Propst Maximilian Korn erhält den Ulrika-Nisch-Preis

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Probst Maximilian Korn, Graf Albrecht Brandenstein-Zeppelin, Pius Berktold
Probst Maximilian Korn, Graf Albrecht Brandenstein-Zeppelin, Pius Berktold
Helmut Lange

Bei einer Feier im Mittelbiberacher Schlossstadel hat Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin die diesjährigen Ulrika-Nisch-Preise verliehen. Sie gingen an an Propst Maximilian Korn von der Probstei St. Michael in Paring und an die Gruppe „Focus on Jesus“ aus Seeg. Zur Feier wurden wie in jedem Jahr Vereine und alle jene, die sich im Ehrenamt engagieren eingeladen, und das waren wieder sehr viele.

Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Ulrika-Nisch-Preis zeichnet Verdienste um die Vermittlung des christlichen Glaubens aus. Es sei wichtig, dass für den Glauben Initiative ergriffen werde und dass diese Arbeit gute Früchte bringe ganz im Sinne des Evangeliums, sagte Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin. Träger des Ulrika-Nisch-Preises ist in diesem Jahr Propst Maximilian Korn. Er erhielt den mit 8000 Euro dotierten Preis. „Dieses Kloster hat keine Probleme mit geistlichem Nachwuchs. Das Problem besteht vielmehr darin, dass wir anbauen müssen, damit wir unsere jungen Leute unterbringen können“, sagte Probst Korn.

Der zweite mit 2000 Euro dotierte Preis ging an die Gruppe „Focus on Jesus“ aus Seeg. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, die christliche Botschaft zu verbreiten. Sie besteht aus jungen Menschen und ist in ein einhalb Jahren von acht auf 30 Mitglieder gewachsen. „Wir sind ökumenisch orientiert, denn wir werden ohne Ökumene nicht mehr auskommen,“ sagte Gruppenleiter Pius Berktold.

Der Preisverleihung vorausgegangen war ein Pontifikalamt, zelebriert von Propst Maximilian Korn. Die Konzelebranten waren die Pfarrer Wunibald Reutlinger, George Jaison, Anton Scheffold. Begonnen wurde diese Festmesse mit dem Weihnachtslied „Oh Du fröhliche“ vor dem weihnachtlich geschmückten Altar. Zum Sanctus wurden die Gläubigen vom Kirchenchor Steinhausen/Muttensweiler unter der Leitung von Verena Westhäuser unterstützt. Es erklang Franz Schuberts berühmtes „Heilig, heilig“.

In seinen kurzen Gedanken schilderte Pfarrer Wunibald Reutlinger die Geschichte der Mittelbiberachter Seligen Ulrika Nisch, die sich ganz in Gottes Dienst stellte, trotz ihres schwierigen Lebens. Propst Maximilian Korn gab eine Betrachtung des Lebens von Ulrika Nisch. Er ging dabei auf die Spiritualität Ulrika Nischs ein und zog eine Linie von tiefem Glauben und der oftmals harten Lebensumstände der Seligen bis zur Bewältigung des harten Alltags. Er regte daraus folgernd einen Gegenentwurf zu unserer heutigen Lebensweise an. Denn diese Art der Egozentriertheit bringe letztendlich keine Erfüllung des Lebens, lautete sein Fazit.

„Natürlich ist eine Lebensauffassung von Ulrika heute nicht attraktiv, aber sie hat das Ziel erreicht, bei Gott zu sein“, sagte der Propst. Er forderte die Gottesdienstbesucher dazu auf, die Dinge der Welt mit anderen Augen zu sehen und erinnerte daran, dass Gott nicht vorgebe, dass wir glauben müssen. Ganz im Gegenteil, er habe uns den freien Willen gegeben, dies zu tun. Heute würden Probleme durch Aggression, Drogen und Rausch versucht, zu verdrängen, zu vergessen. Das sei aber keine Lösung ergebe, betonte er. Zum Auszug aus der Messe sangen die Gottesdienstbesucher gemeinsam mit dem Chor „Großer Gott, wir loben Dich“.

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