Ochsenhausen reist als Favorit nach Jülich

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Stefan Fegerl und die TTF Liebherr Ochsenhausen sind am Sonntag in Jülich gefordert.
Stefan Fegerl und die TTF Liebherr Ochsenhausen sind am Sonntag in Jülich gefordert. (Foto: Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung

Keine 48 Stunden nach dem Pokalspiel gegen Fulda am Freitagabend wartet auf die TTF Liebherr Ochsenhausen das Auswärtsspiel in der Tischtennis-Bundesliga bei Aufsteiger TTC indeland Jülich. Nach der Niederlage am dritten Spieltag in Mühlhausen brauchen die TTF am Sonntag um 15 Uhr in Jülich einen Sieg, um Düsseldorf und Mühlhausen auf den Fersen zu bleiben.

Es war eine kuriose Situation vor dem letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2017/18. Die Jülicher, die sich als einziger Klub aus dem Unterhaus für die Bundesliga beworben hatten, standen auf einem Abstiegsplatz – wären sie dort geblieben, würden sie jetzt in der dritten Bundesliga Nord aufschlagen. Doch das Team behielt die Nerven und hatte das Glück des Tüchtigen. Es gewann gegen Frickenhausen und erhielt Schützenhilfe von Bad Hamm, das in Mainz siegte. Somit stand Jülich am Ende über dem Strich und darf sich nun Erstligist nennen.

Die Jülicher sind nun keine finanziellen Experimente eingegangen. Sie wollen sich langsam wieder in der Bundesliga etablieren. Immerhin war Jülich jahrelang eine der ersten Adressen im deutschen Mannschaftstischtennis. In dieser Saison haben die Jülicher Belgiens Nummer drei und vier unter Vertrag. Dazu wurde mit dem ehemaligen LMC-Studenten Dennis Klein, den es von Saarbrückens Zweitligatruppe nach Jülich zog, ein ambitionierter, aufstrebender deutscher Nachwuchsspieler verpflichtet.

Linkshänder Devos ist Champions-League-erfahren und der gefährlichste Spieler. Als einziger Akteur hat er derzeit eine positive Bilanz. Doch das Manko ist, dass das Belgien-Duo Devos/Allegro eigentlich für das Doppel gesetzt ist und man unter dieser Voraussetzung dazu verdammt ist, Klein als Nummer eins aufzustellen, der an Position drei sicher viel bessere Chancen auf Zählbares besäße. So sind die Jülicher relativ leicht auszurechnen und in ihren taktischen Möglichkeiten limitiert. Das ist Trainerfuchs Miroslav Broda natürlich auch bewusst, deswegen experimentierte er zuletzt gegen Bergneustadt, brachte Devos an eins und nominierte Allegro und Klein für das Doppel, zu dem es aber erst gar nicht kam.

Zwei Heimspiele hatte der Traditionsklub, der von 1977 bis 2010 ohne Unterbrechung erstklassig gespielt hat, bereits. Beide Male – gegen Grenzau und Bergneustadt – spielte er recht ordentlich mit, doch die Partien gingen jeweils mit 1:3 verloren. Auch die TTF wollen den Aufsteiger schlagen. „Wir wissen, dass wir als Favoriten nach Jülich fahren, aber jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden“, sagt Cheftrainer Dmitrij Mazunov. „Wir werden den Gegner keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, sondern möchten im letzten Spiel vor der Europameisterschaftspause einen Sieg einfahren.“

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