Timo Boll will mit Borussia Düsseldorf die Scharte des vergangenen Jahres im Pokal auswetzen, als die Mannschaft bereits im Vie
Timo Boll will mit Borussia Düsseldorf die Scharte des vergangenen Jahres im Pokal auswetzen, als die Mannschaft bereits im Viertelfinale ausschied. Düsseldorf trifft im Halbfinale in Neu-Ulm auf den Titelverteidiger Ochsenhausen. (Foto: imago images/Revier)
Schwäbische Zeitung

Die TTF Liebherr Ochsenhausen wollen in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena am Samstag den Titel als deutscher Tischtennis-Pokalsieger verteidigen. Im Halbfinale treffen die TTF auf den deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Im zweiten Halbfinale stehen sich der Bundesliga-Tabellenführer Saarbrücken und Grünwettersbach gegenüber. Die Halbfinals beginnen um 11 Uhr, das Finale ist für 14 Uhr angesetzt.

Borussia Düsseldorf: Beinahe wäre der Traum vom Titel schon im Achtelfinale ausgeträumt gewesen: Der SV Werder Bremen, eines der besten Teams der bisherigen Saison in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL), forderte der Borussia alles ab. Nach 0:2-Rückstand kämpften sich die Hanseaten noch ins Finale, in dem dann erst Anton Källberg und Omar Assar für ein Aufatmen bei Düsseldorf sorgten. Insbesondere Timo Boll hatte an diesem Nachmittag im September einen schweren Stand. Der 38-Jährige unterlag mit 0:3 gegen Mattias Falck und musste im Anschluss anerkennen, regelrecht „hingerichtet“ worden zu sein. Leichter tat sich Düsseldorf im anschließenden Viertelfinale, gegen den TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell gab es ein 3:1. Die Hoffnung auf die Rückkehr auf den Thron also ist lebendig, mit der Teilnahme hat Düsseldorf das erste Etappenziel erreicht. Im Vorjahr nämlich war dies nicht geglückt, damals setzte es überraschend ein 2:3 im Viertelfinale gegen den ASV Grünwettersbach.

Diese Einschätzung belegt unter anderem ein Blick auf die bisherige Saison in der TTBL. Dort ist Düsseldorf nach dem 16. Spieltag zwar Zweiter mit zwei Punkten Rückstand auf den 1. FC Saarbrücken, allerdings punktgleich mit Ochsenhausen und Bremen.

Am 4. Januar dürften nun aber alle Topspieler bei Düsseldorf dabei sein, auch Kristian Karlsson hat sich nach seiner Fußverletzung stark zurückgemeldet mit einer 9:2-Bilanz. Ein entsprechend offener Schlagabtausch ist in Neu-Ulm zu erwarten. Während TTF-Trainer Mazunov ein „50:50-Spiel“ im Halbfinale erwartet, sagt Boll: „Ich glaube, es wird in Neu-Ulm ein ganz offenes Rennen um den Titel.“

1. FC Saarbrücken: Der 1. FC Saarbrücken hat sich in Stellung gebracht für den Titel: Als Bundesliga-Tabellenführer reist der deutsche Vizemeister mit großem Selbstvertrauen in die Ratiopharm-Arena. Mit Shang Kun hat Saarbrücken zur aktuellen Saison einen weiteren Führungsspieler geholt. Patrick Franziska konnte durch diese Verstärkung vermehrt aussetzen. Der Chinese gehört mit einer Bilanz von 14:3 zu den besten Spielern der Liga und wurde im bisherigen Saisonverlauf nur von Timo Boll, Paul Drinkhall (je 2:3) und Jakub Dyjas (0:3) bezwungen. Nach 16 Spieltagen in der Bundesliga, knapp drei Viertel der Hauptrunde also, thront der FCS mit 26:6 Punkten ganz oben, die Teilnahme an den Play-offs ist dem Team kaum noch zu nehmen.

Titel sollen es nun auch für Saarbrücken sein, möglichst schon in dieser Saison. Nachdem das Team im Vorjahr durch ein 2:3 im Viertelfinale gegen den TTC Zugbrücke Grenzau das Final-Four verpasst hatte, sollte dieses Mal unbedingt das Ticket für Neu-Ulm gelöst werden. Dies gelang den Saarländern mit einer 3:2-Revanche gegen Grenzau im Achtelfinale und einem 3:0 im anschließenden Viertelfinale gegen Bergneustadt. Ehe sich der Blick auf das Duell zwischen Rekordpokalsieger und Titelverteidiger richtet, hat Saarbrücken aber zunächst selbst eine Aufgabe zu lösen. Zwar sei der ASV Grünwettersbach „auf dem Papier die leichteste Aufgabe“, sagt Slobodan Grujic. Doch der FCS-Trainer ergänzt: „Trotzdem verfügen sie über eine starke Mannschaft und insbesondere ein gutes Doppel.“

ASV Grünwettersbach: Bereits jetzt kann der ASV Grünwettersbach auf eine historisch gute Saison blicken. Diese soll beim Liebherr-Pokal-Finale gekrönt werden. Die Abstiegssorgen sind längst verschwunden beim ASV Grünwettersbach. Mit 12:10 Punkten schloss das Team erstmals eine Hinrunde in der Bundesliga mit einer positiven Bilanz ab, sogar an die Play-off-Plätze hatten die Badener damit zwischenzeitlich angeklopft. Dass diese inzwischen in weite Ferne gerückt sind angesichts von derzeit 16:16 Punkten, mit denen sich das Team in die Weihnachtspause verabschiedet hatte, kann Grünwettersbach verschmerzen. „An die Play-offs haben wir ohnehin nie gedacht“, sagte ASV-Spieler Dang Qiu jüngst. „Wir können sehr zufrieden mit unserer bisherigen Saison sein.“

Der Weg ins Final-Four war für Grünwettersbach dabei wohl der leichteste aller Teams. Im Achtelfinale ging es gegen den TTC GW Bad Hamm, im Viertelfinale gegen den Tus Celle. Die Zweitligisten schlug der ASV jeweils mit 3:0 und gab dabei nur vier Sätze ab. „Wir haben vor der Saison das Ziel formuliert, erneut ins Final-Four zu kommen. Wir sind sehr froh, dieses Ziel erreicht zu haben“, sagt Trainer Joachim Sekinger.

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