Der Musikverein Mittelbiberach sorgte für abwechslungsreiche Unterhaltung.
Der Musikverein Mittelbiberach sorgte für abwechslungsreiche Unterhaltung. (Foto: Helmut Lange)
Helmut Lange

Am Wochenende hat das Frühjahrskonzert des Musikvereins Mittelbiberach in der Festhalle stattgefunden. Das abwechslungsreiche Programm spielten die Gemeinschaftsjugendkapelle Mittelbiberach/Reute/Rißegg-Rindenmoos unter der Leitung von Simon Wältl und der Hauptkapelle unter Hermann Seitz. Außerdem fanden zahlreiche Ehrungen von Vereinsmitgliedern statt.

Der Andrang zum Konzert war so groß, dass drei weitere Stuhlreihen kurzfristig aufgestellt werden mussten. Der musikalische Teil begann mit der Gemeinschaftsjugendkapelle unter Simon Wältl. Eine schmissige „Polka mit Herz“, eröffnete den Abend, Es folgten „Mountain Wind“ und „Ladybirds“ plus Zugabe. Bei diesem Musikstück hatten Flötenspieler plötzlich kleine rote Maikäfer in ihren Haaren stecken, damit die Zuschauer diese auch sehen konnte, spielten die Jugendlichen stehend.

Danach begann der Musikverein Mittelbiberach mit seinem Programm. Schwungvoll begannen die Musiker unter dem Dirigat von Hermann Seitz, mit fluoriszierendem Taktstock, ein Potpourri mit Melodien von Charly Chaplin komponiert. Man sah Chaplin fast, wie er mit dem schwarzen Spazierstock, der Melone, dem Lippenbart und den schwarzen Schuhen auf der Leinwand steppte. Genau dieser Taktduktus erfreute die Zuhörer.

Musik als politisches Statement

„Schmelzende Riesen“ eine Komposition des Südtiroler Armin Kofler beschreibt in der musikalischen Metapher das Schmelzen der Gletscher. Das Stück beginnt ruhig, während an der Wand die majestätischen Riesen in ihrer Schönheit und Wucht gezeigt werden. Abrupt ändert sich das Idyll mit einem wehmütigen Klagelied. Die Bilder zeigen, wie es ohne die Eisberge aussehen würde. Das Stück endet mit Hoffnungssequenzen, dass die Menschen, die Verursacher dieses Dramas doch noch zur Einsicht kommen. Eine gute Idee, Musik mit Bildern, wirkmächtig zu kombinieren. Ganz anders, aber nicht weniger dramatisch waren die Ausschnitte aus „Phantom of the Opera“ von Andrew L. Webber. Die Melodien wurden mit Einfühlungsvermögen gespielt, aber nicht nur die Stücke, wie „Denk an mich, denk an mich zärtlich“ schafften Emotionen in Kombination mit den Bildern aus dem Film an der Wand der Festhalle, aber auch „Von nun an gibt es kein Zurück“.

Bei „Mac Arthur Park“, vielen erinnerlich als Titelmelodie zu „Jurassic Park“ konnte man ebenfalls die konzentrierten Gesichter der Musiker sehen, die ein Breitwand-Klanggemälde zauberten. In die breite ungarische Tiefebene führte das letzte Stück vor der Zugabe, „Paidushko“. Vor dem geistigen Auge die Puszta, dazwischen die ausgelassene Stimmung von Zigeunermusik, gut hörbar die Klarinetten. Insgesamt eine Kombination aus slawischen Tonelementen, die gut ankam. Dem Vorsitzenden Hans Nägele zu Ehren wurde der „Mussinan Marsch“ gespielt. Mit der „Berliner Luft“ verabschiedete sich schwungvoll das Orchester.

Ehrungen für Mitglieder

Zwischen den Stücken fanden die Ehrungen statt. Kreisverbandsdirigent Bernd Biffar gratulierte Hermann Seitz, der seit 35 Jahren Dirigent in Mittelbiberach ist. Er erhielt die Fördermedaille in Gold mit Diamant des Blasmusikverbandes Baden Württemberg (BVBW). 40 Jahre dabei sind Hermann und Roland Behringer sowie Heinrich Wierling. Sie erhielten die Ehrennadel in Gold mit Diamant. Marc Bochtler wurde für 30 Jahre aktive Tätigkeit mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Daraufhin folgten Ehrungen für dreizehn Mitglieder, die auf zehn Jahre aktive Tätigkeit zurückblicken können. Sie alle erhielten die Ehrennadel in Bronze.

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