Ochsenhausen ernennt Alfred Remmele zum Ehrenbürger

Lesedauer: 5 Min
Eine unternehmerische Lebensleistung hat die Stadt Ochsenhausen mit ihrer höchsten Auszeichnung geehrt:In den vergangenen 100 J (Foto: Strohmaier)
Schwäbische Zeitung
Michael Hänssle

Ganz groß gefeiert sei bei der Ochsenhauser Firma Südpack, trotz einer bald 50-jährigen Firmenerfolgsgeschichte, bislang noch nicht. Aus einem besonderen Grund werde dies mit einer doppelten Premiere passgenau in der neuen Halle nachgeholt, betonte Firmenchef Johannes Remmele am Mittwochabend: Vor der Einweihung der neuen Produktionshalle BA 14 hat die Stadt Ochsenhausen seinem Vater, dem Seniorchef und Firmengründer Alfred Remmele, das Ehrenbürgerrecht verliehen.

In herausragender Weise habe sich Seniorchef Alfred Remmele um Ochsenhausen verdient gemacht, betonte Bürgermeister Andreas Denzel in seiner Laudatio. Die in den vergangenen 100 Jahren nur sechsmal vergebene höchste Ochsenhauser Ehrung habe sich Alfred Remmele verdient. Der „Bill Gates von Ochsenhausen“ hatte das Verpackungsunternehmen 1964 in einer Garage am Ochsenhauser Ortsrand begonnen und zu einem Erfolgsmodell mit europaweit insgesamt gut 1000 Mitarbeitern ausgebaut. Alfred Remmele, eine Unternehmerpersönlichkeit mit Ecken und Kanten, sei jedoch nicht nur ein Industriepionier, der in Ochsenhausen ein Stück Wirtschaftsgeschichte geschrieben, sondern auch ein Förderer von Sport, Kunst und Kultur. Beim doppelten Glückwunsch rief ihm sein Sohn Johannes zu, dass sich der Vater mit der neuen, rund zwölf Millionen Euro teure Produktionsstätte selbst das schönste Geschenk gemacht habe und sie ihm, der diese Investition maßgeblich begleitet habe, zwangsweise zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt haben.

Landrat Dr. Heiko Schmid gratulierte dem neuen Ochsenhauser Ehrenbürger mit dem Kompliment, dass die Stadt mit dieser Ehrung ein Zeichen setze, wer ihm besonders wichtig ist. Der Südpack-Firmenerfolg basiere seines Erachtens auf konsequentes Agieren und Einsatzfreude, die sich in dem neuen, im Kreis einzigartigen „Mordsbau“ BA 14 manifestiere und überreichte ihm ein Holzkreuz aus Mooreiche vom Federsee. Im Rahmen der kirchlichen Segnung durch Dekan Sigmund Schänzle und dem evangelischen Pfarrer Jörg Schwarz folgten als weitere Geschenke eine ökumenische Bibelbearbeitung sowie eine Benediktus-Medaille. In seinem finalen Dank an die Wahlheimat Ochsenhausen für die Ehrung konnte sich Alfred Remmele dennoch eine kleine Spitze nicht verkneifen: „Es freut mich, dass mir die Stadt Ochsenhausen nach so langer Anwesenheit die Ehre gibt“.

Im Beisein vieler Gäste aus Wirtschaft und Politik sowie den am Bau Beteiligten und 100 Südpack-Mitarbeitern ließ der Leutkircher Architekt Stefan Redle im Anschluss die Geschichte der neuen Produktionshalle Revue passieren. Es sei für alle am Bau Beteiligten eine Herausforderung gewesen, die klare Aufgabenstellung und enge Terminierung zu meistern. Südpack-Geschäftsführer Johannes Remmele freute sich, dass mit Redle ein kompetenter Fachmann gefunden worden sei, der stets sehr zurückhaltend agierte, in der Sache aber knallhart gewesen sei, zum Wohl des Projekts: Diese moderne Halle passt zu unserem Image. In seinem Dank schloss er die Stadt Ochsenhausen, die Nachbargemeinde Erlenmoos und die Kreisverwaltung für den erfreulich zügigen Instanzenweg und die Mithilfe bei der relativ raschen Realisierung des Projekts ein. Bereits im frühen Stadium des Baus habe man die Öffentlichkeit eingebunden, etwa auch durch einen Informationsabend für Anwohner und Bürger, bei denen die Sorgen und Probleme in direkten Gesprächen ausgeräumt werden konnten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen