Missbrauch: Diözese übernimmt Kosten

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"Gott ist gnädig“, steht auf einer Tafel mit der Geschichte des Gebäudes und des Ordens in Oggelsbeuren.
"Gott ist gnädig“, steht auf einer Tafel mit der Geschichte des Gebäudes und des Ordens in Oggelsbeuren.
Schwäbische Zeitung

Fast fünf Stunden haben Paul Nägele und zwei weitere Opfer in der Piuspflege Oggelsbeuren (Kreis Biberach) mit Diözesan-Richter Norbert Reuhs über ihre Erfahrungen gesprochen. Die Diözese habe laut Nägele die Kostenübernahme einer Therapie in Aussicht gestellt, Entschädigungen seien jedoch „so gut wie ausgeschlossen“, wie Nägele sagt.

Weil der beschuldigte Priester dement sei, könne er nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden (die SZ berichtete). „Ich glaube das jetzt einfach und kann es daher auch akzeptieren“, sagt Paul Nägele, der in der Schwäbischen Zeitung über das Erlebte in Oggelsbeuren gesprochen hat.

Unter anderem habe ihn der damalige Pfarrer sexuell missbraucht. Ein anderes Opfer hingegen sei mit Richter Norbert Reuhs auf Konfrontationskurs gewesen und habe laut Nägele eine persönliche Entschuldigung des Richters gefordert. „Es wäre leichter für uns gewesen, wenn der Pfarrer zugibt, einen Fehler begangen zu haben“, sagt Paul Nägele.

Das Gespräch mit dem Richter sei offen und intensiv gewesen. Ein wenig enttäuscht habe ihn aber Aussage, dass Entschädigungen „so gut wie ausgeschlossen sind.“ Eine Therapie auf Kosten der Diözese will er angehen.

Auch vonseiten der Piuspflege ist nicht mit einer Entschädigung zu rechnen. „Wir wollen den Opfern helfen, besser über das Erlebte hinwegzukommen“, sagt Pater Alfred Tönnis und darum befürworte die Piuspflege ebenfalls eine Therapie. „Wer das bezahlt, muss man besprechen“, sagt Pater Tönnis.

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