Simon Gauzy punktete für die TTF gegen Grünwettersbach im Einzel und an der Seite von Stefan Fegerl im Doppel.
Simon Gauzy punktete für die TTF gegen Grünwettersbach im Einzel und an der Seite von Stefan Fegerl im Doppel. (Foto: Stephan Roscher)
Schwäbische Zeitung

ASV Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3. Ergebnisse: Ricardo Walther – Stefan Fegerl 3:1 (15:13, 10:12, 11:5, 11:6), Dang Qiu – Jakub Dyjas 3:1 (12:10, 5:11, 11:5, 11:9), Bojan Tokic – Simon Gauzy 0:3 (9:11, 5:11, 10:12), Ricardo Walther – Jakub Dyjas 2:3 (11:6, 9:11, 2:11, 11:5, 8:11), Qiu/Tokic – Fegerl/Gauzy 1:3 (11:9, 4:11, 4:11, 9:11)

Es ist das erwartet harte Stück Arbeit für die TTF Liebherr Ochsenhausen gewesen. Der ASV Grünwettersbach spielte zum Rückrundenauftakt vor 340 Fans zu Hause nicht wie der Tabellenvorletzte der Tischtennis-Bundesliga, sondern wie der Pokal-Final-Four-Teilnehmer und Düsseldorf-Bezwinger. Die TTF experimentierten etwas mit der Aufstellung und wurden nach zähem Beginn am Ende doch belohnt. Nach dreieinviertel Stunden tütete das Duo Simon Gauzy/Stefan Fegerl den knappen 3:2-Sieg ein. Es war der zehnte Erfolg im elften Spiel, durch den die Ochsenhauser die Spitzenposition mit nunmehr 20:2 Zählern festigte.

Anfänglich konnte man durchaus Zweifel haben, ob die TTF die Halle als Sieger verlassen würden. Der deutsche Nationalspieler Ricardo Walther hatte einen seiner guten Tage erwischt und ließ dem in den vergangenen Wochen konstant starken Stefan Fegerl nach ausgeglichenem Beginn am Ende keine Chance mehr. Mit 1:3 ging die Begegnung verloren, ein erstes Warnzeichen, dass Grünwettersbach heiß auf einen Sieg war. „Stefan hatte heute keinen so guten Tag, ihm gelang nicht so viel wie sonst“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic.

„Sie wirkten merkwürdig steif“

Da Hugo Calderano wegen der brasilianischen Meisterschaften nicht zur Verfügung stand, hatte Cheftrainer Dmitrij Mazunov nur das Trio Gauzy, Fegerl und Dyjas zur Verfügung und entschied sich dafür, Jakub Dyjas, der mit 7:1 eine tolle Vorrundenbilanz erspielt hatte, an Position eins aufzustellen. „Jakub sollte Verantwortung übernehmen und vorangehen“, erläuterte Pejinovic. „Letztlich hat es sich als guter Schachzug erwiesen.“ Aber noch nicht in seinem ersten Spiel. Da konnte er nämlich dem Angriffswirbel seines Gegners, des 22-jährigen Penholderspielers Dang Qiu, nicht genügend entgegensetzen und unterlag mit 10:12, 11:5, 5:11 und 9:11. „Ich verstehe selbst nicht ganz, was mit den Jungs in den ersten beiden Einzeln los war“, so Pejinovic. „Sie wirkten merkwürdig steif und schienen irgendwie gehemmt zu sein – danach wurde es aber besser.“ Gerade rechtzeitg, denn beim Zwischenstand von 0:2 war die Situation schon brenzlig, es durfte nichts mehr danebengehen.

Simon Gauzy, der in der Woche vor dem Spiel an einer Infektion gelitten hatte und deshalb nur an Position drei aufgestellt war, sorgte für das erste Erfolgserlebnis seiner Mannschaft. Gegen den routinierten Slowenen Bojan Tokic verliefen zwar zwei Sätze eng, doch der 24-jährige Franzose gewann alle Durchgänge.

Doch nun wurde es richtig spannend. Würde Dyjas in dieser immer noch kritischen Situation als Einser vorangehen und gegen Walther gewinnen können, um die TTF ins Doppel zu retten? Es wurde ein prickelndes Match und Dyjas spielte um Längen besser als noch gegen Qiu. Der erste Satz ging verloren, doch der Ochsenhauser blieb ruhig und konterte zur 2:1-Satzführung, die sein Gegner aber postwendend egalisierte. Es ging in den Entscheidungsdurchgang, in dem Walther mit 5:1 in Führung ging. „Jakub blieb konzentriert und kämpfte sich heran. Bei 7:7 hatte er den Gleichstand erreicht und war dann richtig gut im Spiel und lief so heiß, dass er nicht mehr zu schlagen war“, beschrieb Kristijan Pejinovic den weiteren Spielverlauf.

Somit hatte Dyjas seinem Team das abschließende Doppel ermöglicht. Normalerweise wäre er an der Seite Fegerls angetreten – die beiden hatten schon zweimal gewonnen –, doch das war diesmal nicht möglich, da der Einser laut Reglement nicht Doppel spielen darf. Also mussten es Fegerl und Gauzy richten. Normalerweise ist Ex-Doppel-Europameister Fegerl der Topmann im Doppel, doch diesmal war es Gauzy, der die Akzente setzte und die Verantwortung übernahm, da der Österreicher diesmal eben nicht seinen besten Tag hatte. Und es reichte für die TTF, obwohl der erste Durchgang mit 9:11 an das ASV-Duo Tokic/Qiu ging. Plötzlich hatten die beiden Ochsenhauser das Geschehen gut im Griff und gewannen die folgenden Sätze mit 11:4, 11:4 und 11:9 zum 3:2-Sieg der TTF, die damit weiter in den Doppeln ungeschlagen sind.

Am kommenden Sonntag geben die Oberschwaben nun im Spitzenspiel ihre Visitenkarte beim Tabellenzweiten Saarbrücken ab. Mit vorweihnachtlicher Entspannung ist es noch lange nichts, zumal am 21. Dezember auch noch das schwere Spiel gegen Verfolger Mühlhausen ansteht.

ASV Grünwettersbach – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3. Ergebnisse: Ricardo Walther – Stefan Fegerl 3:1 (15:13, 10:12, 11:5, 11:6), Dang Qiu – Jakub Dyjas 3:1 (12:10, 5:11, 11:5, 11:9), Bojan Tokic – Simon Gauzy 0:3 (9:11, 5:11, 10:12), Ricardo Walther – Jakub Dyjas 2:3 (11:6, 9:11, 2:11, 11:5, 8:11), Qiu/Tokic – Fegerl/Gauzy 1:3 (11:9, 4:11, 4:11, 9:11)

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