2000 Haushalte betroffen: Riedlinger Trinkwasser wird gechlort

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Aus dem Wasserhahn wird Wasser in ein Glas gefüllt
Das Trinkwasser in Riedlingen, Grüningen, Daugendorf und Pflummern ist nach wie vor unbedenklich. Als reine Vorsorgemaßnahme wird es aber bis auf weiteres gechlort. (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schwäbische Zeitung

Das Trinkwasser in Riedlingen und den Teilorten Grüningen, Daugendorf und Pflummern wird bis auf weiteres gechlort. Grund dafür sind coliforme Keime, die bei einer Routineuntersuchung im Hochbehälter Österberg festgestellt wurden.

Levent Gecgüner, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamts Biberach, gibt jedoch Entwarnung: Das Wasser könne auch weiterhin getrunken und müsse nicht abgekocht werden.

„Coliforme Keime sind reine Indikatorkeime“, sagt Levent Gecgüner, Facharzt für Innere Medizin. Sie werden herangezogen, um die Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen bei der Trinkwasserversorgung zu kontrollieren.

Coliforme Keime sind in der Umwelt sehr verbreitet. Von ihnen geht in der Regel keine Gefahr aus.

Levent Gecgüner, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamts Biberach

Anders als E-Coli-Bakterien, die 2014 im Riedlinger Trinkwassernetz entdeckt wurden, deuten sie auch nicht auf eine fäkale Verunreinigung hin. „Coliforme Keime sind in der Umwelt sehr verbreitet. Von ihnen geht in der Regel keine Gefahr aus“, betont Gecgüner.

Eine niedrige Konzentration dieser Keime sei am Montag und Dienstag bei Proben im Hochbehälter Österberg und auch im Grüninger Ortsnetz festgestellt worden. „Die Quelle ist noch unbekannt“, so Gecgüner.

Die Keime müssten aber nicht zwangsläufig von außen ins Wasser gelangt, sondern könnten auch innerhalb der Leitung vorhanden sein. „Es ist keine hohe Belastung“, betont Gecgüner. „Die Trinkwasserverordnung sieht aber vor, dass null Keime nachgewiesen werden.“

Suche nach Ursache der Verunreinigung

Um die Trinkwasserqualität wieder herzustellen, hat das Kreisgesundheitsamt deshalb die Chlorung des Trinkwasser angeordnet. Die Stadt Riedlingen wird ab Freitag, 25. Oktober, die Chlorung einleiten. Betroffen davon sind zirka 2000 Haushalte, neben der Kernstadt Riedlingen auch die Teilorte Grüningen, Daugendorf und Pflummern.

Währenddessen wird auch die Chlorung erst einmal weiterlaufen.

Levent Gecgüner, stellvertretender Leiter des Kreisgesundheitsamts Biberach

Inzwischen werde systematisch nach der Ursache der Verunreinigung gesucht. „Währenddessen wird auch die Chlorung erst einmal weiterlaufen“, so Gecgüner. Chlor ist ein Desinfektionsmittel, das in der Trinkwasseraufbereitung zum Einsatz kommt.

Die Werte würden in Proben regelmäßig überprüft. Vorgegeben sei eine Konzentration von mindestens 0,1 Milligramm Chlor pro Liter an allen Punkten der Leitung.

Dieser Wert sei hoch genug, um eine ausreichende Desinfizierung des Trinkwassers zu gewährleisten und zugleich niedrig genug, um die Grenzwerte nicht zu überschreiten. In dieser von der Trinkwasserverordnung erlaubten Konzentration sei Chlor für den menschlichen Genuss unbedenklich.

Allerdings könne es zu leichten Geruchs- und Geschmacksveränderungen kommen. „Dazu braucht man aber schon eine feine Nase“, sagt der Mediziner. Die desinfizierende Wirkung könne zudem verschiedene biologische Prozesse beeinträchtigen, zum Beispiel das Brauen von Bier. Auch Fische vertragen das gechlorte Wasser nicht, für Aquarien sei es also ungeeignet.

Menschen könnten das Trinkwasser jedoch weiter ohne Bedenken trinken, ohne es vorher abzukochen. Und in zwei, drei Wochen müsste die Chlorung abgeschlossen sein, rechnet Gecgüner.

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