Zwei neue Schulen in Burkina Faso gebaut

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 Die Primarschule in Kankalsi wurde in diesem Jahr gebaut, auch mit Mitteln des BMZ.
Die Primarschule in Kankalsi wurde in diesem Jahr gebaut, auch mit Mitteln des BMZ. (Foto: Erwin Wiest)

Der Ochsenhauser Förderverein Piéla-Bilanga engagiert sich seit 1982 im Nord-Osten von Burkina Faso. Der Schwerpunkt liegt auf der Schulbildung, aber auch Projekte zur Stärkung von Menschenrechten und Demokratie sowie zur Einkommenssicherung werden unterstützt. Hinter dem Förderverein liegt ein bewegtes Jahr, in dem zwei neue Schulen gebaut wurden. Die SZ-Weihnachtsaktion unterstützt diese Entwicklungsarbeit nun erneut.

Zwei Mal ist Erwin Wiest, Vorsitzender des Fördervereins Piéla-Bilanga, dieses Jahr in Burkina Faso gewesen. Zuletzt im November. Mit den Partnern vor Ort sei darüber gesprochen worden, was 2018 geleistet wurde, erzählt Wiest. In diesem Jahr standen dabei vor allem zwei neue Schulen im Fokus: die Primarschule in Kankalsi und die Sekundarschule (CEG) in Botou. Neben den Schulgebäuden wurden auch Brunnen gebaut, Schulbänke angeschafft und Solarlicht installiert.

Die Schule in Botou ist bereits mit vier Klassen und 250 Kindern bezogen, aktuell fehlen noch das Administrationsgebäude und die Küche. „Diese Arbeiten kommen 2019 zum Abschluss“, sagt Erwin Wiest. Dies gilt auch für die Küche der Primarschule in Kankalsi. Eine Schulklasse ist mittlerweile vom provisorischen Standort, einem Kirchengebäude, in die neue Schule umgezogen. Über die Jahre werden hier laut Wiest bis zu 200 Schüler in drei Klassenzimmern unterrichtet.

Lehrerwohnungen finanziert

60 000 bis 70 000 Euro kostet ein Schulneubau in Burkina Faso erfahrungsgemäß, für das CEG rechnet Wiest mit etwa 80 000 Euro. 49 Prozent kommen für die genannten Projekte vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ; in der Regel sind es 75 Prozent), den Rest muss der Förderverein stemmen. „Das Geld muss man erst mal zusammenbringen“, sagt Wiest. „Da sind wir schon stolz drauf.“ Seit Anfang an arbeitet der Förderverein Piéla-Bilanga darüber hinaus mit der protestantischen Kirche zusammen. Eine Haushaltsschule für Mädchen, gebaut Anfang der 1980er-Jahre, wird seit einigen Jahren renoviert und weiter ausgebaut, auch mit Hilfe aus Ochsenhausen. In diesem Jahr wurden die Lehrerwohnungen und das Werkstattgebäude finanziert.

Auch eine private Primarschule und ein Lycée (Sekundarschule Klasse sieben bis 13 bis zur Hochschulreife) gehören zur Kirche. Im Lycée gibt es viele Wünsche, wie Erwint Wiest berichtet – vom Anschluss an die Stromversorgung bis zu einer Bibliothek. „Und vor allem Bücher, es gibt fast keine Bücher an den Schulen.“ Deshalb sollen mithilfe der Weihnachtsaktion der „Schwäbischen Zeitung“ erneut Schulbücher für den Deutsch-Unterricht angeschafft werden. Ein Klassensatz kostet 540 Euro, rechnet Wiest vor. Bei drei Lycée in der Region mit jeweils drei Klassen seinen dies rund 5000 Euro.

Nebenher fördert der Verein auch kleinere Aktionen, sogenannte Mikro-Projekte. Dieses Jahr durften Gruppen vor Ort erstmals selbst Projekte vorschlagen, was sich über das Radio in Windeseile verbreitete, 52 Anträge wurden gestellt. „Ein Riesenerfolg“, sagt Wiest, der aber auch auf die Schwierigkeit hinweist, diese zu priorisieren.

Am Ende wurden elf Projekte ausgewählt und für diese Schecks im Wert von etwa 20 000 Euro übergeben, im Jahr zuvor waren es neun. Beispielsweise wurde die Frauengruppe beim Anbau und Verkauf von Kartoffeln unterstützt oder der Gruppe von Menschen mit Behinderungen bei der Aufzucht und beim Verkauf von 50 Hammeln geholfen.

Landwirte bekommen Hilfe

Der Blick auf die kommenden Aufgaben rückt aber wieder die Schulen in den Mittelpunkt. Von 2019 bis 2021 sollen zwei oder drei neue Sekundarschulen (CEG), alternativ auch Primarschulen, gebaut werden. Beim BMZ sind die Vorhaben bereits entsprechend priorisiert. Je nach Spendenaufkommen sollen auch die Schulen der protestantischen Kirche und die Mikroprojekte wieder bedacht werden. Mittelfristig könnte außerdem der Bau einer beruflichen Schule ein Thema werden, erklärt Erwin Wiest. Dieser Wunsch sei von den afrikanischen Partnern geäußert worden. Was bereits 2019 umgesetzt werden soll ist das Projekt „10 000 Bäume für Piéla und Bilanga“. Bauern sollen für ihre Felder Bäume zur Verfügung gestellt werden. Sie spenden Schatten und sorgen dafür, dass der Boden Wasser besser aufnehmen kann.

Die Mitglieder des Fördervereins Piéla-Bilanga müssen sich indes Gedanken über die eigene Zukunft machen. Laut Satzung ist die Laufzeit des Vereins auf Ende 2020 begrenzt. Der Vorstand wird auf der Mitgliederversammlung vorschlagen, diese Laufzeit zu verlängern, erklärt Erwin Wiest. „Dazu müssen aber die Verantwortung für den Verein und die Projektarbeit in Afrika nach und nach in jüngere Hände übergehen.“

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