Kräuterfest wächst an neuem Standort weiter

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 Das Ochsenhauser Kräuterfest zieht um: In den vergangenen Jahren fand die Veranstaltung in der Stadtmitte statt, nun gibt es Kü
Das Ochsenhauser Kräuterfest zieht um: In den vergangenen Jahren fand die Veranstaltung in der Stadtmitte statt, nun gibt es Küchenkräuter und Co. im Konventgarten des Klosters. (Foto: Archiv: Ferdinand Leinecker)

Das Kräuterfest in Ochsenhausen erfindet sich im zehnten Jahr seines Bestehens teilweise neu. So schlägt die Veranstaltung mit Markt, Vorträgen und Theater ihre Zelte nicht mehr in der Innenstadt auf, sondern im Konventgarten des Klosters. „Das macht die Vorbereitung natürlich aufwendiger als in den Vorjahren“, sagt Organisatorin Renate Schlegel. Der Kneipp-Verein hofft auch am neuen Standort auf viele Besucher am Samstag, 25. Mai.

Wer die Verantwortlichen nach dem Grund für den Umzug des Kräuterfests fragt, bekommt eine Reihe an Gründen genannt. In den vergangenen Jahren fand das Fest auf und rund um den Marktplatz statt. Das brachte aber auch einiges an Bürokratie mit sich, weil beispielsweise Straßensperrungen beantragt werden mussten.

Zudem verschärfe sich in diesem Jahr die Parkplatzsituation, weil die Bauarbeiten auf der Rottuminsel starten sollten, erläutert Schlegel. Darüber hinaus steht einen Tag später die Kommunal- und Europawahl an, weshalb öffentliche Gebäude wie Rathaus oder Schranne an dem Wochenende nicht zur Verfügung stünden.

Mehrere Parkplätze in der Nähe

„Es gibt mehrere praktische Gründe, warum wir den Standort wechseln“, fasst die stellvertretende Vorsitzende des Kneipp-Vereins zusammen. „Ich sehe das mit einem lachenden und weinenden Auge. Einerseits bietet der Konventgarten viele tolle Möglichkeiten, andererseits fehlt etwas in der Stadt.“ Vorteil am Kloster sei, dass es dort mehrere Parkplätze in unmittelbarer Nähe gebe und das Ambiente stimme.

„Und Kneipp war ja ein Priester. Deshalb ist der Konventgarten mehr als passend für das Kräuterfest“, ergänzt der Vorsitzende des Kneipp-Vereins Rainer Schick. Damit die Besucher auch vom Zentrum den Weg dorthin finden, sollen Wegweiser aufgestellt werden. Geschätzt 3000 Besucher kamen im vergangenen Jahr.

Weitere ehrenamtliche Helfer willkommen

Neu mit dabei ist der Trachtenkreis Ochsenhausen. Die Mitglieder kümmern sich nicht nur um den Aufbau der Versorgungszelte, sondern übernehmen in Zusammenarbeit mit Helfern des Kolpingvereins und des Kneipp-Vereins die Bewirtung an diesem Tag.

Den Organisatoren fällt damit ein Stein vom Herzen, war doch länger unklar, wie es weitergehen sollte, nachdem die Webergruppe ihr Engagement im vergangenen Jahr beendet hatte. Daher sei intensiv nach einem Ersatz beziehungsweise einer alternativen Lösung gesucht worden, was kein einfaches Unterfangen war, so Rainer Schick. Schlegel sagt: „Weitere ehrenamtliche Helfer sind natürlich gerne willkommen.“

60 Aussteller mit dabei

Etwa sechs Wochen vor dem Veranstaltungstermin befinden sich die Planungen auf der Zielgeraden. Diese stellten für die Verantwortlichen in diesem Jahr eine große Herausforderung dar. „Wir konnten schließlich kaum auf Bewährtes zurückgreifen“, sagt Schlegel. Das betrifft auch die Anordnung der Stände.

So sind diesmal etwa 60 Aussteller – und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahren – anwesend. „Viele Händler bewerben sich inzwischen initiativ bei uns“, erläutert Schlegel die steigende Zahl an Ausstellern. Diese präsentieren an dem Samstag neben Kräuter- und Pflanzenarten auch Kräuterprodukte sowie Dekogegenstände.

Einerseits bietet der Konventgarten viele tolle Möglichkeiten, andererseits fehlt etwas in der Stadt. Renate Schlegel

Zentraler Bestandteil des Programms sind auch wieder die Vorträge. Ein Schwerpunkt sei diesmal das Thema „Artenvielfalt“, so Schlegel. Die Geschäftsstellenleiterin des Nabu Allgäu-Donau-Oberschwaben, Sabine Brandt, spricht zum Beispiel über „Insektenschwund – Fakten, Ursachen, Perspektiven“ und Gartenarchitektin Elke Zimmermann zeigt Interessierten, wie sich ein lebendiger Garten gestalten lässt. Weitere Vorträge, die sich über den ganzen Tag verteilen und im Foyer des Gymnasiums Ochsenhausen stattfinden, sind geplant.

Das Gymnasium und Schülerforschungszentrum bieten an der Schule auch mehrere Workshops rund ums Wasserrad an. Auch werden die Schülerprojekte „Waldroboter“, „Besiedelung eines Wildbienenhotels“ und „Feinstaub-App“ näher vorgestellt. Führungen, Kinderprogramm, das Kräutertheater sowie musikalische Einlagen runden das Programm ab. Schlegel sagt: „Und die ein oder andere Überraschung haben wir auch noch parat.“

Klösterliches Kräutertheater

Das Theater am Ochsenbrunnen ist Vergangenheit, stattdessen gibt es künftig klösterliches Kräutertheater. D’r Nesselsepp aus Nesselwang soll es richten. Er schwört auf die Heilkraft der Brennnesseln, sei es als Tee, Salbe oder Salat. Doch in diesem Nesselkessel trifft er auf die Nesseldame Urtica und auf die Nesselschwester Bernadette. Mehr noch als die Nesseln brennt sein Herz. Dann das Problem mit der Elfriede: Sie macht nämlich Pestizide.

Regisseur Olaf Göttert verspricht ein „brennend komisches Theater“ rund um die Brennnessel. Den Text liefert Franz Baur. Das Kräutertheater ist eine Tochter des Amateurtheaters Ochsenhausen, das am Samstag, 25. Mai, um 11, 13 und 15 Uhr zu sehen ist. Hubert Wiest und seine Gruppe sorgen für die musikalische Umrahmung.

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