21-Jährige tritt im Bundeswettbewerb für Bierbrauen an

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 Ida Ziegler beim „Spindeln“ der Stammwürze. Hierbei wird der Extrakt-Gehalt gemessen.
Ida Ziegler beim „Spindeln“ der Stammwürze. Hierbei wird der Extrakt-Gehalt gemessen. (Foto: Waltraud Wolf)
Waltraud Wolf

Ida Ziegler und ihr Chef Thomas Blank strahlen um die Wette. Die junge Frau hat als Gesellin im Brauerei-Handwerk als Beste ihres Ausbildungsjahrgangs nach dem Kammersieg den Landessieg errungen. Jetzt weiß sie, dass sie am 29. Oktober beim Bundeswettbewerb in Memmelsdorf bei Bamberg antreten und das Land Baden-Württemberg vertreten darf.

Dass einer so kleinen Brauerei wie der Blankschen in Zwiefaltendorf einmal diese Auszeichnung zuteil wird, macht den jungen Chef stolz. Mit Ida Ziegler hat er erst zwei Auszubildende zur Gesellenprüfung geführt. Der dritte ist seit August im Betrieb.

Ida Ziegler aus Dürmentingen hat bereits zu Schulzeiten in Blanks Brauereigasthof in Zwiefaltendorf an der Theke gejobbt. Als einmal Not in der Brauerei war, sprang sie dort ein. Ihr hat die Arbeit Spaß gemacht und sie hat sich rasch bewährt.

Dennoch begann sie nach dem Abitur ein Lehramtsstudium in Mathematik und Biologie, stellte aber schnell fest, dass ihr eine solch rein theoretische Tätigkeit zu trocken ist und fragte bei Thomas Blank nach, ob sie bei ihm eine Ausbildung als Brauerin machen könne.

Blank wollte, hatte jedoch bereits einen Lehrling engagiert. Weil dann beide während eines jeweils sechswöchigen Blockunterrichts im Betrieb fehlen würden, verhandelte er mit der Schule und dank Abitur konnte Ida Ziegler das erste Lehrjahr überspringen.

Der Vorteil eines kleinen Betriebs: Man muss alles tun

Was ihr an dem Handwerk gefällt? Das genaue Arbeiten und die Sauberkeit, mit der man zu Werke gehen muss, dazu die Vielseitigkeit des Brauens gerade in einer kleinen Brauerei und nicht zuletzt die körperliche Arbeit. Das Schöne an dem Betrieb sei, so Ida Ziegler, dass „man alles tun muss“.

Was sie fasziniert: dass Bier trotz der gleichen Zutaten immer wieder anders schmeckt. Thomas Blank ergänzt, Hopfen und Malz könnten jedes Jahr eine andere Beschaffenheit haben. So müssten zum Beispiel der Anteil der Bitterstoffe ausgerechnet und die Zusammensetzung angeglichen werden.

2018 sei dafür ein herausforderndes Jahr gewesen. Gemeinsam habe man überlegt und probiert. Doch auch diese verantwortungsvolle Aufgabe habe die junge Frau schon selbstständig erledigen können. Das setze viel Vertrauen voraus, betont er. In Ida Ziegler habe er es.

Das tut dir als Chef gut.

Chef Thomas Blank

Bereits am Morgen, wenn sie den Hof betrete, strahle sie. „Das tut dir als Chef gut“, freut er sich über die motivierte Mitarbeiterin. Damit sie ihr Handwerk umfassend erlernen konnte, hat er sie zu einem Praktikum in eine Mälzerei geschickt, in der die geerntete Gerste verarbeitet wird, damit sie zum Brauen verwendet werden kann.

Auch im Labor einer großen Brauerei durfte sie hospitieren. Selber kann die kleine Brauerei Blank keines unterhalten. Die Proben werden weggeschickt, zum Beispiel zum Prüfen, wie stabil der Schaum ist.

In der Brauerei Blank in Zwiefaltendorf werden vier Biersorten hergestellt: Hefeweizen, das Edelbier Export, Spezialdunkel und Naturtrüb. Das schätzt die junge Gesellin am meisten, weil es so süffig ist.

Bis zum Bundeswettbewerb Ende Oktober wird sie ihre Unterlagen noch einmal durchsehen. Darüber hinaus sind hier fünf Arbeitsproben der Braukunst abzulegen. Darauf fühlt sich die 21-Jährige gut vorbereitet.

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