Kleine Forscher entdecken Krummbach

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Konzentriert gingen die Schüler der Klasse 4a bei ihren Untersuchungen ans Werk.
Konzentriert gingen die Schüler der Klasse 4a bei ihren Untersuchungen ans Werk. (Foto: Birga Woytowicz)
Birga Woytowicz

Die Klasse 4a der Grundschule Ochsenhausen hat am Montag den Krummbach unter die Lupe genommen. Dazu verlegten Schüler und Klassenlehrerin Sonja Butscher den Unterricht für ein paar Stunden vom Klassenzimmer ins Ökomobil des Regierungspräsidiums Tübingen, das auf dem Wanderparkplatz abgestellt war.

Im Sachkundeunterricht hatten die Schüler in den vergangenen Wochen alles zum Thema „fließende Gewässer“ gelernt. Nun folgte die Praxis. Zur Einstimmung schilderten die Viertklässler Sabine Reußlink, Mitarbeiterin des Regierungspräsidiums Tübingen beim Referat Naturschutz, wie sie ihre Zeit sonst am Krummbach verbringen: „Viele gehen hier wandern, machen Sport oder gehen mit ihrem Hund Gassi. Nun können die Kinder auch mal erleben, welche Tiere es hier gibt.“

Ausbeute sehr gering

Die ersten Fische und eine Ente entdeckten die Schüler sofort. Dann ging es auf die Suche nach den kleinen Wasserbewohnern: Mithilfe von Sieben fischten die Viertklässler diese aus dem Krummbach. „Die Ausbeute war leider sehr gering. Die Quelle ist sehr nah, dadurch ist der Krummbach hier sehr nährstoffarm. Vielleicht liegt es aber auch an der Landwirtschaft.“ Genau kann Reußlink die Gründe nicht festmachen, dazu bräuchte es eine chemische Untersuchung.

Insgesamt gab es zwar weniger Tiere als erhofft. Aber darunter viele verschiedene Arten: Flohkrebse, ein Egel, eine Schlammschnecke, Köchel- oder Eintagsfliegenlarven. Unter dem Mikroskop konnten die Schüler ihre Schätze dann beobachten: „Ich habe hier eine Röhre mit einem Tier drin. Es sieht so aus wie ein Steingehäuse. Es hat rote Augen und sieht irgendwie richtig süß aus.“ Die zehnjährige Lea Werner hat eine Steinfliegenlarve erwischt. Sie möchte wissen, wie sie sich am Krummbach am besten verhält, um die Tiere nicht zu zerdrücken. Ihre Klassenkameradin Victoria Krzywon, neun Jahre alt, findet, dass ihre Knöchelfliegenlarve wie ein Käfer aussieht: „Ich glaube, ich habe einen Darm gesehen. Das sieht irgendwie ekelhaft aus. Aber das Tier kann ja nichts dafür.“

Sozialkompetenzen gefördert

Alle am Tisch müssen lachen, weil die Tiere immer in Bewegung sind: „Die zappeln die ganze Zeit. So als ob sie tanzen“, ist Lea begeistert. Ihr Mitschüler Maxim Stiben (zehn Jahre) wünscht sich mehr von solchen Projekten: „Es macht mir viel Spaß. Zum allerersten Mal habe ich die Tiere so groß gesehen. Ich hoffe, ich lerne heute noch ein paar mehr Tiere kennen.“

Sabine Reußlink ist zufrieden mit den Nachwuchsforschern. Sie tourt schon seit 16 Jahren mit dem Ökomobil durch den Regierungsbezirk. Dass die Kinder so gut mitmachen, sei keine Selbstverständlichkeit: „Sie sind super gut vorbereitet und haben sogar verschiedene Bäume und Pflanzen erkannt. Sie sind sehr fair miteinander. Das sind keine Ellbogenkinder.“ Das Ökomobil vermittelt zwar in erster Linie Themen aus dem Bereich Umwelt und Naturschutz. Aber es gehe auch um Sozialkompetenz und Teambuilding. „Bevor die Kinder überhaupt ins Ökomobil dürfen, müssen sie es gemeinsam durch ein schwingendes Seil schaffen. Erst wenn alle gleichzeitig durch das Seil gelaufen sind, dürfen sie rein“, erklärt Reußlink.

Es war der erste Besuch des Ökomobils in Ochsenhausen. Aber vermutlich nicht der letzte. Klassenlehrerin Sonja Butscher will sich an die Planung für eine 24-Stunden-Aktion machen: „Bei einer Wildnisnacht verbringen die Kinder einen ganzen Tag im Wald und bauen sich dann auch selbst ein Lager auf.“ Die Schüler seien begeistert von der Idee. Aber jetzt müssten erst einmal die Eltern ihre Zustimmung geben. Für den Fall, dass alle Stricke reißen, hat Lea einen Notfallplan: „Wir wohnen direkt am Wald und da gibt es auch einen See. Sonst machen wir das einfach bei mir zu Hause.“

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