TTF wollen auch in Düsseldorf bestehen

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Die TTF Liebherr Ochsenhausen (hier Jakub Dyjas) gehen mit einem 3:2-Hinspielsieg im Gepäck ins Halbfinal-Rückspiel der Champio
Die TTF Liebherr Ochsenhausen (hier Jakub Dyjas) gehen mit einem 3:2-Hinspielsieg im Gepäck ins Halbfinal-Rückspiel der Champions League in Düsseldorf. (Foto: Archiv: Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung

Showdown für die TTF Liebherr Ochsenhausen in der Tischtennis-Champions-League: Am Freitagabend gastiert das Team von Cheftrainer Dubravko Skoric im Halbfinal-Rückspiel bei Borussia Düsseldorf (19 Uhr). Zwei Tage später steht das erste Play-off-Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Fulda-Maberzell an (15 Uhr, Dr.-Hans-Liebherr-Halle).

Dass die TTF wissen, wie man dem deutschen Rekordmeister Düsseldorf Paroli bieten kann, haben sie im Halbfinal-Hinspiel in Ochsenhausen bewiesen, das sie mit 3:0 hätten gewinnen können, dann aber nur mit 3:2 zu ihren Gunsten entschieden. Simon Gauzy besiegte Timo Boll und Anton Källberg, Hugo Calderano war gegen Källberg erfolgreich und unterlag Boll im Entscheidungssatz. Auch Jakub Dyjas hatte gute Siegchancen gegen Kristian Karlsson und sah lange wie der sichere Gewinner aus.

Auch in Düsseldorf sind die TTF-Profis nicht ohne Chance – drei aus dem Team haben Boll schon geschlagen, Gauzy so oft wie kein anderer Spieler in Europa. Aber jeder Ochsenhauser kann auch gegen jeden Düsseldorfer verlieren. Die Tagesform und das Quäntchen mehr an Glück dürften auch diesmal den Ausschlag geben. Für die TTF geht es um die erste Endspielteilnahme seit 2009. Vor neun Jahren ging es im Finale der Königsklasse gegen Borussia Düsseldorf mit Boll, Ovtcharov, Freitas und Süß und die Oberschwaben zogen knapp den Kürzeren. Der diesjährige Endspiel-Gegner wird zu 99 Prozent Titelverteidiger Orenburg mit Dimitrij Ovtcharov sein.

Winziger Vorteil

Da die TTF im Hinspiel eine 13:10-Satzbilanz vorlegten, müssen Boll und Co. wohl mit 3:0 oder 3:1 gewinnen, um die Ochsenhauser auszuschalten. Dies ist ein winziger Vorteil für die Oberschwaben gegen das Team des künftigen Ochsenhausers Stefan Fegerl. Besonders motiviert dürfte Hugo Calderano in die Partie gehen, reist der Finalist der Katar Open doch als frischgebackener Weltranglisten-Zwölfter an. Boll hat der TTF-Brasilianer zuletzt bei jenem Turnier am Persischen Golf vor vier Wochen geschlagen. Zwar konnte Simon Gauzy im am Dienstag publizierten April-Ranking des Weltverbands ITTF Position acht nicht halten und rutschte auf Platz zehn ab. Doch das sollte den 23-Jährigen nicht zurückwerfen. Erfreulich ist die neue Rangliste dagegen für Jakub Dyjas, der sich um 13 Plätze verbesserte und nun 64. ist. Doch das alles zählt am Freitag nichts.

TTF-Sportmanager Daniel Zwickl ist zuversichtlich, will die Latte aber nicht zu hoch hängen. „Wir freuen uns einfach, dass wir trotz einiger schwieriger Wochen mit verletzten und kranken Spielern nun die Gelegenheit haben, zwei Halbfinals zu spielen“, sagt er. „Das gibt sicher zwei interessante und spannende Spiele am Wochenende. Aber wir gehen auch mit der nötigen Gelassenheit hinein.“ Er stellt ebenso fest: „In der Mannschaft herrscht eine positive Grundstimmung vor, die Einstellung aller fünf Spieler ist top.“

TTF-Spieler sind gut drauf

Präsident Kristijan Pejinovic äußert sich ähnlich. „Die Jungs sind gut drauf und wollen die bevorstehenden Spiele genießen, auch wenn es um viel geht“, sagt der TTF-Präsident vor dem Klassiker gegen Düsseldorf. „Es ist sicher das Spiel der Spiele für uns am Freitag, schließlich geht es um den Einzug ins Finale der Champions League“, so Pejinovic. „Letztes Mal hat es nicht gereicht, da ging das Rückspiel in Düsseldorf mit 1:3 verloren. Dieses Mal wird man sehen, ob das Team schon reif genug ist, eine solche Herausforderung zu meistern.“

Für die TTF wird es – trotz des angestrebten Genusses – ein extrem schwieriges Wochenende mit zwei Halbfinals binnen drei Tagen. „In gewisser Weise ist das schon eine mentale Zwickmühle für unser junges Team. Gewinnt es in Düsseldorf, gibt das sicher viel Auftrieb für den Sonntag, verliert es, muss man das erst mal verdauen“, sagt Pejinovic, der sein Team sehr gut vorbereitet sieht: „Was dann wird, werden wir sehen. Wichtig ist, dass wir jetzt einfach nochmal alles geben.“

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