Heiliger Benedikt: Vater der Klöster

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 Der Heilige Benedikt, hier auf einer Wandmalerei im Kloster Ochsenhausen.
Der Heilige Benedikt, hier auf einer Wandmalerei im Kloster Ochsenhausen. (Foto: SSG)
Schwäbische Zeitung

Der Heilige Benedikt von Nursia ist der Vater aller abendländischen Klöster. Der 11. Juli ist sein Gedenktag. Der Orden, den er im sechsten Jahrhundert ins Leben rief, besteht heute noch: die Benediktiner. Auf ihn geht das berühmte „Ora et labora“, „Bete und arbeite“ zurück, die Grundregel, die für fast alle klösterlichen Gemeinschaften gilt. Noch heute zeugen eindrucksvolle Klöster vom Wirken des Ordens, den er gegründet hat: darunter das Kloster von Ochsenhausen.

„Ora et labora”, Bete und Arbeite: Diese Aufforderung kennen heute noch alle und verbinden sie mit dem Leben in einem Kloster. Die knappe Formulierung ist der Kern der „Regulae Benedicti“, der Ordensregel des Benedikt. 529 verfasste Benedikt sein berühmtes Regelwerk, das Vorbild und Maßstab für alle nachfolgenden Klosterregeln im christlichen Abendland wurde. Das Leben in der Gemeinschaft ist streng geregelt, mit einem festen Tagesablauf von Gebet und Arbeit. Nichts soll die Menschen von Gott ablenken.

Der Geist der Benediktiner sorgte im Mittelalter für eine Blüte der Klöster. Zahlreiche Adlige vermachten ihnen ihre Besitztümer. In den Klosterbibliotheken wurde kostbares Wissen gesammelt und bewahrt. Klöster waren Orte der Bildung. In Südwestdeutschland brachte die Reformation des 16. Jahrhunderts für viele Klöster das Ende; und am Beginn des 19. Jahrhundert löste die Säkularisierung die noch verbliebenen Konvente auf. Heute sind die berühmten Klöster in Baden-Württemberg, betreut von den Staatlichen Schlössern und Gärten, Anziehungspunkte für viele Menschen. Die Benediktinerklöster in Oberschwaben sind im Ursprung mittelalterlich, aber präsentieren sich heute als prachtvolle barocke Neubauten, wie Wiblingen oder Ochsenhausen. Hier zeigten die Benediktiner im 17. und 18. Jahrhundert ihren Reichtum und den Einfluss, den sie als Territorialherren errungen hatten. Ochsenhausen zeigt, wie fortschrittlich der Orden am Ende des 18. Jahrhunderts sein konnte: Damals wurde eine Sternwarte in einem Eckturm des Klosters eingerichtet, bis heute zu besichtigen.

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