Feuerwerk der Klänge beim Schwäbischen Frühling

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 Das Janoska-Ensemble begeisterte das Publikum.
Das Janoska-Ensemble begeisterte das Publikum. (Foto: Steffen Dietze)
Gerhard Trüg

Einen mitreißenden Konzertabend haben die Zuhörer am Samstagabend im vollbesetzten Bräuhaussaal beim Schwäbischen Frühling erlebt. Schon vor zwei Jahren ließen die vier Musiker des Janoska-Ensembles, mit den Brüdern Ondrej, Roman und Frantisek Janoska (Violinen und Klavier) und Julius Darvas (Kontrabass), an gleicher Stelle aufhorchen. Mit ihrem Konzertprogramm „Revolution – Janoska-Style meets Beatlemania“ setzten sie neue Zeichen.

Ihr unverwechselbarer Janoska Style verbindet Klassik mit hoher Improvisationskunst und mit den Evergreens der Beatles. So wie die „Fab Four“ aus Liverpool die Popmusik revolutionierten, so ist ihr Stil geprägt von der revolutionären Verbindung und Durchmischung der Epochen und Genres.

Irres Feuerwerk der Klänge

Los ging’s mit der „Marseillaise“ in Verbindung mit Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit“ von Mozart. Dazwischen erklangen einige Takte aus „Love is all you need“ der Beatles. Musikalisch war das Ganze verpackt in ein irres Feuerwerk der Klänge, erzeugt von den Tremoli und den wahnsinnig schnellen Tonkaskaden der Violinen, mit dem soliden Klangfundament des Kontrabasses. Frantisek am Klavier zeigte sich als Improvisationskünstler der Extraklasse. Mit seinen die ganze Klaviatur auskostenden Läufen und rhythmischen Impulsen in freier Improvisation, im perfekten Zusammenspiel mit seinen auf gleichem Niveau spielenden Brüdern an den Violinen, entstand ein Klanggemälde von überragender Qualität. Dazwischen, erfuhr man, war noch das jüdische Glückwunschlied „Koshn Kale Masl Tov“ eingebaut.

Wenn schon Beatles, dann darf „Yesterday“ nicht fehlen. Im Gegensatz zum ersten Stück konnten die Zuhörer erleben, wie die Melodieseligkeit des Lieds von den zweistimmig geführten Violinen, den Doppelgriffen und der lyrischen Improvisation des Klaviers stimmungsgemäß eingefangen wurde.

Improvisation vom Feinsten

Beim „Präludium und Allegro in Style of G. Pugnani“ von Fritz Kreisler konnte man schon erahnen, was einen erwartet: Janoska Style pur, mit Improvisationskunst vom Feinsten, im rasend schnellen Zusammenspiel der Violinen mit dem Klavier.

Im persönlichen Statement erfuhren die Zuhörer, dass die drei Brüder schon mit vier Jahren an die Musik herangeführt wurden, viel geübt, und auch gelernt haben zu improvisieren. Julius Darvas hat in die Familie eingeheiratet und so ist das Janoska-Ensemble ein richtiges Familienunternehmen.

Allen ist Johann Sebastian Bach der liebste Komponist. Mit der Aufforderung: „Fliegen Sie mit uns über Ochsenhausen“, hörte man die „Air“ aus der 3. Orchester-Suite.

Als Roman Janoska am 7. August auf Tournee in St. Petersburg die Nachricht erreichte, dass seine Frau schwanger ist, schrieb er sein Stuck „Hello Prince“ im 7/8-Takt. Inmitten der mitreißenden Klavierimprovisationen hörte man plötzlich das Wiegenlied „Guten Abend, gut Nacht“ von Johannes Brahms durchschimmern.

Klassik meets Jazz, die Verbindung von Ludwig van Beethoven mit Cole Porter, mit der „Mondscheinsonate“ und den fabelhaft gespielten Klavierumspielung im Stück „Cole over Beethoven“, war ein weiteres Highlight.

Auch Pianist Frantisek machte mit „Leonidas“ seinem Zweitgeborenen ein musikalisches Geschenk.

Der nicht enden wollende Beifall führte zu zwei Zugaben: Der groovenden Filmmusik zu „Mission Impossible“ von Lalo Schifrin und dem „Rumba for Amadeus“, nicht, wie man vermuten könnte, zu Ehren von Wolfgang Amadeus, sondern zu Ehren von Frantiseks Sohn Amadeus.

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