Janosch-Ausstellung geht zu Ende

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Schwäbische Zeitung

Die diesjährige Große Sommerausstellung mit Janosch in Ochsenhausen geht zu Ende. Nur noch bis einschließlich Sonntag, 6. Oktober, sind in der Städtischen Galerie im Fruchtkasten des Klosters die Bilder des berühmten Kinderbuchautors zu sehen. Tausende von Besuchern haben seit der Eröffnung der Ausstellung im Juli die Gelegenheit genutzt, neben den bekannten Figuren wie dem kleinen Tiger und dem kleinen Bär das umfangreiche künstlerische Werk von Janosch zu entdecken.

Kein deutscher Schriftsteller hat Kinder und heutige Erwachsene mit seinen Kinderbüchern so geprägt wie der 1931 als Horst Eckert in Oberschlesien geborene Janosch. „Oh, wie schön ist Panama“ oder „Post für den Tiger“ sind Klassiker, die bis heute in kaum einem Kinderzimmer fehlen. 1960 erscheint das erste Kinderbuch mit dem Titel „Die Geschichte von Valek dem Pferd“. Ihm folgen zahlreiche weitere. Anfang der 1980er-Jahre werden Tiger und Bär zu seinen wichtigsten Figuren. Mit mehr als 150 Büchern in Millionenauflage, zahlreichen Illustrationen und Filmen wird Janosch weit über Deutschland hinaus bekannt. Für sein Werk wird er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt München und dem Deutschen Jugendbuchpreis.

Janosch erschafft jedoch nicht nur Kinderbücher. Mit dem autobiographischen Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ schreibt er 1970 sein erstes Buch für Erwachsene. In seinen Büchern für Erwachsene verarbeitet Deutschlands bekanntester Kinderbuchillustrator unter anderem Erlebnisse aus seiner schwierigen Kindheit. 2013 beginnt Janosch, jede Woche eine Kolumne für das Zeit-Magazin zu zeichnen. Herr Wondrak ist geboren – eine Kultfigur, wie sein Schöpfer Janosch gerne wäre: ein Antiheld, der scheinbar alles falsch macht, aber dank seiner unkonventionellen Lebensphilosophie letztlich doch immer richtig liegt.

Neben seiner Tätigkeit als Autor ist der seit vielen Jahren auf Teneriffa lebende und arbeitende Janosch als freischaffender Maler tätig. Seine Bilder mit ihrem unverkennbaren Zeichen- und Malstil sind voller Witz und Humor, haben aber auch Kritik an der Gesellschaft zum Thema. Vor allem aber sind sie voller Zauber und Poesie und entführen bis heute Menschen jeden Lebensalters in das bunte Land der Phantasie.

Die Ausstellung im Ochsenhauser Fruchtkasten ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 Uhr bis 17 Uhr. Am Donnerstag, dem Tag der Deutschen Einheit, ist die Ausstellung von 11 Uhr bis 19 Uhr zu sehen. Zusätzlich finden an diesem Tag um 15 Uhr und um 17 Uhr öffentliche Ausstellungsführungen statt. Weitere öffentliche Führungen gibt es am Samstag und Sonntag jeweils um 15 Uhr. An den Führungen kann jeder Besucher ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.

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