Holten den entscheidenden Punkt gegen Saarbrücken: Hugo Calderano (vorn) und Stefan Fegerl.
Holten den entscheidenden Punkt gegen Saarbrücken: Hugo Calderano (vorn) und Stefan Fegerl. (Foto: Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 3:2. Simon Gauzy – Darko Jorgic 3:1 (11:4, 11:9, 4:11, 11:9), Hugo Calderano – Patrick Franziska 2:3 (11:9, 12:14, 11:7, 8:11, 11:13), Stefan Fegerl – Tobias Rasmussen 3:0 (11:9, 12:10, 11:8), Simon Gauzy – Patrick Franziska 2:3 (8:11, 13:11, 7:11, 11:8, 5:11), Calderano/Fegerl – Jorgic/Rasmussen 3:0 (11:4, 11:7, 11:9).

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben in der Tischtennis-Bundesliga ein durchwachsenes Wochenende erlebt. Dem 3:2-Erfolg gegen Saarbrücken am Freitagabend in Ehingen folgte am Sonntag eine 1:3-Auswärtsniederlage gegen den Post SV Mühlhausen. Es war die erste Pleite für die TTF in der noch jungen Bundesligasaison.

Die Tischtennisfans in Ehingen bekommen bislang durchweg spannende Spiele geboten. Auch in der zweiten Partie der TTF Liebherr Ochsenhausen in der jungen Saison ging es am Freitagabend gegen Saarbrücken über die volle Distanz. Ein Patrick Franziska in Galaform verhinderte einen deutlicheren TTF-Sieg. „Franziska war in Topform, aber als Mannschaft waren wir stärker als Saarbrücken, deshalb haben wir verdient gewonnen“, so Cheftrainer Dmitrij Mazunov.

Es war ein interessantes, hochklassiges Bundesligaspiel vor knapp 400 Zuschauern in der Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic: „Wir hatten eine Bombenstimmung in der Halle.“ Erneut brachte erst das Doppel die Entscheidung. Diesmal spielte man „nur“ 201 Minuten – im Gegensatz zu den 220 gegen Grünwettersbach. Dennoch war es erneut die längste Begegnung des Spieltags.

Den Auftakt machte Simon Gauzy, der gegen den slowenischen Nationalspieler Darko Jorgic souverän auftrat, auch wenn er im dritten Satz ein Loch hatte und diesen klar abgeben musste – doch ansonsten hatte er alles im Griff. Es folgte der Auftritt des wieder fitten Hugo Calderano gegen Patrick Franziska. Calderano hatte gute Chancen, dieses Match zweier an diesem Abend gleichwertiger Weltklassespieler zu seinen Gunsten zu entscheiden, konnte sie aber nicht nutzen. Nachdem er den ersten Satz mit 11:9 gewonnen hatte, führte er im zweiten Durchgang mit 10:6 und musste am Ende ein 12:14 hinnehmen. Der TTF-Brasilianer ging aber erneut nach Sätzen in Führung und Franziska konnte abermals egalisieren. Der Entscheidungssatz verlief dramatisch. Bei 10:9 hatte Calderano Matchball und konnte ihn nicht nutzen. Am Ende durfte der Saarbrücker Spitzenspieler ein 13:11 bejubeln. „Schade, wenn Hugo das Match gewonnen hätte, wären wir mit einem 3:0 aus der Halle gegangen“, sagte Kristijan Pejinovic. „Hugo hatte gute Chancen, hat sie aber leider nicht genutzt“, meinte auch Dmitrij Mazunov.

Nach dem Pausentee hatte der an Position drei aufgestellte Stefan Fegerl die Chance, die TTF wieder in Führung zu bringen. Gegen den 21-jährigen Linkshänder Tobias Rasmussen – Saarbrücken musste auf Liao Cheng-Ting wegen der Asienspiele verzichten und der Tscheche Tomas Polansky fällt noch einige Wochen verletzungsbedingt aus – war der Österreicher klarer Favorit. Der Weltranglisten-217. aus Dänemark, der normalerweise im Zweitliga-Team der Saarländer aufschlägt, spielte unbeschwert auf und konnte phasenweise recht gut Paroli bieten, eine echte Chance besaß er aber nicht, sodass Fegerl das Match ohne Satzverlust nach Hause brachte.

Doch um den Sieg einzutüten, musste erst einmal Patrick Franziska geschlagen werden – und der lief auch gegen Simon Gauzy zu Höchstform auf. Zwar konnte der 23-jährige Franzose zweimal einen Satzrückstand ausgleichen, doch im fünften Durchgang hatte er sein Pulver verschossen und seinem Gegner gelang fast alles.

Stark im Doppel

Folglich musste schon zum zweiten Mal in der jungen Saison das Doppel bei einem TTF-Spiel über Sieg und Niederlage entscheiden. Hatten gegen Grünwettersbach Stefan Fegerl und Jakub Dyjas den entscheidenden Punkt geholt, bot Mazunov diesmal Fegerl, Europameister im Doppel 2015, und Hugo Calderano auf. Jakub Dyjas blieb auf der Bank, da er wegen leichter Rückenprobleme anfangs der Woche noch Trainingsrückstand hatte.

Fegerl und Calderano beherrschten das Saarbrücker Duo Darko Jorgic/Tobias Rasmussen nach Belieben und wirkten beim 3:0 so, als würden sie bereits jahrelang zusammen spielen. Dabei war es ihre Premiere. „Wir konnten das Doppel im Training nicht testen, da Stefan erst am Donnerstag vom Länderspiel zurückgekommen ist“, sagte Mazunov. „Aber ich wusste, dass beide überragende Doppelspieler sind, deswegen hatte ich ein sehr gutes Gefühl, als ich sie aufgestellt habe.“ Der Beweis ist heute erbracht worden, dass die TTF über mindestens zwei sehr starke Doppel verfügen, doch das lässt der Trainer nicht gelten. „Ich hoffe, dass wir bald noch mehr gute Doppel-Kombinationen haben werden, schließlich haben wir bald fünf Spieler an Bord, die ich alle für gute Doppel-Spieler halte.“

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 3:2. Simon Gauzy – Darko Jorgic 3:1 (11:4, 11:9, 4:11, 11:9), Hugo Calderano – Patrick Franziska 2:3 (11:9, 12:14, 11:7, 8:11, 11:13), Stefan Fegerl – Tobias Rasmussen 3:0 (11:9, 12:10, 11:8), Simon Gauzy – Patrick Franziska 2:3 (8:11, 13:11, 7:11, 11:8, 5:11), Calderano/Fegerl – Jorgic/Rasmussen 3:0 (11:4, 11:7, 11:9).

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