Viel los rund um den Ochsenhauser Bahnhof

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Die Ochsenhauser Waschfrauen präsentierten Mode der 50er- und 60er-Jahre.
Die Ochsenhauser Waschfrauen präsentierten Mode der 50er- und 60er-Jahre. (Foto: Ferdinand Leinecker)
Ferdinand Leinecker

Weitere Bilder des Bahnhofsfests gibt es unter www.schwaebische.de/bahnhofsfest-2018

Auch die zwölfte Auflage des Ochsenhauser Bahnhofsfests ist unter einem guten Stern gestanden. Die Besucher kamen in Strömen, das Wetter war super und viel Neues hat sich der Ausrichter, der Öchsle-Schmalspurverein, zum Ende der Sommerferien am Tag des offenen Denkmals einfallen lassen.

Schienen und Schienenoldtimer rund um den Lokschuppen und den Bahnhof in Ochsenhausen, Erläuterungen zur Geschichte und zum heutigen Betrieb der Öchsle-Bahn – der einzigen erhaltenen Schmalspurbahn der ehemaligen Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen – und die Führungen dazu sowie die Werkzeuge und Arbeitsabläufe beim Gleisbau sind jedes Jahr interessant. In diesem Jahr gab es aber etwas Neues – und es sollte ein Höhepunkt werden.

Zweimal führten an diesem Tag die Waschfrauen eine Show der Extraklasse auf. Mit viel Mut zeigten 30 Mitglieder und ihre Partner Mode der 50er- und 60er-Jahre vom Feinsten. Nicht ängstlich, zum Teil lässig, elegant und lustig gingen alle Akteure über den langen Laufsteg. Ob Unterwäsche, Mieder die geschnürt waren, dass die berühmte Wespentaille zu sehen war, Bademode, elegante Ausgehkleider oder Anzüge: Alles wurde vor dem begeisterten Publikum vorgeführt. „Respekt vor dieser Vorstellung“, sagte eine Frau aus dem Publikum mit begeistertem Klatschen.

Normalerweise zeigen die Ochsenhauser Waschfrauen den früher oft mühseligen Alltag einer Hausfrau in ihrem Museum. An diesem Sonntag zeigten sie – und natürlich auch ihre Männer oder Partner – Grazie und Ausstrahlung wie echte Profis auf der großen Bühne am Bahnhof, ein anderes Gesicht als der schwere Alltag der Hausfrauen vor vielen Jahren. Baumwolle war seinerzeit angesagt, das war groß in Mode.

Eine Stunde Begeisterung, aber die anderen Highlights dürfen natürlich nicht vergessen werden. Denn das Öchsle steht an erster Stelle und eine jahrzehntelange Öchsle-Dampflok durfte sie bei diesem Fest nicht fehlen. Unvergessen bleibt die 99 651 von 1918 mit ihrem letzten Personenzug der damaligen Bundesbahn, der am 31.Mai 1964 von dieser Lok letztmalig gezogen wurde. Zu sehen war auch die Diesellok V51 903. Mit ihr endete der Regelbetrieb auf der Öchsle-Strecke 1983. Sie wird gerade restauriert und ist teilweise zerlegt.

Natürlich war am Sonntag wie immer in den vergangenen Jahren viel los rund um den Bahnhof. Für die Modellbahnfreunde von überall her gab es im historischen Güterschuppen eine Ausstellung unter Beteiligung der Modelleisenbahnfreunde Markdorf. Es wurde viel getauscht, gekauft und verkauft: Es war ein Fest für Sammler. Der Öchsle-Schmalspurverein hat schon immer Wert darauf gelegt, dass dieses Bahnhofsfest ein Fest für die ganze Familie ist und so war es auch in diesem Jahr wieder. Zum Frühschoppen spielten die Heggelbacher Stadelmusikanten auf.

Und natürlich fuhr „Berta“, die Dampflok 99 788 von 1956, trotz ihres Alters unermüdlich von Warthausen nach Ochsenhausen und zurück. Mit vielen Wagen und vielen Gästen.

Weitere Bilder des Bahnhofsfests gibt es unter www.schwaebische.de/bahnhofsfest-2018

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