Im vergangenen Jahr ließ sich der Tischtennis-Bundesligist Ochsenhausen für den Erfolg im Final Four in der Ratiopharm-Arena fe
Im vergangenen Jahr ließ sich der Tischtennis-Bundesligist Ochsenhausen für den Erfolg im Final Four in der Ratiopharm-Arena feiern. Zu gern würden die TTF den Titel erneut holen, doch das Turnier ist hochkarätiger besetzt als 2019. (Foto: Archiv: VS)
Schwäbische Zeitung

Final Four, Zeitplan

Halbfinale (11 Uhr): Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen, ASV Grünwettersbach – 1. FC Saarbrücken.

Finale (14 Uhr): Sieger Düsseldorf/Ochsenhausen – Sieger Grünwettersbach/Saarbrücken.

Die erste wichtige Entscheidung der Saison im deutschen Profitischtennis fällt am Samstag, 4. Januar, in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena. Beim Pokal-Finalturnier spielen vier Mannschaften um den Sieg im nationalen Pokalwettbewerb. Mit dabei sind die TTF Liebherr Ochsenhausen, die auch Titelverteidiger sind und vor einem Jahr im Final Four erst Grenzau und im Endspiel Werder Bremen schlugen.

Diesmal ist das Finalturnier aber hochkarätiger besetzt. Drei deutsche Topteams sind heiß auf den Pokal und einen eindeutigen Turnierfavoriten gibt es nicht. Titelverteidiger Ochsenhausen, Rekordpokalmeister Düsseldorf und Ligaprimus Saarbrücken ist der Pokalsieg zuzutrauen. Nicht wenige Experten sehen – nach den letzten Eindrücken in der Liga – die Saarländer mit der Besetzung Patrick Franziska, Shang Kun und Darko Jorgic als leichten Favoriten. Bei den TTF geht man von einem Kopf-an-Kopf-Rennen des Spitzentrios aus, bei dem die bessere Tagesform sowie das glücklichere Händchen im Aufstellungspoker den Ausschlag geben. Die vierte Mannschaft im Final Four, der Bundesligasiebte ASV Grünwettersbach, gilt allgemein als Außenseiter.

Die drei Turnierfavoriten hatten im Achtelfinale zu kämpfen, sie alle verbuchten einen 3:2-Auswärtssieg: Ochsenhausen im Derby in Neu-Ulm, Düsseldorf in Bremen und Saarbrücken in Grenzau. Einzig Grünwettersbach hatte wenig Mühe – gegen Zweitligist Bad Hamm. Im Viertelfinale hatten die Badener mit Celle erneut einen Klub aus der zweiten Liga aus dem Weg zu räumen und auch das gelang locker (3:0). Das Top-Trio dagegen setzte sich zu Hause gegen Ligarivalen recht souverän durch; der FCS besiegte Bergneustadt ebenso 3:0 wie die TTF den SV Mühlhausen, während die Borussia gegen Fulda 3:1 die Oberhand behielt.

In Ochsenhausen blickt man vorsichtig optimistisch auf das Final Four am Samstag – wohl wissend, dass zur Titelverteidigung zwei hochkarätig besetzte Gegner aus dem Weg geräumt werden müssten. Andererseits liegt Halbfinalgegner Düsseldorf den TTF, die die zurückliegenden drei Begegnungen gegen die Borussen für sich entschieden. Zuletzt besiegte Ochsenhausen die Rheinländer Mitte November in Ehingen 3:1 – dabei herrschte „Waffengleichheit“, da mit dem Weltranglisten-Sechsten Hugo Calderano und dem Zehnten Timo Boll bei beiden Teams der Spitzenspieler fehlte. Simon Gauzy glänzte mit Siegen gegen den Schweden Kristian Karlsson und den Ägypter Omar Assar, Jakub Dyjas steuerte einen knappen Erfolg gegen Assar bei.

In der Bundesligatabelle liegen beide Mannschaften gleichauf, punktgleich (24:8) und mit derselben Spieledifferenz (plus 19) stehen die alten Rivalen auf den Plätzen zwei und drei des Klassements und zählen zu den heißesten Saarbrücken-Jägern, das mit zwei Punkten Vorsprung die Liga anführt. Düsseldorfs Manko ist: Viel, wenn nicht fast alles hängt von Timo Boll ab, der zwar auf den Punkt immer noch optimal fokussiert in solche Turniere gehen kann, aber nicht jünger wird. Bolls Spiel liegt indes einem Hugo Calderano und einem Simon Gauzy gut. Wenn Calderano trifft, was nicht an allen Tagen gleichermaßen der Fall ist, ist sein Tempo fast schon einen Tick zu hoch für das Aushängeschild des Deutschen Tischtennis-Bundes.

Mit dem FC Saarbrücken, dem wahrscheinlichen Finalgegner für Ochsenhausen oder Düsseldorf, haben die TTF oft mehr Probleme als Boll und seinen Teamkollegen. Gegen die Saarländer gingen beide Ligaspiele in der laufenden Saison verloren – unlängst in Saarbrücken allerdings sehr knapp und unglücklich. Beim 2:3 wurden mehrere Chancen nicht genutzt, um die Partie für sich zu entscheiden.

In den letzten drei Bundesligapartien vor Weihnachten verbuchten die TTF souveräne Siege und besonders aus dem 3:0 in Grünwettersbach schöpft der Tabellendritte Selbstvertrauen. TTF-Cheftrainer Dmitrij Mazunov, der in Neu-Ulm personell aus dem Vollen schöpft und fünf fitte, motivierte Spieler zur Auswahl hat, weist auf die starke Besetzung des Finalturniers am Samstag in Neu-Ulm hin: „Es ist das wohl beste Pokal-Final-Four aller Zeiten und wir freuen uns, dass wir dabei sind. Natürlich wollen wir den Pokal verteidigen und das bedarf eines Sahnetags meiner Spieler. Wir bereiten uns seit kurz nach Weihnachten intensiv vor und arbeiten hart.“

Kampfansage an Düsseldorf

An den Halbfinalgegner richtet Mazunov eine kleine Kampfansage: „Timo Boll hin oder Borussia Düsseldorf her – ich hoffe, die Region und unsere Fans geben richtig Gas und helfen uns dabei, den Pokal in Ochsenhausen zu behalten.“ Auch der französische TTF-Profi Simon Gauzy freut sich auf das Turnier: „Es ist ein tolles Gefühl, wieder um den Pokalsieg zu kämpfen. Wir werden alles geben, was wir haben, und ich hoffe, unsere Fans unterstützen uns so wie vergangenes Jahr.“ Der 25-Jährige ergänzt: „Wenn dann alles zusammenkommt, können wir auch Düsseldorf schlagen und den ersten Schritt machen.“

Final Four, Zeitplan

Halbfinale (11 Uhr): Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen, ASV Grünwettersbach – 1. FC Saarbrücken.

Finale (14 Uhr): Sieger Düsseldorf/Ochsenhausen – Sieger Grünwettersbach/Saarbrücken.

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