des Projektes. Schon bald wird das Logo von Linzmeier und Selg auf den Trikots der rund 50 Mann starken WiR Radlertruppe, die von Hubert Baier (Skizunft Riedlingen) initiiert wurde, zu sehen sein. Erhard Münch, Inhaber der Firma Halder, unterstützt die Schwimmer des TSV, die künftig das Glasprinter-Logo auf der Brust tragen. Das WiR- Projekt hat ihm auf Anhieb gut gefallen.

Wettkampfsiege stärken das Selbstbewusstsein und Niederlagen sorgen für die nötige Erdung. So reifen Jugendliche zu Persönlichkeiten, denen man gerne bei Bewerbungen um einen verantwortungsvollen Job den Vorzug gibt.“

Cheftrainer der Schwimmer, Winfried Craemer, sieht das genauso: „Bei uns im Verein hat später noch jeder seinen Weg gemacht!“ Die Kinder lernen sich gut zu organisieren, um den schulischen Herausforderungen auf dem Weg bis zum Abitur, und dem hohen Trainingspensum gerecht zu werden. Was gute Jugendarbeit anbelangt, ist die Schwimmabteilung mit Sicherheit kein Einzelfall. Es gibt viele Abteilungen und Vereine, die tolle Arbeit leisten. Und viele drückt an selber Stelle der Schuh: mangelndes ehrenamtliches Engagement und weniger Nachwuchs. So fehlen der Schwimmabteilung des TSV Riedlingen weitere engagierte Trainer und Schwimmlehrer. Die Nachfrage nach Schwimmkursen für Kinder ist groß. Die Warteliste leider auch. „Wer Interesse hat, in die Trainingsarbeit einzusteigen ist herzlich willkommen. so Abteilungsleiter Wolfgang Maile.

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