ÖDP hat 68 Kandidaten für die Kreistagswahl

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 Die Kreistagsmitglieder der ÖDP Peter Bloching (l.) und Norbert Huchler.
Die Kreistagsmitglieder der ÖDP Peter Bloching (l.) und Norbert Huchler. (Foto: Luca Mader)
Schwäbische Zeitung

Die ökologisch-demokratische Partei (ÖDP) hat im ,,Gasthaus zum Hecht“ in Reinstetten ihre Kandidaten für die kommende Biberacher Kreistagswahl vorgestellt. Hatte man 2014 lediglich 23 Kandidaten, stellt man dieses Mal insgesamt 68 Kandidaten für die Abstimmung am 26. Mai. Die Partei erhofft sich mit der Vielfalt der zur Wahl stehenden Bewerbern nach eigenen Angaben eine größere Chance, durch Ausgleichsmandate in den Kreistag einzuziehen.

Doch auch Direktmandate werden nicht ausgeschlossen. So wurde Norbert Huchler (ÖDP) 2014 mit einem Direktmandat in den Kreistag gewählt. Nachdem die Listen für die jeweiligen Wahlkreise einstimmig beschlossen wurden, lies Kreistagsmitglied Huchler mit seinem Kollegen Peter Bloching die letzte Legislaturperiode Revue passieren.

So ging es zunächst um das Krankenhaus in Biberach. Durch verschiedene Gesetze aus Berlin stünde der Betrieb einer solchen, kleineren Einrichtung immer in einem Konflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und guter Bezahlung des Personals. Ohne Einsparungen beim Personal seien Verluste in Millionenhöhe vorprogrammiert. ,,Die Krankenhausgeschichte ist aber nach wie vor noch nicht endgültig gelöst und wird uns wahrscheinlich noch eine ganze Weile beschäftigen“, kommentierte Huchler.

Kritisiert wurde von der ÖDP die Neuregelung der Grüngutentsorgung im Landkreis Biberach. Seit einigen Jahren werde nun schon jegliches Grüngut im Kreis zentral zu einer Biogasanlage gebracht. ,,Im Prinzip wird das ganze Grüngut, das als Kompost auf den Feldern dringend benötigt wird, nun nach der energetischen Verwertung außerhalb des Kreises genutzt. Dabei haben wir sowieso schon ein Problem mit dem Humusabbau“ kritisierte Huchler. Die Einführung einer ,,Biotonne“ sehe die ÖDP ebenfalls kritisch. Wegen der geringen Mengen an Biomüll im Kreis Biberach und den Plastikmengen im Müll sei eine Biotonne unwirtschaftlich.

Dem vermehrten Straßenbau im Kreis begegne die ÖDP zwar mit Verständnis, aber auch mit Skepsis. ,,Ständiges wirtschaftliches Wachstum ist auf einem begrenzten Planeten einfach nicht möglich“, sagte Huchler. Ein Lob galt den Parteikollegen aus Bayern, die mit ihrem Volksbegehren ,,Rettet die Bienen“ landesweit auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Zuletzt wurden die zentralen Punkte des Parteiprogramms für die Gestaltung des Wahlflyers besprochen. Die ÖDP Biberach will im Bereich Verkehr vor allem das Prinzip des ,,Car Sharing“ erweitern und Radwege weiter ausbauen. Ebenso will sie den öffentlichen Nahverkehr und die damit verbundene Schülerbeförderung verbessern. Auch setzt sich die ÖDP für die Agrarwende und hier besonders für eine beherzte Umsetzung der Biomusterregion und des Ökologieprogramms des Landkreises ein. Weitere Punkte sind die Müllvermeidung und einige Aspekte im sozialen Bereich.. ,,Das Ziel ist es, vor der SPD zu landen“ scherzte Huchler am Schluss seiner Rede.

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