Opernchöre erklingen im Bibliothekssaal in Ochsenhausen

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 Der Liederkranz Ochsenhausen hat im Bibliothekssaal der Landesakademie ein bemerkenswertes Konzert gegeben.
Der Liederkranz Ochsenhausen hat im Bibliothekssaal der Landesakademie ein bemerkenswertes Konzert gegeben. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

Geistliche Chormusik und Oper, geht das zusammen? Tatsächlich gibt es sehr viele Opern, in denen sakrale oder kirchliche Szenen vorkommen. Der Liederkranz Ochsenhausen hat unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Walter Gropper einen Querschnitt geistlicher Chorszenen aus zwölf bekannten, aber auch wenig gehörten Opern dargeboten. Für Dirigent und Chor war dies eine große Herausforderung, die sie meisterhaft bewältigten.

Anschaulich und sachkundig führte die Moderatorin Regine Kämper-Brecht durch den Abend und kündigte gleich zu Beginn den Kinderchor Singsalasing an, der mit seinem Leiter Klaus Weigele aus der Oper „Der Evangelimann“ von Wilhelm Kienzl, den Chor „Selig sind, die Verfolgung leiden“ szenisch darbot. Akademieleiter Weigele schlüpfte dabei in die Rolle des Evangelimann und sang mit schöner voller Tenorstimme das Lied, das er anschließend den ihn umringenden Kindern beibrachte. Dies war ein inspirierender Auftakt für die Chorsänger des Liederkranzes, die anschließend den mystisch anmutenden „Pilgerchor“ aus Richard Wagners „Tannhäuser“, mit der bewährten Orgelbegleitung von Thomas Fischer, frisch und in flottem Tempo sangen.

Mit dem Ertönen der Röhrenglocken kündigte sich der „Glockenchor“ aus der Oper „Alessandro Stradella“ von Friedrich von Flotow an, gefolgt vom „Pilgerchor“.

Die Chor-Stücke wurden absolut sicher und in schöner Klanggeschlossenheit vom Chor vorgetragen. Zur klanglichen Vielfalt und Erweiterung trugen die Begleitinstrumente Klavier und Flöte wesentlich bei. Martin Straub am Klavier ersetzte das Opernorchester und begleitete souverän die meisten Stücke.

Christian Prader schlüpfte mit der Flöte in die Rolle der Gesangsolisten. Zusammen mit dem Klavier konnte man immer wieder sein wunderschönes Solospiel genießen, so auch beim „Trauungszug“ aus „Die Stumme von Portici“ von Daniel-Francois-Esprit Auber, oder später bei der Solonummer „Reigen seliger Geister“ aus „Orpheus und Euridike“ von Christoph Willibald Gluck.

Es folgten zwei Chöre von Giuseppe Verdi und der Marienhymnus „Regina Coeli“ aus „Cavalleria Rusticana“ von Pietro Mascagni. Nach der Pause kam mit „O Isis und Osiris“ aus der „Zauberflöte“ von Mozart ein Beispiel aus dem altägyptischen Osiriskult zu Gehör. Zusammen mit dem Männerchor sang Klaus Brecht mit sonorer Stimme eindrucksvoll die Arie des Sarastro.

Ein schönes Beispiel des gemeinsamen Musizierens von Chor, Flöte und Klavier, war der Chor „La Vergine degli Angeli“ aus „Die Macht des Schicksals“ von Verdi.

Chorleiter Walter Gropper hatte die stattliche Zahl seiner Sängerinnen und Sänger bestens vorbereitet und führte sie mit großer Aufmerksamkeit und Zuwendung durch die zahlreichen Titel.

Vorgesehen, aber nicht auf dem Programmzettel war die Arie der Agathe „Leise, leise fromme Weise“ aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber.

Der „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ und das Gebet „Schon die Abendglocken klangen“ aus „Das Nachtlager von Granada“ beendeten das Programm. Langanhaltender Beifall führte zum berühmten Gefangenenchor aus der Oper Nabucco.

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