TTF stehen im DM-Finale

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Die TTF Liebherr Ochsenhausen (hier Hugo Calderano) haben auch das zweite Play-off-Halbfinalspiel gegen Fulda-Maberzell mit 3:1
Die TTF Liebherr Ochsenhausen (hier Hugo Calderano) haben auch das zweite Play-off-Halbfinalspiel gegen Fulda-Maberzell mit 3:1 gewonnen und stehen damit erstmals seit 2013 wieder im Finale um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft. (Foto: Stephan Roscher)
Schwäbische Zeitung

TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3. Ergebnisse: Wang Xi – Hugo Calderano 2:3 (17:15, 11:8, 10:12, 8:11, 9:11), Ruwen Filus – Simon Gauzy 1:3 (8:11, 15:13, 9:11, 6:11), Jonathan Groth – Joao Geraldo 3:0 (11:4, 11:8, 11:7), Wang Xi – Simon Gauzy 1:3 (7:11, 11:8, 8:11, 7:11).

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Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben auch das zweite Play-off-Halbfinalspiel gegen den TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell mit 3:1 gewonnen und stehen damit erstmals seit 2013 wieder im Finale um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft. Dort treffen die TTF am 26. Mai in Frankfurt auf Titelverteidiger Borussia Düsseldorf, der am Sonntag durch einen 3:2-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken ins Endspiel einzog.

Nach exakt 184 Minuten Gesamtspielzeit war es vollbracht. Simon Gauzy hatte um 21.04 Uhr seinen zweiten Matchball gegen Wang Xi verwandelt und damit den 3:1-Sieg der TTF in Fulda eingetütet – schon das erste Spiel sechs Tage zuvor war mit 3:1 gewonnen worden. Trotz einiger enger Matches waren es insgesamt zwei starke, souveräne und absolut überzeugende Auftritte der Oberschwaben. Zum ersten Mal seit 2013 stehen die TTF wieder im Finale um die deutsche Meisterschaft. Dreimal konnten die Ochsenhauser den Meistertitel erringen, nämlich in den Jahren 1997, 2000, 2004.

Hugo Calderano dreht das Match gegen Wang Xi

Eine kleine Vorentscheidung brachte schon das erste Match. Hugo Calderano, dessen Einsatz am Nachmittag wegen Hüftproblemen noch nicht sicher war, stand gegen Fuldas Spitzenspieler Wang Xi zunächst mit dem Rücken zur Wand, verlor den ersten Satz mit 15:17 in der Verlängerung, den zweiten mit 8:11 und hatte im dritten Durchgang bei 9:10 einen Matchball gegen sich. Doch gerade da zeigte er Klasse und Nervenstärke. Er gewann den Satz noch und hatte auch in den beiden nachfolgenden Durchgängen die Nase vorn.

Simon Gauzy lässt nichts anbrennen

Nun war der Druck auf den Gastgeber größer geworden. Noch mehr nach dem zweiten Match, das Simon Gauzy gegen Ruwen Filus, den zweiten Defensivkünstler im Dress der Hessen, trotz eines unglücklich mit 13:15 verlorenen zweiten Satzes am Ende doch souverän mit 3:1 gewann. Nachdem Filus vergangene Saison serienweise die Oberschwaben geschlagen hatte, scheinen sie inzwischen genau verstanden zu haben, wie man gegen den deutschen Nationalspieler und aktuellen Weltranglisten-21. spielen muss.

Jetzt lastete reichlich Druck auf den Schultern des Vorjahres-Meisterschaftsfinalisten, der dicht vor dem Aus stand. Doch schließlich hatte Maberzell noch einen Jonathan Groth, der in den vergangenen Monaten bärenstark war und den viele eigentlich an Position eins oder zwei erwartet hatten. Gegen den im ersten Spiel gegen Filus so überzeugenden Joao Geraldo war der Däne Chef im Ring und gewann ungefährdet in drei Sätzen.

Würde Fulda nun noch einmal Oberwasser bekommen? Aber das ließ der vorzüglich aufgelegte Simon Gauzy nicht zu, der schon in Spiel eins mit Siegen über Wang und Filus geglänzt hatte. Der 23-jährige Franzose ließ eigentlich nie einen Zweifel aufkommen, wer den Tisch als Sieger verlassen würde, auch wenn der hagere Deutsch-Chinese zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen konnte. Doch danach hatte Gauzy die Sache wieder gut im Griff und siegte verdient mit 11:7, 8:11, 11:8 und 11:7 – das Finale war erreicht und man hörte in der Halle nur noch die rund 20 mitgereisten Ochsenhauser Schlachtenbummler sowie freudig erregte TTF-Spieler.

Pejinovic ist stolz auf Spieler

„Das war einwandfrei, ich bin stolz auf die Jungs, wie sie das durchgekämpft haben“, so ein glücklicher Kristijan Pejinovic. „Der Wille, den etwa Hugo heute wieder gezeigt hat, obwohl er leicht angeschlagen war, war atemberaubend. Und über Simons Leistung brauchen wir eigentlich kein Wort zu verlieren – das war spitze und souverän.“ Der TTF-Präsident zeigte sich überaus erleichtert: „Jetzt fahren wir gemütlich heim und sind stolz auf das, was wir geschafft haben.“ Allerdings ist – bei aller Freude – erst ein Zwischenziel erreicht. „Nun fahren wir nach Frankfurt, um zu uns den Titel zu holen“, ließ Pejinovic keinen Zweifel aufkommen, dass die TTF keineswegs vorhaben, im Finale brav den Sparringspartner zu spielen.

Gauzy und Calderano loben geschlossene Mannschaftsleistung

Simon Gauzy wollte den Play-off-Triumph der TTF gar nicht so sehr auf seine eigenen Leistungen zurückführen. „Wir haben als Team zwei tolle Spiele gegen Fulda gemacht und haben uns selbst belohnt“, so der Weltranglisten-Zehnte. „Im ersten Spiel war der tolle Sieg von Joao über Filus für uns ungemein wichtig, heute war mit entscheidend, dass Hugo das schwierige erste Match noch umgebogen hat.“

Hugo Calderano gab das Lob gerne zurück. „Simon hat in beiden Spielen grandios gespielt“, so der 21-jährige Brasilianer. „Überhaupt waren wir sehr gut vorbereitet und haben auch heute wieder als Mannschaft eine gute Leistung gezeigt.“ Natürlich sei es sehr wichtig gewesen, mit einem Sieg in der Tasche nach Fulda zu fahren. „Sie hatten heute mehr Druck als wir und wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Calderano.

TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3. Ergebnisse: Wang Xi – Hugo Calderano 2:3 (17:15, 11:8, 10:12, 8:11, 9:11), Ruwen Filus – Simon Gauzy 1:3 (8:11, 15:13, 9:11, 6:11), Jonathan Groth – Joao Geraldo 3:0 (11:4, 11:8, 11:7), Wang Xi – Simon Gauzy 1:3 (7:11, 11:8, 8:11, 7:11).

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