Ausstellung erweckt alte Villa drei Tage lang zum Leben

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Lilly Meier freut sich auf ihre Ausstellung am Wochenende. Noch ist keine endgültige Auswahl getroffen, welche Werke sie zeigt.
Lilly Meier freut sich auf ihre Ausstellung am Wochenende. Noch ist keine endgültige Auswahl getroffen, welche Werke sie zeigt. (Foto: Daniel Häfele)

Termine: Die Ausstellung ist am Freitag, 6. Juli, von 19 bis 22 Uhr, am Samstag, 7. Juli, von 17 bis 22 Uhr und am Sonntag, 8. Juli, von 14 bis 20 Uhr zu sehen.

Die Ochsenhauser Fotografin Lilly Meier zeigt eine neue Seite von sich. Während ihres Studiums zur Kunsttherapeutin erstellte sie Werke, die dem Betrachter eine Reise zu sich selbst ermöglichen sollen. Für ihre Ausstellung mit dem Titel „Ich und Du im Dornröschenschloss“ von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. Juli, hat sie einen ungewöhnliche Ort ausgewählt: die ehemalige Villa Christ in der Schlossstraße.

Der Weg in die Villa Christ führt durch ein Dickicht aus Sträuchern und Ästen. Einiges an Gestrüpp hat Lilly Meier bereits zurückgeschnitten, auch der Müll auf der Eingangstreppe ist weg. Das Gebäude stehe seit einigen Jahren leer, Vandalen hätten dort schon ihr Unwesen getrieben, erzählt sie. „Das Ambiente der Villa passt für meine Ausstellung. Ich wollte keine sterilen, weißen Wände, an denen meine Bilder hängen“, sagt Lilly Meier. Die Wände in der Villa sind das komplette Gegenteil davon. Das Weiß hat einen deutlichen Graustich bekommen, an manchen Stellen bröckelt gar die Farbe ab.

Lilly Meier wird an den Wänden schätzungsweise 50 Werke anbringen, die während ihres Kunsttherapiestudiums entstanden sind. Eigentlich führt sie gemeinsam mit ihrem Mann Harald das Studio „Fotoatelier M2“ am Marktplatz. Die Fotografie sei ihre Leidenschaft, aber eben nicht mehr die einzige, wie sie erzählt. „Mit der Digitalisierung hat sich die Wertigkeit der Bilder verändert. Es fehlten der Tiefgang sowie die Persönlichkeit in den Fotos“, sagt Lilly Meier. „Die Selfies sind für viele ein Spaß. Aber es geht nicht um die Person an sich, sondern um die Dokumentation der Ereignisse, an denen die Person teilnimmt.“ Aus diesen Gründen habe sie einen neuen Zugang zur Fotografie gesucht, den sie nun in ihrer Arbeit als Kunsttherapeutin finden möchte.

Drei Jahre lang absolvierte Meier parallel zu ihrer eigentlichen Arbeit das Studium. Ziel der Kunsttherapie sei es, schwer kranken, depressiven oder süchtigen Menschen die Möglichkeit der Selbstbegegnung zu ermöglichen. „Die Therapieform richtet sich an alle, die mit einer Blockade zu kämpfen haben“, erläutert Lilly Meier. Während des Studiums hat sie immer wieder zum Pinsel gegriffen, mehr als 100 Werke sind so entstanden. „Es ist wichtig, den Prozess selber zu erleben, um andere Menschen therapieren zu können“, sagt sie. „Es ist spannend, was aus einem heraussprudelt.“ Etwa die Hälfte der entstanden Bilder möchte sie der Öffentlichkeit präsentieren, wobei noch keine endgültige Auswahl getroffen ist.

Mit allen Sinnen erfahrbar

Eine klare Handschrift sei in ihren Bildern nicht zu entdecken, was sich Lilly Meier so erklärt: „Ich interessiere mich für unterschiedliche Bereiche im Leben. Vielleicht sind daher auch meine Werke so unterschiedlich.“ Vorzugsweise malt sie mit Pigmentfarben, wobei aber auch Gewürze zum Einsatz kamen. „An manchen meiner Bilder kann man also auch riechen“, sagt die Künstlern. Ihre Werke sollen mit allen Sinnen erfahrbar sein, weshalb sie den Besuchern manche Aufgabe stellen möchte: „Das ist natürlich freiwillig. Keiner muss etwas machen, was er nicht möchte.“

Termine: Die Ausstellung ist am Freitag, 6. Juli, von 19 bis 22 Uhr, am Samstag, 7. Juli, von 17 bis 22 Uhr und am Sonntag, 8. Juli, von 14 bis 20 Uhr zu sehen.

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