Ohu, ohu, ohu schallt es durchs Rottumtal

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Ferdinand Leinweber

Zum 48. Großen Närrischen Nachtumzug in Ochsenhausen respektive Kuhhausen sind die Besucher geströmt. Das Spektakel erreichte die Rekordzahl von 105 Gruppen, 5000 Masken, etlichen Wagen und Musikkapellen, die aus dem großen Umkreis angereist waren.

Tagsüber hatte es immer wieder Regenschauer in der Stadt gegeben, aber der Abend blieb bis kurz vor Schluss verschont. So konnten die Gäste einen langen, schönen Abend mit viel Musik und Unterhaltung genießen.

Bereits viele Stunden vor Beginn dieses traditionellen und wohl bekanntesten Nachtumzugs im Land gaben etliche Musikgruppen an verschiedenen Stationen ein Ständchen zum Besten, bevor sie die Gäste mit einem Platzkonzert am Adlerplatz auf das Fest einstimmten.

Nicht nur das diesjährige Motto „Día de los muertos a la KGO – Wir feiern bunt und fröhlich wie in Mexiko!“ stand ab 19.31 Uhr im Vordergrund. Dichtgedrängt standen die Gäste an der Umzugsstrecke und stimmten in die verschiedenen Narrenrufe ein. Dafür wurden sie beschenkt, aber auch mit viel Konfetti eingerieben, wenn es nicht geklappt hat mit dem Narrenruf.

Wer kennt denn den Ruf der Narrenzunft Berger Alafanz? „S’Holz isch weg – jetzt hosch d’Dreck“ oder der Illertaler Wasserbätscher mit ihrem „D’Schuppa grea ond blau die Hoar, Bätscher kommat jedes Joahr!“ Alle Zünfte zu nennen wäre unmöglich, denn sie kamen von A wie die Schedder-Häxa aus Altenstadt bis zur Wangener Narrenzunft Kuhschelle weiß/rot mit ihrem „Schelle – schelle – schellau“- Narrenruf. Viele Gruppen waren von weither angereist. „Dies machte heuer diesen Umzug besonders interessant und ist nicht zu toppen“, meinte ein Besucher. „Viele neue Gruppen sind dabei, die ich noch nie gesehen habe, dazu die Gruppenbegleitung mit Fackelträgern in dieser mystische Dunkelheit – ja dieser Nachtumzug hat was.“

Auch die von der Narrenzunft mit verschiedenen Vereinsmotiven bedruckten Umzugsplaketten zum Sammeln und Anstecken kamen bei den Besuchern gut an.

„Das ist jedes Jahr ein Must-Go-Fest“, fügte ein junger Besucher hinzu. „Feiern, lustig sein, schöne Hexen kennenlernen, obwohl das sehr schwer ist, schöne zu finden, hier passt einfach alles“, sagt er und verschwindet mit einem „Ohu“ aus dem Kuhhauser Narrenruf in der Menge. Die Umzugsschlange wollte dieses Jahr gar nicht enden, bis der Wagen des Elferrats der KG-NZ Ochsenhausen mit der Nummer 105 das Ende des Nachtumzugs einläutete.

Das Fest war da natürlich noch lange nicht vorbei, denn in vielen Zelten, der örtlichen Gastronomie oder auch privat wurde noch lange weitergefeiert.

Diese Umzugsnacht ist eben eine Feiernacht. Und am nächsten Morgen ist es auch wie jedes Jahr: Vereinzelte Maskenträger suchen verzweifelt ihre Mitfahrgelegenheit, um endlich heimzukommen.

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