Aus früherer Schmiede wird ein Café

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 Mit 69 Jahren möchte er sich noch nicht zur Ruhe setzen: Rolf Hofgärtner eröffnet mit seiner Familie das Klostercafé.
Mit 69 Jahren möchte er sich noch nicht zur Ruhe setzen: Rolf Hofgärtner eröffnet mit seiner Familie das Klostercafé. (Foto: Daniel Häfele)

Das Klostercafé hat montags und freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 13 bis 22 Uhr. Samstags und sonntags ist von 9 bis 18 Uhr offen. Während der Eröffnungswoche, also vom 21. bis 28. Oktober, gibt es keine Ruhetage.

Die ehemalige Schmiede und Wagnerei des Klosters Ochsenhausen hat eine neue Bestimmung: Rolf Hofgärtner eröffnet mit seiner Familie am 21. Oktober in dem einzigen privaten Gebäude im Schlossbezirk einen Gastronomiebetrieb. Dieser trägt den Titel „Klostercafé“. Der 69 Jahre alte Ochsenhauser hat in fünf Jahren das etwa 400Jahre alte Gebäude saniert, was nicht immer einfach war.

Teilweise fehlten Deckenbalken, der Hausschwamm hatte sich ausgebreitet und durch das undichte Dach regnete es hinein. „Das Haus war in einem maroden Zustand“, beschreibt Hofgärtner die Ausgangslage. Jetzt, fünf Jahre später, hat sich das in dem Gebäude im Schlossbezirk 19/1 grundlegend geändert. Mit viel Eigenleistung hat der Eigentümer das historische Gebäude saniert. Auch Leitungen für Elektrik, Wasser und Heizung galt es zu erneuern beziehungsweise überhaupt erst einmal einzubauen. Wichtig war ihm dabei, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Druck wollte er sich keinen machen.

Besondere Beziehung zum Kloster

Vor neun Jahren bot sich ihm die Möglichkeit, früher in die Rente zu gehen. Er war in der Garagentor-Branche tätig. Auf die faule Haut legen wollte er sich aber nicht. Stattdessen packte er die Sanierung des Gebäudes an. Dieses wurde im 17. Jahrhundert als Schmiede und Wagnerei des Klosters erbaut. Eine Zeit lang war es im Besitz der Stadt Ochsenhausen. In den 1950er-Jahren seien die vier Wohnungen in dem Gebäude dann privatisiert worden, erinnert sich Hofgärtner. Die Familie kaufte im Verlauf von 15 Jahren die einzelnen Partien, um das Haus als Gesamtes entwickeln zu können.

Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung sei der Brandschutz gewesen, weil Vorgaben des Amts für Denkmalschutz nicht immer leicht umzusetzen seien. Trotzdem ist er mit der Zusammenarbeit zufrieden: „Es ist wichtig, dass es solche Einrichtungen gibt. Ansonsten würden wohl viele alte, erhaltenswerte Häuser einfach abgerissen.“ Mit der Sanierung des Gebäudes hat er sich einen Wunsch erfüllt. Denn Rolf Hofgärtner hat eine ganz besondere Beziehung zum Klostergelände: „Ich bin im nur wenige Schritte entfernten Fruchtkasten aufgewachsen.“ Heute ist dort die städtische Galerie beheimatet.

 Die Sanierung war eine große Herausforderung, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Die Sanierung war eine große Herausforderung, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht. (Foto: Privat)

„Die Idee für ein Café hatten wir aber nicht von Beginn an“, sagt Hofgärtner. Nach und nach habe sich dieser Gedanke entwickelt: „Es gibt innerhalb der Klostermauern keinen Gastronomiebetrieb. Das wollen wir nun ändern.“ Diese Entscheidung hat die Familie wahrlich nicht übers Knie gebrochen, wie ein Blick in den Gastraum mit Backsteingemäuer zeigt. Über Jahre haben sie die Möbel zusammengesucht, bei vielen Stücken handelt es sich um Antiquitäten. So befinden sich in dem gemütlich wirkenden Raum Logensessel des Staatstheaters Cottbus aus den 1950er-Jahren, ein über 200 Jahre alter Eichentisch aus der Klosterschenke Maulbronn oder das Ziffernblatt der Ochsenhauser Kirchturmuhr. Letzteres habe er im Internet ersteigert, erzählt Hofgärtner. „Wir werden weiterhin nach alten Möbeln Ausschau halten. Der Prozess des Einrichtens wird deshalb nie ganz abgeschlossen sein.“

Auf der Speisekarte sollen sich unter anderem Kaffee-, Tee und Kuchenspezialitäten wiederfinden. „Ergänzt wird unser Angebot durch belgische Waffeln sowie komplett selbstgemachte Elsässer Flammkuchen aus dem Steinbackofen“, sagt Hofgärtner. Soweit wie möglich wolle man dabei auf regionale Produkte setzen. Um den Menschen in Ochsenhausen und Umgebung einen weiteren Anreiz zu geben, einmal im Klostercafé vorbeizuschauen, gibt es in der Eröffnungswoche eine Ausstellung. „Dafür stellt uns Dietmar Dietrich alte Fotos von Ochsenhausen und der Klosteranlage zur Verfügung“, sagt Hofgärtner. Damit möchte er den historischen Charakter des Cafés noch eindrucksvoller unterstreichen.

Das Klostercafé hat montags und freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags von 13 bis 22 Uhr. Samstags und sonntags ist von 9 bis 18 Uhr offen. Während der Eröffnungswoche, also vom 21. bis 28. Oktober, gibt es keine Ruhetage.

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