Tausende feiern beim Nachtumzug

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5000 Hästräger zogen beim Nachtumzug durch Ochsenhausen.
5000 Hästräger zogen beim Nachtumzug durch Ochsenhausen. (Foto: Fotos (2): Ferdinand Leinecker)
Schwäbische Zeitung
Ferdinand Leinecker

Ein milder Winterabend ohne Regen, Schnee und Wind hat gute Bedingungen geboten für den Nachtumzug in „Kuhhausen“, wie die Stadt bis zum Aschermittwoch heißt. Die Narren, allen voran die Karnevalgesellschaft-Narrenzunft-Ochsenhausen (KGO), hatten Ochsenhausen fest in der Hand. Mit einem Heer von geschätzten 10 000 bis 12 000 Gästen wurde gefeiert.

Die Besucher standen in Dreierreihen dicht gedrängt an der langen Umzugsstrecke und sorgten über dreieinhalb Stunden für eine tolle Stimmung an diesem Rußigen Freitag. Der traditionelle Nachtumzug, hinter dem jedes Jahr eine große Planung mit viel Arbeit der ausrichtenden Karnevalgesellschaft-Narrenzunft-Ochsenhausen steckt, ist nicht umsonst landauf landab bekannt.

Für Ausgelassenheit sorgten in erster Linie die 91 Gruppen mit mehr als 5000 Masken, Gruppen, Wagen und Musikkapellen, die auch von weiter her anreisten, wie die Schalmeien aus Durlesbach. Bereits lang vor Umzugsbeginn standen Bus an Bus rund um Ochsenhausen, denn eine Stunde vor dem Start wurde den Besuchern bei einem Platzkonzert vor der Ehrentribühne richtig eingeheizt, bevor die einheimischen Roale den Umzug mit einem donnernden Ohu-Ohu-Ohu eröffneten. Jede Gruppe versuchte dabei, die vor ihr laufende Zunft mit ihrem Narrenruf zu übertönen, wie die „Bobohle“ aus Rot an der Rot mit„Bobohle kei’s Hai ra – it z’viel und it z’wenig“. Oder die „Ratzen“ aus Öpfingen mit „Ratza samma – jucka damma“, um nur einige Narrenrufe zu nennen.

Alles was zu einem Umzug gehört, hatten die Narren in ihrem Programm: Hexen, die Pyramiden bauen, die Zuschauer necken, schönen Mädchen imponieren und Kinder mit Bonbons beschenken. Die Mitwirkenden legten sich mächtig ins Zeug. Die 91 Gruppen kamen aus Orten von A wie Altenstadt bis Z wie Zell.

Gänsehautgefühl beim Umzug

„Seit vielen Jahren folge ich diesem Nachtumzug“, erzählte Franz Kiebler aus Biberach auf Nachfrage. Für ihn sei er etwas Besonderes, meinte dieser Zuschauer. Der Umzug habe etwas Mythisches an sich. Alles sei dunkel, nur die vereinzelten Scheinwerfer gäben ein verhaltenes Licht auf den Zug. „Trotzdem kommen die Hexen und alle anderen Beteiligten gut zur Geltung, ganz anders als bei Tag“, meinte er weiter und die Roale als Zugbegleiter mit ihren Fackeln in der Hand taten das Übrige dazu. „Dunkelheit erzeugt schon immer ein Gänsehautgefühl und das habe ich hier und heute“, meinte er abschließend mit einem Lachen.

„Leider ist auch dieser Nachtumzug schon wieder vorbei und Geschichte, aber es war eine schöne Geschichte“, sagte eine Besucherin am Ende der tollen Veranstaltung.

Der Umzug war zwar vorbei, doch das Fest noch lange nicht. In den vielen Zelten, der örtlichen Gastronomie, der Roale-Disco aber auch privat wurde noch lange weitergefeiert, denn diese Umzugsnacht ist schon immer eine Feiernacht gewesen. Am Samstagmorgen waren vereinzelte Maskenträger zu sehen, die bei Tagesanbruch ihren Bus nach Hause suchten.

Mehr Fotos online unter www.schwäbische.de/nachtumzug18

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