Bahnhofsfest lockt wie jedes Jahr zahlreiche Besucher an

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Ferdinand Leinecker

Der „Tag des offenen Denkmals“ verbunden mit dem zehnten Bahnhofsfest der „Öchsle Schmalspurbahn“ hat am Sonntag wieder zahlreiche Besucher aus nah und fern angezogen. Besondere Aufmerksamkeit erregte die ehemalige Öchsle-Dampflok 99651.

Sie war im Juni in ihre alte Heimat zurückgekehrt (die SZ berichtete). 37 Jahre lang gehörte die kleine Lok zum täglichen Anblick in ihrer oberschwäbischen Heimat. Heute nach 45 Jahren in der Fremde wurde sie beim Bahnhofsfest von vielen Gästen bestaunt.

Beim Anblick des original Öchsles wurden bei älteren Besuchern Erinnerungen geweckt, so sagte eine Dame zu ihrem Mann: „Karle kannst du dich noch erinnern, wie wir jeden Tag mit diesem Zügle nach Biberach gefahren sind?“ „Ja und der Lokführer Kilian hat geschimpft, weil wir spät dran waren“, antwortete der Gatte. „Er hat aber immer gewartet und gegrinst, zehn Minuten Verspätung waren damals kein Problem.“ Nicht nur dieser Zug war eine Attraktion. Insgesamt vier Dampfloks sowie ein kompletter Zug mit originalen Personen- und Gepäckwagen waren zu sehen.

Doch es ging nicht nur ums Anschauen, man konnte den Zug auch im Betrieb erleben. Gezogen wird er von der denkmalgeschützten Ur-Öchsle-Lok 99633 aus dem Jahr 1899, die im vergangenen Jahr nach der Restaurierung wieder in Betrieb genommen wurde. Bei den Fahrten zwischen Ochsenhausen und Warthausen wechselt sie sich mit der Lok 99788 „Berta“ ab. Interessant für Eisenbahnfreunde war der Vergleich zweier weiterer Dampfloks, 99 651 und 99716 „Rosa“. Beide sind nicht betriebsbereit, konnten aber besichtigt werden. Sie stehen für verschiedene Bauserien, was der Laie aber nicht merkt, beide sind einfach schön anzuschauen.

Um den immerwährenden Durst der Loks endlich stillen zu können, wurde ein stilecht nachgebauter Wasserkran am Lokschuppen in Betrieb genommen. Ab sofort heißt es „Feuerwehrschläuche ade“.

Führungen gut besucht

Gut angenommen wurden die Führungen durch die Mitglieder des Öchsle-Schmalspurbahnvereins. Eine Frage stand im Mittelpunkt: Bitte, was ist ein Aufbruchvorgang? Da die Wagen auch auf normalen Schienen eingesetzt wurden, mussten sie für die Schmalspurbahn umgesetzt werden. Den Gästen wurde gezeigt, wie das damals vonstattenging.

Großen Wert legte der Verein darauf, ein Fest für die ganze Familie zu bieten. So gab es eine Kleinbahn für Kinder. Eine Handhebeldraisine rollte die Gäste über die Öchsle-Schienen. Bei Führerstandsmitfahrten auf der Dampflok 99 63, aber auch mit der historischen Diesellok V22-01 von 1965 sah man nur freudige Gesichter.

Die ausgestellten Oldtimer zogen neugierige Blicke auf sich. Viele besuchten zudem das Waschfrauenmuseum. Modellbahnfreunde hatten an der Ausstellung im Güterschuppen ihre Freude. Neben den regulären Öchsle-Verbindungen wurden zusätzliche Fahrten angeboten, die großen Zuspruch erfuhren.

Auf die Frage, was sich am Fest in den zehn Jahren verändert hat, sagte Andreas Albinger, stellvertretender Vereinsvorsitzender: „Natürlich haben wir, die ,Öchsle Schmalspurbahn‘ jedes Jahr eine Attraktion dazu bekommen, aber schön ist es zu sehen, dass immer mehr Menschen unseren Verein, unsere Arbeit annehmen und mit ihrem Besuch honorieren.“ Er dankte Mitgliedern, Sponsoren, Unterstützern. „Ohne die fleißigen Helfer wäre so ein Fest nicht mehr zu stemmen.“ Auf die riesige Besucherresonanz dürfe man gemeinsam stolz sein.

Mehr Bilder gibt es unter

www.schwaebische.de/bahnhofsfest2016

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