Autoren erinnern sichan ihre Schulzeit im ehemaligen Kloster

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 Hier im ehemaligen Kloster Ochsenhausen hat sich das schulische Leben der 1950er- und 1960er-Jahre abgespielt.
Hier im ehemaligen Kloster Ochsenhausen hat sich das schulische Leben der 1950er- und 1960er-Jahre abgespielt. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Das Kürzel LOS weckt in Ochsenhausen bei vielen älteren Menschen Erinnerungen an die Schulzeit. LOS steht für die Lehrerinnenoberschule, die nach dem Krieg in den Räumen des ehemaligen Klosters eingerichtet wurde. Die einstige Bildungsanstalt, um die sich bis heute zahlreiche Legenden und Anekdoten ranken, steht im Mittelpunkt einer Lesung, zu der das Klostermuseum Ochsenhausen am Donnerstag, 7. November, um 19.30 Uhr einlädt. Mit der Schriftstellerin Monika Taubitz und dem Heimat- und Brauchtumsforscher Ludwig Zimmermann sind dabei gleich zwei Autoren zu Gast.

Monika Taubitz ist in Niederschlesien geboren und gelangte nach der Vertreibung 1951 ins Allgäu. Von 1953 bis 1958 besuchte sie in Ochsenhausen die LOS beziehungsweise das spätere Aufbaugymnasium (ABG) und machte dort ihr Abitur. Später war sie als Lehrerin tätig und erwarb sich große Anerkennung als Schriftstellerin. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Eichendorff-Literatur-Preis. Die Stadt Meersburg, in der sie seit vielen Jahrzehnten lebt, verlieh ihr als erster Frau die Ehrenbürgerwürde. Die Erinnerungen an ihre Schulzeit in Ochsenhausen hielt Monika Taubitz in ihrem Büchlein „Chance und Bewährung“ fest.

Das Gegenstück zu Ochsenhausen für die männlichen Schüler war die „oberschwäbische Lehrerschmiede“ in Saulgau, wo der 1938 in Baustetten bei Laupheim geborene Ludwig Zimmermann auf seinen späteren Beruf als Lehrer vorbereitet wurde. Im vor wenigen Monaten erschienenen zweiten Band seiner Lebenserinnerungen blickt der Heimatforscher auf seine damalige Schulzeit und seine Anfänge als Pädagoge zurück. Ein von Monika Taubitz verfasster Abschnitt im Buch widmet sich auch der LOS in Ochsenhausen.

Zwischen den Schulen in Saulgau und Ochsenhausen gab es freundschaftliche Verbindungen, denn die Mädchen der Ochsenhauser LOS stellten traditionellerweise die Partnerinnen für den obligatorischen gemeinsamen Tanzkurs, aus dem nicht selten Freundschaften und Verbindungen für das ganze Leben entstanden.

Die Lesung vermittelt so nicht nur persönliche Einblicke in das schulische Leben der 1950er- und 1960er-Jahre, sondern lenkt zugleich den Blick auf ein wichtiges Kapitel oberschwäbischer Bildungs- und Kulturgeschichte, sind doch aus den Schulen in Ochsenhausen und Saulgau ganze Generationen von Junglehrern hervorgegangen. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

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