270 Briefe gingen von der Schule heim

Lesedauer: 3 Min
 Kulturamtsleiter Michael Schmid-Sax (r.) dankte den Autoren Ludwig Zimmermann und Monika Taubitz.
Kulturamtsleiter Michael Schmid-Sax (r.) dankte den Autoren Ludwig Zimmermann und Monika Taubitz. (Foto: Ferdinand Leinecker)
Ferdinand Leinecker

In den 1950er-Jahren hat die Schriftstellerin Monika Taubitz die Lehrerinnenoberschule, kurz LOS, in Ochsenhausen besucht. Ihre Erinnerungen an die Schulzeit hat sie in einem Buch festgehalten. Ebenso schrieb der Laupheimer Heimatforscher Ludwig Zimmermann seine Erlebnisse aus der „Lehrerschmiede“ in Bad Saulgau auf, dem Gegenstück zur Ochsenhauser Mädchenschule. Im Klostermuseum haben die beiden aus ihren Büchern gelesen.

Die Lehrerinnenoberschule hat bei vielen der älteren Menschen im Saal vermutlich Erinnerungen wachgerufen. Die LOS wurde nach dem Krieg im ehemaligen Kloster eingerichtet. Monika Taubitz hat die Oberschule von 1953 bis 1958 besucht und bis zum Abitur fleißig Post heimgeschickt. „In fünf Jahren 270 Briefe nach Hause geschrieben“, mit diesen Worten eröffnete die Meersburger Autorin ihren Teil der Lesung im gut besuchten Klostermuseum.

Literaturpreisen erhalten

Dir ursprünglich aus Niederschlesien stammende Schriftstellerin kam nach der Vertreibung 1951 ins Allgäu. Sie besuchte die LOS, beziehungsweise später das Abendgymnasium, studierte in Weingarten und wurde Lehrerin in Meersburg, wo sie auch heute noch lebt. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie unter anderem den Eichendorff-Literatur-Preis, die Stadt Meersburg verlieh ihr die Ehrenbürgerwürde.

Ihre Erinnerungen an ihre Schulzeit hielt Monika Taubitz in dem Buch „Chance und Bewährung“ fest, aus dem sie an dem Abend las und damit den Zuhörern ein Stück Ochsenhauser Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts nahebrachte. Gingen aus der Schule in Ochsenhausen doch ganze Generationen von Junglehrern hervor.

Gegenstück zur LOS

Ebenso war es der Fall beim Gegenstück zur LOS, der „oberschwäbischen Lehrerschmiede“ in Bad Saulgau, wo die männlichen Schüler unterrichtet wurden. Dort wurde auch der 1938 in Baustetten bei Laupheim geborene Ludwig Zimmermann auf seinen späteren Beruf als Lehrer vorbereitet. Aus seinem vor wenigen Monaten erschienenen zweiten Band seiner Lebenserinnerungen las der Heimatforscher an diesem Abend.

In dem Buch geht es nicht nur um die Saulgauer Schule, sondern auch um die Verbindungen zur LOS. Monika Taubitz hat einen Abschnitt über die Ochsenhauser Bildungseinrichtung beigesteuert, denn zwischen den Schulen bestanden freundschaftliche Verbindungen, in Form von gemeinsamen Tanzkursen, aus denen Freundschaften und Verbindungen für das ganze Leben hervorgingen.

Mit langem Applaus bedankten sich die Besucher bei den Autoren für ihre Lesung.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen