Busbegleiter erfüllen „Ruhestifter“-Aufgabe

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Die erste Bilanz beim Ochsenhauser Busbegleiter-Modellprogramm ist positiv. Dennoch gibt es eine Liste von Verbesserungsvorschlä (Foto: Kobsa)
Schwäbische Zeitung
Michael Hänssle

Der Vorlauf war lang, mit vielen Besprechungen zum Busbegleiterprogramm gepflastert, das erste Fazit ist ermutigend: „Wir sind auf einem guten Weg mit dem Busbegleiterprogramm“. So umreißen die beiden Ochsenhauser Schulsozialarbeiterinnen Karin Kobsa und Samara Brödenfeldt die erste Bilanz nach dem Gesamttreffen. Am Zentralen Busbahnhof im Schulzentrum wird’s ruhiger und mehr Ordnung beim Ein- und Umstieg sei unverkennbar.

Von der Schulleitung des Vorreiter-Modells am Bildungszentrums Bodnegg, Konrektorin Christiane Stalschus, gab es vor der Ochsenhauser Einführung den Hinweis, dass das Projekt vier, fünf Jahre laufen müsse, ehe man es als fest verankert bezeichnen könne. So sehen es auch die beiden Schulsozialbeiterinnen: Nach und nach geht es voran. „ Vor und in den Bussen wird weniger gedrängelt, das Ein- und Umsteigen läuft zumeist gesittet ab und die Zahl der Schüler, die über Raufereien klagen, nimmt kontinuierlich ab“.

Anfangs wollte nicht jeder sein Busbegleiter-Bändel um den Hals tragen, heftete es lieber an die Jeans, erinnern sich die Sozialarbeiterinnen. Die Palette reichte damals von eher zurückhaltend agierenden „Ruhestiftern“ bis zu jenen, die mit vollem Einsatz ihren Dienst leisten. Das erkennbar gesteigerte Selbstwertgefühl der „Ruhestifter“ belegt, dass Vorbehalte, sie könnten von älteren Schülern nicht ernst genommen werden oder gar wegen ihrer Aufgabe angemacht werden, überholt ist. Die mehr als 50 Busbegleiter wuchsen, so Karin Kobsa, nach und nach in ihre Rolle hinein. Besonders erfreulich sei mittlerweile, dass gerade die früher schwierigen Schlussstunden am Zentralen Busbahnhof freitagmittags problemfrei sind, mittlerweile ruhig verlaufen. „Busfahrer und Busbegleiter schaffen mehr zusammen“, fügen Karin Kobsa und Samara Brödenfeldt als weiteres Plus hinzu. Erfreulich sei auch, dass viele Eltern starkes Interesse zeigen und bei den Klassenlehrern nachfragen.

Interaktiver Ausflug

Verbesserungswürdig, so hieß es beim jüngsten Gesamttreffen, sei die Aufsicht an Bushaltestellen, das Verständnis für die „Arbeit“ der Busbegleiter nebst stärkere Werbung für ihren Dienst. Ehe der zweite Kurs für neue Busbegleiter im November beginnt, wird das erste 55er-Team nun für ihren Einsatz belohnt. Am 20. Juli geht es zu einem, etwas anderen Ausflug, zu einem interaktiven Training nach Bad Waldsee in den dortigen Kletterparken Tannenbühl. <EA,1>Die gute Kooperation beim Busbegleiterprogramm verdeutlicht sich laut den beiden Schulsozialarbeiterinnen Karin Kobsa und Samara Brödenfeldt auch dadurch, dass ein Busunternehmen die Exkursion sponsert und die Stadt Ochsenhausen den Eintritt zahlt. Zudem ist ein Wettbewerb ausgelobt: Sie sollten den Vorfall, wie sie mutig eingegriffen haben, in Kurzform beschreiben. Es winken zwei Kinogutscheine.

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